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zu T&M - Teil ZWEI

Genau wie bei T&M Teil I. gibt es auch zur Fortsetzung wissenswerte Details. Ich muss allerdings vorausschicken, dass die Geschichte diesmal wesentlich verschachtelter und weniger linear ist. Aus diesem Grund werden viel mehr offene Rätsel verbleiben - ich kann sie erst dann auflösen, wenn meine Erklärung der Handlung nicht mehr vorweggreift.

ACHTUNG: Die Hintergrundinfos werden parallel zum realen Verlauf der Serie auf den neuesten Stand gebracht - wer die Handlung also nicht regelmäßig verfolgt hat, könnte sich einige unliebsame SPOILER einfangen, so er weiterliest!






Kapitel 4 Folge 1:
Paphiopedilum concolor

Die Orchidee Paphiopedilum concolor ist keine Erfindung von mir, sie existiert tatsächlich. Der einzige Grund, warum ich gerade dieses Exemplar gewählt habe, ist der, dass ihr Name eine nette Alliteration in Verbindung mit "prächtige Petalen" bildet. So simpel.
Da ich aber fast sicher bin, dass sich unter meinen Lesern wieder mal ein Spezialist befindet, will ich lieber gleich gestehen: Ich habe von dem Grünzeug nicht die leiseste Ahnung, sondern habe mir die Information dazu binnen 5 Sekunden aus dem Internet zusammengesucht. Das Bild, das ich von der Orchidee gefunden habe, zeigt nur vage, wie der Stengel und die Blätter aussehen, es ist also gut möglich, dass meine hier gezeigte Version nicht der Realität entspricht.
Sollte dies der Fall sein, so gilt hierfür der Nichtigkeitscodex, der da lautet: Es ist mir egal, und ich werde es nicht ausbessern. ;-P

P.S. Sollte jemand der Ansicht sein, ich übertriebe in meiner Einschätzung bezüglich spezialisierter Leser, der irrt. Es hat keine 24 Stunden gedauert, bis sich der erste Orchideenzüchter unter meinen Lesern geoutet und dankenswerter weise nicht beleidigt auf meine Darstellung reagiert hat. Wer wissen will, wie die Paphiopedilum concolor tatsächlich aussieht, der klicke hier.

 

Kapitel 4 Folge 7 & 8

Zeitreisen sind immer ein überaus heikles Thema. Zum einen sind sie schon hunderte Male in Science Fiction- und Fantasy-Geschichten vernudelt worden, zum anderen gibt es da diverse physikalische Meinungen, deren Vertreter sich seit Jahrzehnten in den Haaren liegen.

Bei meiner Geschichte gilt es vor allen Dingen einmal folgende Grundprämisse zu bedenken: Wir haben hier eine Realität, in welcher das Phänomen "Tod" personifiziert in der Gegend rumläuft, und in der mittels nicht TÜV-validierter Vorrichtungen wie einer Sanduhr Raumzeitlücken geschaffen werden. Ich würde dem physikalisch vorgebildeten Leser also dringend raten, sein gesammeltes Wissen (und allfällige Einwände) unter genannten Aspekten zu betrachten. Erst, wenn er mir die Existenz des Todes widerlegen und die Funktion der Sanduhr nachweisbar erklären kann, haben sonstige technische Einwände Hand und Fuß. ;-)

Nein, ich würde die ganze Sache simpel mit dem Hausverstand angehen, wie ich es beim Schreiben schließlich auch getan habe. Der Käfer sowie seine Insassen sind Teil eines Systems. Indem Mercedes die Vollbremsung vollzieht, beendet sie einen Aspekt, nämlich den räumlichen, ihrer Reise. Auf den zeitlichen hat sie keinen Einfluss, da ihr dafür das Instrument (die Sanduhr) fehlt. Man könnte jetzt argumentieren, dass sie, ohne im Besitz der Sanduhr zu sein, auch keinen Einfluss auf den räumlichen Aspekt der Reise haben dürfte, aber dazu müsste man erstmal beweisen, dass dem nicht sein kann. Da die Reisenden sich in einem geschlossenen System (= der Käfer samt Insassen) befinden, in welchem auch die Sanduhr enthalten ist, sehe ich es als durchaus logisch, dass das System zumindest einen Teil der Aktion (= die Reise) beeinflussen kann, ohne selbst direkt auf die Sanduhr einzuwirken.
Ein anderer Punkt ist die Frage, ob die Insassen des Systems unter den Gesichtspunkten wirklich den Käfer verlassen können. Ich habe mich dabei lose an der Fernsehserie "Star Trek: Deep Space Nine" orientiert. In der ersten Folge landet dabei ein Raumgleiter mit 2 Insassen versehentlich in einem stabilen Wurmloch, innerhalb desselben der Raumgleiter anhält und die Insassen aussteigen. Mir gefällt die Idee, dass man sich in einem Bereich der Realität befindet, in welchem zwar der Raum, nicht aber die Zeit definiert ist. Und dieses voraussetzend erklärt sich auch, warum die beiden (Mercedes und Bonnie) keine Umgebung sehen, da diese nicht zeitlich ausdefiniert ist.

