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Drama

Ich bin hier mal typisch Weib und gestehe, dass ich eine Vorliebe für Rotz-und-Wasser-Filme habe. Dabei bin ich aber auch wählerisch, über herkömmliche Liebesschmonzetten vergieße ich kein Tränchen. Bei folgenden Filmen hingegen fließt es nur so aus mir heraus, egal wie oft ich mir die Filme ansehe.

 

   

Robin and Marian Regie: Richard Lester (GB 1976)

Ein wunderschöner, ruhiger und sehr melancholischer Robin-Hood-Film, der ganz und gar nicht in die Helden-Epenreihe hineinpasst. Die Handlung setzt 20 Jahre nach den bekannten Ereignissen ein. Robin Hood und Little John hatten England verlassen und sind Richard Löwenherz ins Heilige Land und einen sinnlosen Kreuzzug gefolgt. Jetzt kehren sie desillusioniert zurück. Löwenherz ist ein sterbender Mann, der im Kampf gegen die 'Ungläubigen' unglaubliche Blutrünstigkeit an den Tag gelegt hat. Zurück im Sherwood Forest trifft Robin nicht nur auf seine mittlerweile ebenso betagten einstigen Kampfgefährten, er sieht auch Lady Marian wieder, die sich in ein Kloster zurückgezogen hat, sowie seinen ewigen Widersacher, den Sheriff von Nottingham. Kurz flammt noch einmal der Glanz der Vergangenheit auf, doch die melancholische Schwere holt Robin ein. Das Ende sei hier nicht verraten, es ist überraschend und schnürt einem das Herz zu. Zumindest wenn man eine Heulboje ist wie ich.

   

The Ghost and Mrs. Muir Regie: Joseph L. Mankiewicz (USA 1947)

Dieser Film trägt den unsäglichen deutschen Titel "Ein Gespenst auf Freiersfüßen", doch ist diese Version nicht auf DVD erhältlich. Die einzige, die zumindest Amazon bietet, ist ein UK-Import, welcher logischerweise keine deutsche Version enthält. Aber Rex Harrisons Seemannsgepolter ist auf Englisch ohnehin viiiiiel besser. Der Film wird zumeist als "Komödie" betitelt, aber für mein Empfinden ist es ein Drama. Für mich ist jeder Film ein Drama, der mich zum Heulen bringt, und das Ende öffnet bei mir jedesmal die Schleusen.
Inhalt: Eine junge Witwe zieht mit Tochter in ein Haus an der Küste, welches einst einem Seefahrer gehörte. Niemand wohnte bislang für längere Zeit in dem Haus, da es darin offensichtlich spukt. Was sich dann auch als wahr herausstellt. Der griesgrämige Geist des Seemanns verscheuchte bislang erfolgreich alle Eindringlinge, bei der resoluten Mrs. Muir beißt er hingegen auf Granit. Anstatt sie in die Flucht zu schlagen, freundet er sich daher mit ihr an und diktiert ihr sogar seine Memoiren. Diese entpuppen sich als Bestseller, wodurch der nicht eben begüterten Witwe das Überleben (und der Verbleib in dem Haus) gesichert ist. Jedoch, es kommt wie es kommen muss: ein Gespenst und eine Lebende - das soll nicht sein. Weshalb es sich gegen Ende dann doch empfielt, eine Packung Taschentücher in Reichweite zu haben.

Wer anhand dieser Beschreibung latente Ähnlichkeiten mit meinem Comic "Der Tod und das Mädchen" zu erkennen glaubt, hat absolut recht. Ich berufe mich selten auf direkte Vorbilder, aber dieser Film hat mich zweifellos beeinflusst.

     

Nelly & Monsieur Arnaud Regie: Claude Sautet (F 1995)

Dieser Film ist kein wirkliches Drama und kein wirklicher Heulfilm. Aber er hat genau diese ruhige Melancholie, diese Hoffnungslosigkeit, die ich persönlich so mag.
Es handelt von dem nicht mehr ganz so jungen, wohlhabenden, bibliophilen Monsieur Arnaud (Michel Serrault) und der jungen Nelly (E.Béart), deren Ehe eben gescheitert ist. