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zu T&M - Teil EINS

In der Folge finden Sie allfällige Hinweise zu im Cartoon versteckten Zitaten, Anleihen, Andeutungen etc., die zumeist nur dem kundigen Leser auffallen. Ich muss hinzufügen, dass ich ein Detailfanatiker bin, es ist also keine Schande, diverse Subinformationen nicht wahrgenommen zu haben. Ich versuche immerhin, die Hauptaussage des Cartoons davon unabhängig zu machen, weswegen die ganze Sache auch nicht weiter bedeutsam ist und eher zu meinem privaten Gaudium dient.


Prolog 1&2:
Erste StrandszeneDie gesamte Szene lehnt sich an Ingmar Bergmans Das siebte Siegel an. Die ersten beiden Bilder sowie die Schachspielszene sind direkt dem Film entlehnt (mit weniger Wolkenspiel), der Ritter selbst sieht entfernt Max von Sydow ähnlich (einschließlich Kleidung).

Zum Inhalt des Films: Der Tod erscheint dem Ritter am Strand, um ihn zu holen. Der Ritter schlägt dem Tod ein Schachspiel um sein Leben vor - soweit so gut. Dieses Spiel zieht sich über Tage (und die Dauer der Filmhandlung) hinweg, wobei letztendlich aber auch der Tod gewinnt. Ich behaupte, Bergman hat sich hier die künstlerische Freiheit der Interpretation erlaubt. In Wahrheit ist es natürlich so passiert, wie in meinem Cartoon zu lesen!

Ach ja - in Bild eins pfeift der Ritter - natürlich historisch korrekt! - eine Mensuralnote.


Katrina Van TasselProlog 3:

Bild 5
("Ist das Theodore?")
Diese Szene ist ein Zitat aus dem Film Sleepy Hollow von Tim Burton und daher nicht allzu streng bezüglich der offiziellen Regel zu betrachten, denn die junge Dame sieht dem Tod ganz offensichtlich NICHT in die Augen.
Ich stand hier noch ganz am Anfang mit meiner Geschichte und nahm das mit der Korrektheit wohl noch nicht so ernst.

 
 
     

Kahumpdumpbas

Bild 6 ist eine Rarität - nämlich eins meiner spärlich gesäten Zugeständnisse an die Tagespolitik.
Und schon erkennt man, warum.
Zu dem Zeitpunkt, als ich den Cartoon zeichnete, war in Österreich der "Lumpsager" eines gewissen Politikers in aller Munde.
Im Laufe der Zeit erinnert sich sicher kaum jemand mehr daran bzw. werden es Nicht-Österreicher gar nicht verstehen.
Ist aber auch nicht so wichtig.

 


Episode 2:

Keine Hintergrundinfo, nur ein Hinweis, weil mir von einem kritischen Leser (und Freund, er muss diese Schmähung also über sich ergehen lassen) Ungenauigkeit vorgeworfen wurde: Was in geschlossenen Räumen oder außerhalb des Bildes passiert, bleibt dem Leser verborgen - was nicht automatisch heißt, dass NICHTS passiert!
Genauer gesagt: Im Auto sitzend hat wohl eine Konversation zwischen dem Tod und dem netten Fahrer stattgefunden. Eine ganz offensichtlich verhängnisvolle. Da wir aber nichts gesehen und gehört haben, müssen wir einfach davon ausgehen, dass es so war!

Abseitsgeschehen


Episode 3:
Nummernschild

Das Nummerschild kommt nicht von ungefähr, sondern stellt vielmehr die Bezeichnung Deutschverzeichnis 810 für Franz Schuberts Streichquartett in d-Moll, betitelt Der Tod und das Mädchen, dar.
Dem Streichquartett ging ein gleichnamiges Lied voraus (D 531), als Text dient das Gedicht von Matthias Claudius aus dem Jahre 1775.

Ich habe bewusst die Werknummer des Streichquartetts gewählt, weil es mich persönlich mehr anspricht als das Lied.
Im Übrigen ist es auch jenes Streichquartett, welches dem Theaterstück Der Tod und das Mädchen von Ariel Dorfman (verfilmt von Roman Polanski) seinen Titel gibt und darin eine tragende Rolle spielt.



nochmal Episode 3:
Die Vielfunktionssense Der Tod verfügt über eine Schweizer Präzisionssense mit vielen zusätzlichen Funktionen (zB einem Sonnenschirm). Es empfiehlt sich, die Augen offen zu halten, denn die praktische Vielseitigkeit dieses Instruments wird noch des Öfteren thematisiert werden.


Episode 8:

Mir wurde gesagt, dass die Technik des Lasters vollkommen verfehlt sei. Ein zweirädriger Laster kann kein Drehgelenk zwischen Cockpit und Anhänger haben. Stimmt, bei logischer Betrachtung ist das korrekt. Ich gebe also zu: es ist ein falsch gezeichneter Laster.

Pfui! Falscher Laster!

Update:

Sooo schlimm kann der Fehler auch wieder nicht sein, wenn selbst LEGO derartige Laster konstruiert! Und wir wissen ja alle, dass LEGO niemals irrt, oder?
(vielen Dank an MaddyMax für das Foto!)

LEGO weiss es besser


Episode 9:

Dasselbe wie beim oben erwähnten unhörbaren Gespräch im Auto: Das Mädchen redet und redet, ohne auf ihre Umgebung zu achten, außerdem hat sie den Blick gesenkt. In der Zwischenzeit hat sich der Tod wohl an ihren Tischnachbarn herangeschlichen und ihm eine Anrede entlockt. Der Tod kommt auf leisen Sohlen!

Abseitsgeschehen


Episode 26:

Lessings VorlageDiese Darstellung war die Grundlage für die Theorien Gotthold Ephraim Lessings, der in seiner Kunst(streit)schrift Wie die Alten den Tod gebildet (1769) die These aufstellt, dass der antike Tod als (Zwillings-) Bruder des Schlafs in Form eines zumeist nackten und fallweise geflügelten Jünglings mit gesenkter Fackel dargestellt wurde.
Die Theorie wurde vor allem von den Autoren der Aufklärung (Goethe, Schiller) und darauffolgender Epochen mit Begeisterung aufgenommen und hat sich bis heute gehalten, wiewohl es gegenteilige Fachmeinungen zu geben scheint.

Meiner Meinung als Laie zufolge ist die Sache nicht so einfach zu betrachten. Weder die Griechen noch die Römer hatten eine vergleichbare Vorstellung vom Tod, wie wir ihn seit dem späten (christlichen!) Mittelalter kennen. Vor allem bei den Griechen (von denen die Römer ihre Mythologie bekanntlich abgekupfert haben) spaltete sich der Tod in mehrere Aspekte.
Es gab Hades, den Herrn der Unterwelt, Bruder von Zeus und Poseidon. Dieser war sehr mächtig, ist aber nicht mit unserem Tod zu vergleichen, da er keineswegs umherzog und die Leute bzw. deren Seelen ins Jenseits beförderte (das war Hermes' Aufgabe!), sondern lediglich die Schattenwelt beherrschte.
Weiters gab es Thanatos, eben jenen Jüngling und personifizierten Tod. Er ist Zwillingsbruder des Schlafes (Hypnos) und Sohn der Nacht (Nyx). Mythologisch gesehen ist er aber keineswegs so bedeutend wie der Gott der Unterwelt.

Schlafes BruderDas Problem, welches sich hier stellt, ist eben die völlig unterschiedliche polytheistische antike Mythologie im Vergleich zu unserer stark christlich geprägten. Nicht einmal im Christentum ist das Todesbild völlig einheitlich: der sensenschwingende Knochenmann, wie wir ihn heute noch kennen (wenn auch eher in illustrativ-ikonographischer Form, denn keiner stellt sich den Tod heutzutage tatsächlich so vor), entstammt dem Spätmittelalter. Davor war der Tod ein viel abstrakterer Begriff, eher ein Ereignis, denn eine Allegorie.

Wie dem auch sei: Der kleine Knabe in meiner Geschichte ist eine Anlehnung an eben jenen Thanatos, Bruder des Schlafes. Die Tatsache, dass der Tod die Figur bildlich eher inadäquat nachstellt, mag wohl darin begründet sein, dass er sich mit ihr nicht wirklich identifizieren will. Oder aber, dass ich mich, als ich die Episode zeichnete, zu wenig um bildliche Vorlagen bemüht habe - man möge sich die Erklärung aussuchen, welche einem gefälliger erscheint!

 

"Der letzte Tanz, der letzte Tanz..."

Bei dem netten blonden Herrn hier handelt es sich um den Tod im Musical Elisabeth von Sylvester Levay, welches in Wien Triumphe feierte. Darsteller Uwe Kröger erlangte damit seinen Durchbruch und sah sich in der Folge von einer Schar kreischender, hysterischer, weiblicher Fans umschwärmt, über welche es sich irgendwann auch mal ein Comic zu machen lohnte... hmmm....!

Um auf eine Frage einzugehen, die immer wieder gestellt wird: Ja, in der englischen Version des Comics sowie der Druckversion wird diese Figur durch die weibliche Death aus dem Comic "Sandman" von Neil Gaiman ersetzt. Der Grund dafür: Ich gehe nicht davon aus, dass irgendjemand außerhalb Deutschlands oder Österreichs je etwas von Uwe Kröger gehört hat. Und für die Druckversion fand ich die Referenz auf Gaiman einfach netter, daher der Wechsel.



Pest

Die Pest, wie sie zum Beispiel in der Bibel oder auch in antiken Berichten geschildert wird, beschränkt sich nicht auf jene durch das Yersinia pestis-Bakterium verursachte Krankheit, die wir heute ausschließlich darunter verstehen. "Pest" im biblischen und antiken Sinn bezeichnete eigentlich jegliche Epidemie: eine plötzliche, massenhaft auftretende und tödliche Krankheit, und das konnte genauso gut Scharlach, Typhus oder die Pocken sein.
Tatsächlich rätseln die Historiker bei vielen "Pesten", welche Krankheit dahinter gesteckt haben könnte. Man behilft sich mit den in den Quellen geschilderten Symptomen, um so rückschließend eine Diagnose stellen zu können.

Meine Darstellung der Pest folgt dem biblisch-antiken Verständnis einer "tödlichen Massenkrankheit" und ist nicht auf den Schwarzen Tod allein beschränkt.



Episode 27-29 und die Seitengeschichte "Der Tod und der Autor":

Der mysteriöse AutorVielleicht werden sich einige Leser wundern, was es mit diesem ominösen "Autor" und dem gesamten Handlungsseitenarm auf sich hat.

Als ich mit der Arbeit an der Druckversion des Comics begann, galt es sicherheitshalber ein paar rechtlich strittige Punkte zu klären. Der Autor, welcher hier portraitiert ist, existiert tatsächlich, ebenso seine Erzählung. Als ich bei seiner Agentur um die Erlaubnis bat, die Geschichte drucken zu dürfen, kam erstmal eine zeitlang gar keine Antwort, letztendlich dann aber ein lapidares "NEIN". Keine weitere Begründung.

Nun, ich gehe mal davon aus, dass sich der Autor entweder in schlechtem Licht dargestellt gefühlt hat, oder dass die Agentur sich einfach nicht näher mit der Sache befassen wollte. Wie auch immer - ich wollte auf die Geschichte keinesfalls verzichten und so habe ich sie anonymisiert. Für den uneingeweihten Leser mag das ganze jetzt ein wenig unverständlich daherkommen, doch war mir diese Verwirrung lieber, als auf die Episode gänzlich zu verzichten. Ich mag den slapstickartigen Humor einfach zu sehr!

Vielleicht wird das Verständnis und die Akzeptanz dieser Geschichte ein wenig erleichtert, wenn man sich als unbedarfter Leser den ursprünglichen Realitätsbezug vor Augen führt.

Ich habe mittlerweile jegliche Zitate und Namen aus meiner Geschichte entfernt, wer die Vorlage jetzt noch erkennt, der ist offensichtlich ein profunder Kenner der Werke des Autors. Oder er kannte die Geschichte bevor ich sie zensurieren musste.


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© Nina Ruzicka www.cartoontomb.de