Zum Thema Sandkörnchen und undefinierter Zeitzustand:
Da sich der Sand wie auch die beiden Frauen (und der Käfer) allesamt in einem undefinierten Zeitzustand befinden, sollten sie allesamt plasmaartig verschwommen sein (wie der Sand in der Uhr). Das sind sie de facto auch, würde man sie von außerhalb betrachten. Sie selbst sehen sich jedoch als körperlich, und weil der Beobachter bei ihnen ist, sieht er sie ebenfalls. Der zeitlich undefinierte Sand in der Uhr fungiert dabei eher wie eine Anzeige. Vergleichbar in etwa mit der Uhr in einer Zeitmaschine, die rückwärts läuft. In einer solchen Zeitmaschine reisen die Insassen mitsamt Uhr in die Vergangen heit, sie bewegen sich selbst dabei aber nicht rückwärts. Die rückwärts laufende Uhr tut das ebenfalls nicht, sie zeigt lediglich an, dass sich das System zeitrückläufig bewegt. Und genauso ist das mit dem Sand: der zeigt an, dass der zeitliche Zustand des Systems nicht ausdefiniert ist.

 

Kapitel 4 Folge 13:

Die Sache mit dem Käfer, der Zeitreise und dem Wiedersehen bei der Tankstelle war von langer Hand und schon während Teil 1 geplant. Diverse Erklärungen dazu habe ich an verschiedenen Stellen im Forum und im Blog getätigt, die ich hier alle zusammengefasst aufliste:

 

Kapitel 4 Folge 15:

Bei der Szene links fällt dem aufmerksamen Betrachter vielleicht auf, dass sowohl Bonnie als auch Harry keine ganz natürliche Körperhaltung aufweisen. Dafür, dass Bonnie den schlappen Körper Harrys am schwereren Ende trägt, hält sie ihn doch einigermaßen locker. Meine Idee dahinter war, dass sie bekanntlich kein Mensch ist und bereits in einer vorhergehenden Situation erstaunliche Kräfte bewiesen hat. Diese Kräfte haben keine tiefere Bedeutung, ich hielt es lediglich für einen witzigen Einfall. Umso mehr, als Mercedes sich in dieser Szene doch ziemlich mit Harrys Beinen abplagt und gar nicht merkt, wie wenig Mühe Bonnie dabei hat.
Harry seinerseits hält sich für einen schlaffen Leichnam ziemlich stramm. Das ist auch kein Fehler, sondern basiert auf dem simplen Umstand, dass bei ihm schön langsam die Leichenstarre einsetzt, wie hier erwähnt wird. Für die Leser sind in der Zwischenzeit Jahre vergangen, für Harry gerade mal 15 Minuten.

Ich hatte ursprünglich geplant, dass Mercedes oder Bonnie Harrys Sonnenbrille entfernen, wenn sie ihn in der Höhle ablegen. Der Grund dafür: Alles andere, was Harry so am Leib hat (Lederhose, Lederschuhe, T-Shirt) ist nachweislich nach 35 000 Jahren verschwunden. Für die Zweifler unter euch: Leder ist ein organisches Material, das erhält sich nur unter besonderen Bedingungen, etwa in lehmigem Erdreich (zB Torfmoor), tiefgefroren oder im Salz. Die Sonnenbrille ist hingegen aus Plastik oder Glas, die würde die Zeiten überstehen.

Was mich dann doch davon abgebracht hat, sie zu entfernen, war der "Fall Steve Fossett". Der bekannte Weltumrunder und Abenteurer war zu jener Zeit, als ich diese Folge zeichnete, gerade 1 Jahr verschwunden, man fand sein Flugzeugwrack irgendwo in den Bergen, jedoch nicht seinen Leichnam. Nach langer Recherche entdeckte man schließlich ein paar wenige Menschenknochen, ein paar Habseligkeiten und seine Kreditkarten. Offensichtlich hatten Tiere den Toten verschleppt und verspeist. Und wenn DAS nach einem einzigen Jahr von einem Menschen übrig bleiben kann, dann kann eine lächerliche Sonnenbrille im Verlauf von mehreren zehntausend Jahren auch locker in irgendeiner Felsspalte verschwinden.

In der Tat ist Harry ja bereits gefunden. Ich habe im Comic mehrere Stichworte fallen lassen - man suche einfach nach "Rumänien", "Südwestkarpaten" und "Knochenhöhle" (alternativ "Peştera cu Oase") und überzeuge sich selbst. Viel ist von Harry nicht geblieben, und die Sonnenbrille war auch nicht unter den Funden. ;-)

Ach ja, einige aufmerksame Leser sind dahinter gekommen, was diese und diese Szene mit dem Schluss des vierten Kapitels verknüpft. Gratulation!

 

Kapitel 5 Folge 1:

Mit dieser Figur wurde meinerseits die "4th wall" durchbrochen, nur diesmal in die umgekehrte Richtung. Zur Erklärung: Normalerweise spricht man von so einem Durchbruch, wenn eine fiktive Figur sich direkt an den Leser wendet - sie sich also für einen Moment ihrer Eigenschaft als nicht reale Gestalt bewusst ist und damit die Illusion aufs Korn nimmt.

Bei dem Herrn links habe ich eine Figur in meine Geschichte eingefügt, die meinem privaten - doch bitte nicht bierernst zu verstehenden - Pantheon entstammt: Den Schenkelklopfer. (Der, wie ich annehme, auch kein geringerer ist als Hermes/Merkur oder Loki oder Q aus dem Star Trek Universum.)

Der Schenkelklopfer ist derjenige, welcher in höheren Sphären für mein persönliches Schicksal zuständig ist. Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch da seinen Sachbearbeiter hat, und meiner ist eben der Schenkelklopfer. So von mir benannt, weil er eine ziemlich schräge Art von Humor besitzt. Er ist schadenfroh bis dorthinaus, und wenn er mal die Order von ‘oben’ kriegt, dass mir irgendetwas zu gelingen habe, denkt er sich unter Garantie: “Wie langweilig, das müssen wir doch noch ein bisschen ausschmücken!” Woraufhin er mir einen Streich spielt und sich dann vor Lachen auf die Schenkel klopft.

In anderen Worten: Es gibt für mich keinen Glücksfall ohne Wermutstropfen. Extrem absurde Wermutstropfen, denn der Schenkelklopfer ist kreativ, der gibt sich niemals mit simplen Streichen zufrieden. Andererseits tut er mir selten so richtig Böses an. Er reizt mich lediglich solange zum Zorne, bis ich kurz vor der Verzweiflung stehe. In letzter Sekunde hört er dann auf und reicht mir ein kleines Trostpflästerchen, über das ich, geschüttelt und gebeutelt wie ich bin, dann sogar noch froh und dankbar bin. Sollte ich ihm je von Angesicht zu Angesicht begegnen, werde ich ihn würgen bis meine Finger blau anlaufen.

Jeder, der mich näher kennt, ist mittlerweile von der Existenz des Schenkelklopfers überzeugt, und ich denke, es ist für die Menschheit im allgemeinen und meine Leserschaft im speziellen von höchster Wichtigkeit, von eben beschriebener Wesenheit der Schenkelklopfer zu erfahren.
Denn möglicherweise gibt es ja noch mehr von ihrer Sorte.

 

Kapitel 5 Folge 13:

Nein, das ist kein Fehler, das ist absolut korrektes Deutsch. Ich meine natürlich Österreichisches Deutsch. Und wiewohl es mir fern liegt, hier irgendwelchen Nationalstolz raushängen zu lassen, es gibt so einige Formulierungen im Deutsch-deutschen, die bringen es für mein Sprachverständnis einfach nicht auf den Punkt. Im Österreichischen unterscheiden wir nämlich auf "vergessen" und "auf etwas vergessen" auch bezüglich der Bedeutung.

Details darüber kann man im Blog nachlesen, da ich - vorausahnend, dass deutsche Leser hier so ihre Probleme haben werden, denn sie sind es ja im Gegensatz zu uns Ösis nicht gewohnt, ständig "das andere Deutsch" zu hören - diesbezüglich einen langen Eintrag verfasst habe.

Wer die Kommentare dazu liest, sollte sich auch gleich die Frage verkneifen, ob das dann bedeute, dass die Geschichte in Österreich spiele, da das Mädchen ja offensichtlich Österreichisch spricht. Hier etwa spricht sie englisch, man hat sie aber auch schon russisch und italienisch parlieren gelesen.

 
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© Nina Ruzicka www.cartoontomb.de