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Zur
Person
Nina ist eine 25-30jährige Wienerin. Sie arbeitet
als Lektorin in einem mittelgroßen Verlag, der alles mögliche
zu publizieren scheint, von Fachzeitschriften bis zu Groschenromanen.
Im Job hat sie immer wieder unter kleineren Repressalien zu leiden, weil
sie sich nicht das gefällige Äußere verpasst, das
man von Frauen allgemeinhin erwartet. Sei es durch den patriarischen Chef,
der sie stets mit den weniger interessanten Aufgaben bedenkt, sei es durch
primitiv-machistische Arbeitskollegen. Meist von ihren überbeschäftigten
Arbeitskollegen zur Erledigung von Handlangerdiensten herangezogen, stellt
sie sich schließlich auf die Füße und verlangt eine Beförderung.
Die sie zu ihrem Erstaunen auch erhält. Die Freude ist allerdings
kurz, als sich ihre neue Tätigkeit als Verantwortliche für ein
Science Fiction Magazin herausstellt, ein Genre, mit dem Nina (zunächst)
absolut nichts anfangen kann.
Ihr
Privatleben verläuft nicht weniger steinig. Da taucht eines Tages
dieser neue Nachbar auf, in den sich Nina Hals über Kopf verliebt,
nur um kurz darauf festzustellen, dass er eine Freundin hat, eine
graziengleich gewachsene obendrein. Frustriert gibt sie sich kurzfristig
der Promiskuität hin, was jedoch ermangels geeigneten Materials ebenfalls
zum Scheitern verurteilt ist.
Schließlich geschieht etwas: die Freundin des Nachbarn zieht aus,
lässt ihn sitzen und wirft ihn damit in Ninas geöffnete
Arme. Zwar ist es immer noch ein harmloses freundschaftliches Nachbarschaftsverhältnis,
aber Nina genießt es, stets in der stillen Hoffnung, ihr Nachbar
würde eines Tages mit einem gewissen Geständnis herausrücken...und
das tut er auch. Mit dem Geständnis, dass er sich aus finanziellen
Gründen einen Untermieter zulegen würde.
Aus ist es
mit Ninas Hoffnung und mit den verträumten Nachmittagen bei Kuchen
und Kaffee, denn nun zieht David ein, und nicht nur das, er schmachtet
Nina sehr zu ihrem Missfallen genauso an wie sie selbst ihren Nachbarn.

Gerne würde sie einen großen Bogen
um ihn machent - wenn sich nicht ausgerechnet er als rettender Engel in
der Science Fiction Problematik erwiese! So ist sie nun gezwungen, mehr
Zeit als ihr lieb ist nicht nur mit der verhassten Thematik, sondern auch
mit dem lästigen Appendix ihres Nachbarn zu verbringen.
Immerhin bewahrt sie sich trotz allem hartnäckig den ironisch-distanzierten
Blick auf ihre Umwelt!
Zur Geschichte
Die
Ur-NINA war eigentlich ganz anders. Sie entstand in einer sehr frustrierten
Situation, als ich als Sektretärin in einer Rechtsanwaltskanzlei
arbeitete. Zwar waren dort die Mitarbeiter nicht unangenehm, einige sogar
ausgesprochen nett, dennoch fühlte ich mich aber vollkommen fehl
am Platz. Ergo war die Ur-NINA eine frustrierte Sekretärin, die in
einer Kanzlei voller Paragraphenköpfe und geklonter Tippsen arbeitete,
und die ständig schlecht gelaunt war.

Eins hat die jetzige NINA (die mir mittlerweile viel sympatischer ist)
mit ihrer Vorgängerin aber immer noch gleich: Sie weigert sich, irgendwelchen
Kleidungs- oder Verhaltenscodices zu entsprechen, auch wenn es ihr Nachteile
bringt.
Ich
betone dieses Detail deshalb, weil es eine der Aussagen der Geschichte
transportiert, an denen ich nicht gerüttelt wissen will. Natürlich
liegt die Interpretation jeglicher Darstellung im Auge des Betrachters
- es sollte aber wohl klar sein, dass NINA kein ängstliches
Mauerblümchen ist, das sich am Ende nicht zu gefallen traut. Sie
kann schon, wenn sie will - aber eben nur dann!
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