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Horror & Thriller

Horror- und Gruselfilme waren schon als Kind mein Lieblingsgenre. Wiewohl ich nie besonderen Gefallen an ausschließlichen Blutorgien fand, sowas ist als Nebeneffekt tolerierbar, aber nicht nötig. Wenn schon, dann gehört es ordentlich gemacht, aber persönlich bevorzuge ich eigentlich die Art von Horror, der unter die Haut kriecht. Vor einem Typen mit einer Kettensäge habe ich keine Angst noch bekomme ich davon Albträume. Vor schreienden Häusern hingegen schon.

 

   

So finster die Nacht Regie: Tomas Alfredson (SW 2008)

Eine großartige wie kuriose Mischung aus Horrorfilm, Jugendfilm und Erwachsenwerden-Drama. Ich habe dazu eine recht ausführliche wie auch den Inhalt verratende Filmkritik verfasst.

Es sei nur so viel gesagt: Ein Vampirfilm mit Kindern als Hauptdarsteller.

   

Bis das Blut gefriert Regie: Robert Wise (USA 1963)

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme aus dem Bereich "Spukhaus", der ohne jegliche optische Widerwärtigkeiten auskommt. Schnitt und Ton sind die einzigen Elemente, die hier das Gruselgefühl ausmachen, das, was man eben nicht zu sehen bekommt, sondern sich aufgrund der raschen Bildfolgen bzw. Geräusche nur ausmalt. Und da ist es meiner Ansicht nach der Realitätsbezug, der uns anspricht. Denn wer ist je erschrocken, wenn er durch den dunklen Flur tapste, weil dort der Mörder mit gezücktem Messer stand? Das kennt man doch nur aus Filmen. Aber dass einen ein plötzliches Geräusch hochfahren ließ und man sich als Kind daraufhin die schrecklichsten Ursachen dahinter ausmalte, das kennt so ziemlich jeder.
Ich kann die Kritik nicht in bessere Worte fassen, als es auf der Amazon-Seite zu lesen steht:

Bis das Blut gefriert (1963) unter der Regie von Robert Wise zählt ohne Zweifel auch heute noch zu den besten Geisterfilmen überhaupt. Im Gegensatz zu den meist blutigen Horrorfilmen der letzten Jahrzehnte gelingt es Bis das Blut gefriert, die tief im Zuschauer verwurzelten Urängste anzusprechen. [...]Das Geniale an Bis das Blut gefriert ist der zurückgenommene Stil von Wise und seinem Drehbuchautor Nelson Gidding [...], der den sich stetig steigernden Terror des Films fast ausschließlich aus der ausgefeilten Psychologisierung seiner Figuren bezieht -- vor allem aus Eleanor, deren mentale Gesundheit zunehmend zerbricht. Das Gefühl der permanenten, potenziellen Anwesenheit einer geisterhaften Erscheinung beruht ausschließlich auf Einbildungskraft [...] und dem Umgang mit der Tonspur, dessen Furcht erregende Wirkung Robert Wise niemals mit der Kamera hätte erreichen können.

Der Vollständigkeit halber möchte ich betonen, dass der Originaltitel gemäß der Literaturvorlage The Haunting of Hill House lautet und damit weniger bescheuert klingt als der deutsche.

     

Das Grauen Regie: Peter Medak (USA 1980)

Der Film ist wieder einer jener ohne spektakuläre Blut- und Splattereffekte, er ähnelt sehr stark dem ebenfalls empfohlenen Bis das Blut gefriert. Dementsprechend geht es auch hier um ein Haus, in dem Schauerliche Dinge passieren, vorwiegend handelt es sich dabei um Geräusche.

George C. Scott verliert als Hauptfigur gleich zu Beginn des Films erstmal seine Familie (Frau und Tochter). Daraufhin zieht er sich in ein einsames Haus zurück, in dem allerdings ein Poltergeist oder dergleichen sein Unwesen treibt. Und schließlich kommt die unrühmliche Wahrheit darüber, was sich in dem Haus abgespielt hat, ans Licht.

Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst mit Häusern bzw. Wohnungen schon die absonderlichsten Erlebenisse hatte, dass mir gerade dieses Genre besonders unter die Haut geht.

     

Silent Hill Regie: Christophe Gans (Can/F/JP/USA 2006)

Ich habe keins der Spiele gespielt, dies auch nicht vor und kann hier nur vom Film selbst ausgehen. Das ist mit Abstand einer der schönsten Filme, die ich kenne. Die Bilder und Kamerafahrten sind - inspiriert vom Spiel - mitunter überwältigend. Wiewohl ich eine Einschränkung machen muss: Die Handlung selbst ist stellenweise störend und nervig. Eine Aussage, die bei einem Film vielleicht merkwürdig klingt, doch ich gehe hier nur von meinem persönlichen Gefühl aus. Am schönsten finde ich die Szenen, in welchen nicht gesprochen wird, in denen Rose voller Panik durch die Nebel- und die dunkle Welt hetzt und sich ihre Realität mit der ihres Mannes kreuzt. Unglaublich stark.

Und da dies für mich ein so persönlicher Film ist, gebe ich hier mal meine ganz persönliche Inhaltsdeutung wieder: Rose und Christopher haben eine adoptierte Tochter, die schlafwandelt und dabei immer wieder den Namen "Silent Hill" ausruft. Weil sie ihre Tochter nicht länger leiden sehen kann, macht Rose sich entgegen der Empfehlung ihres Mannes und des Arztes auf die Suche nach dem Ort, der ihrer Tochter so zusetzt. Dort angelangt gerät sich gleich mal in einen Verkehrsunfall, und als sie wieder aufwacht, ist ihre Tochter Sharon verschwunden. Rose macht sich auf die Suche nach ihr, kommt in die Stadt, die in beständigen dichten Nebel gehüllt ist, und auf die permanenter Ascheregen herabschneit. Außer, wenn eine Sirene ertönt, dann verwandelt sich die Umwelt in die Hölle, Blut trieft von den Wänden, absurd missgestaltete Kreaturen trachten einem nach dem Leben... Während die wahre Stadt gleichzeitig auf einer ganz normalen, realen Ebene existiert. Durch die fährt nämlich Roses Mann, auf der Suche nach Frau und Kind befinden sie sich kurzfristig beide am selben Ort jedoch in unterschiedlichen Dimensionen. Rose läuft durch ihren Mann hindurch, der nimmt einen Hauch ihres Parfums wahr... Das sind die stärksten Szenen des Films. Dass sich schließlich noch eine Handlung rund um eine Sekte, Hexenverbrennung und teuflische Rache daraus entspinnt, ist gar nicht mehr so wichtig. Stark ist erst wieder die allerletzte Schlussszene, als Rose und Sharon heimkommen. Sie sind immer noch in einer anderen Dimension gefangen und sie werden auch nie wieder herauskommen.

Meine persönliche Deutung, die sich mir vom ersten Moment an aufdrängte, ist die, dass Rose die Erfahrung einer Depression mit anschließenden Angstzuständen durchlebt. Das nebelige Silent Hill ist die Depression. Das schwarze Silent Hill, das von mörderischen Kreaturen bevölkerte, ist Angst. Ich habe noch nie eine treffendere Umsetzung solcher Lebenszustände in Bildern gesehen. Roses Mann, der davon nicht betroffen ist, kommt nicht mehr an seine Frau heran, so sehr er sich auch bemüht. Sie sind am selben Ort, jedoch in unterschiedlichen Welten. Und sie werden - so das melancholische Ende - wohl auch nie wieder zueinander finden.

     
Animation Drama Horror Komödie SF /Fantasy Tod

© Nina Ruzicka www.cartoontomb.de