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Komödien

Filme, die ich witzig finde. Müssen keine Schenkelklopfer sein, vielfach sind es auch Jugenderinnerungen, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben, die ich aber auch immer wieder gern mal ansehe (wobei mit steigender Häufigkeit der Spaßfaktor natürlich abnimmt, man kann nur soundso oft über ein und denselben Witz lachen).

 

   

Beetlejuice Regie: Tim Burton (USA 1988)

Der heutige Seher ist geneigt, in diesem Film einen Vorläufer der Computeranimation zu sehen. Tatsächlich hat Burton aber bewusst Trickeffekte eingesetzt, die schon zur Zeit der Entstehung des Films veraltet waren. Man kann dies als seine besondere Qualität betrachten, ich persönlich könnte mir "Beetlejuice" ehrlich gesagt auch nicht mit CGI-FX vorstellen.
Dem deutschen Filmtitel ist ein "Lottergeist" vorangestellt, was ich aber vehement ablehne, daher bleibe ich beim Originaltitel. Jeder, der des Englischen nur halbwegs mächtig ist, sollte sich den Film in der Originalversion (zur Not mit Untertiteln) anhören. Die Synchronisation ist erbärmlich.
Inhalt: Barbara und Adam Maitland, ein junges Ehepaar, verunfallen tödlich. Sie sind dazu verdammt, 125 Jahre in ihrem Haus zu spuken, was durch die Tatsache verschärft wird, dass sich dort eine New Yorker Yuppie-Familie einnistet. Da die Maitlands im Spuken höchst unbegabt sind und seitens der Jenseits-Verwaltung keine Hilfe zu erwarten ist, greifen sie in ihrer Not auf die Dienste eines selbsternannten Bio-Exozisten zurück. Cartoon-artiger Slapstick.

   

Brust oder Keule Regie: Claude Zidi (F 1976)

Das ist natürlich der absolute Klassiker des Sonntag-Nachmittagprogramms. Der Grund, warum ich diese DVD empfehle ist, dass es hier auch den französischen Originalton gibt, und das ist gar nicht mal so üblich. Kurioserweise gelangt man viel leichter an französische Synchronisationen amerikanischer Filme als an Originalversionen französischer Filme (andererseits kann es auch sein, dass ich hier Unsinn rede, ich gestehe, ich habe mich noch nicht intensivst mit dem Phänomen beschäftigt, mein Eindruck entstammt eher oberflächlicher Suchen).
Natürlich kann nicht jeder mit der Originalfassung etwas anfangen - auch ich benötige die französischen Untertitel, um dem Geplapper folgen zu können - aber wer sich zumindest einmal Louis de Funès im Original anhören möchte, sollte es meiner Ansicht nach mit diesem Film tun. Es ist erstaunlich, wie viel mehr Komödie und wie viel weniger Klamauk dieser Film tatsächlich ist. Man mag mir Voreingenommenheit gegenüber Synchronisationen vorwerfen, aber ich finde, de Funès Hampeleien sind um einiges witziger, wenn der gesprochene Text weniger schenkelklopferig daherkommt, als man es leider durch die Synchronisation gewohnt ist.

     

Arsen und Spitzenhäubchen Regie: Frank Capra (USA 1944)

Wieder ein Klassiker des Wiederholungsfernsehens (meiner Meinung nach einer der wenigen Filme, die nie langweilig werden, dank Cary Grants Mimiken), und wieder bietet die DVD akustisch etwas Interessantes: Nämlich die erste Synchronisation aus dem Jahre 1952 (die, die jeder aus dem TV kennt, ist die zweite Fassung und um 10 Jahre älter). Zugegeben, sie ist gewöhnungsbedürftig. Wer sich so gar nicht mit ihr anfreunden kann, kann jedoch auf die 1962er Fassung zurückgreifen - oder auch auf den englischen Originalton.
Eine kleine Bemerkung am Rande: Peter Lorre spielt hier seine Paraderolle des leicht irrsinnigen Wissenschafters / Arztes, in der ihn jeder kennt und an der er letztlich auch zerbrochen ist. Ursprünglich aus Ungarn (das zur österreichischen k.u.k. Monarchie gehörte) stammend , war er unter dem Namen László Löwenstein in Wien aufgewachsen und ab den frühen 20er Jahren als Schauspieler tätig. 1931 war er in Fritz Langs Film "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" zum ersten Mal in der Rolle des Psychopathen zu sehen und erregte so auch Interesse in Hollywood. Als er vor den Nazis fliehen musste, nahm er denn auch Hollywoods Angebot an, doch wurde er dabei nicht glücklich. Entweder gab man ihm gar keine Rollen, oder aber man nagelte ihn am besagten irrsinnigen Wissenschafter fest. Natürlich spielte Lorre schon auch andere Rollen, doch das Bild des manischen Irren hielt sich in der Vorstellung der Leute fest. Dieses Klischee war so nachhältig, dass es in Cartoon-Parodien Einzug hielt. Es existieren mehrere Bugs Bunny-Cartoons mit einer Lorre-Karikatur, und allein seine stark akzentuierte Stimme war so bekannt, dass zB Spike Jones sie in seiner Verballhornung des Songs "My old flame" verwendete. Natürlich wieder mit dem irrsinnig-mörderischen Touch. - Da Tim Burtons Wurzeln zu einem Gutteil in den Cartoons jener Zeit zu finden sind, hat er kürzlich das Lorre-Klischee aus der Mottenkiste geholt. Im Film "Corpse Bride" kommt eine kleine grüne Made mit Hasenzähnen vor. Diese ist - optisch wie stimmlich - eine Lorre-Parodie, wie man sie aus den 40er Jahren kennt.

     

Bernd das Brot - "Kasten" und "King Brot" Regie: T.Krappweis, E.Haeffner D 2005/6

Alle Berndivents, die im Sommersemester 2006 am Ki.Ka laufen, werden auch als DVD auf den Markt geworfen, und das ist gut so. Noch besser ist, dass die zwei bislang besten Filme in einer Verpackungseinheit erstanden werden können.
"Kasten" ist an den Film Cube angelehnt (so sagt man, ich kenne Cube nicht) und bietet eine unglaubliche Situations- und Wortkomik. Chili, Briegel und Bernd sind ohne zu wissen wie in einem rechteckigen Raum "eigeslosn". Wer nicht weiß, was das bedeutet, gibt dem guten Bernd recht, der für diese falsche Schreibweise Briegel ein kurz-lang-kurz-kurz-lang-lang-kurz-lang ins Gesicht schleudert. Gegen Ende sackt die Handlung leider etwas ab, aber die gaballten 4/5 davor sind absolute Spitze.
"King Brot" ist eine Mischung aus Jurassic Parc und King Kong. CB&B folgen einer Einladung (die eigentlich nur Bernd galt) auf eine mit tropischem Urwald bewachsene Insel. Dort erfährt man, was die deutsche Synchronstimme von Robert de Niro tut, wenn sie Robert de Niro gerade nicht synchronisiert - nämlich verrückt forschen. (Scherz beiseite, der Schauspieler des verrückten Forschers ist jener, welcher de Niro seine Stimme leiht, ich vergesse bloß ständig seinen Namen). Das Ziel des Wissenschafters ist es, ausgestorbene Lebensformen wiederzubeleben, und mit einem riesigen, prähistorischen Brot ist ihm dies bereits gelungen. Das Riesenbrot ist indes eine Brotin, und deshalb soll Bernd nun als... eh... Krümelspender herhalten (so meine eigene Definition, im Film wird viel eher von "Paarung" gesprochen). Dieser Film ist bemerkenswert gut gelungen, sowohl von den Witzen als auch von den optischen Effekten.

     
Animation Drama Horror Komödie SF /Fantasy Tod

© Nina Ruzicka www.cartoontomb.de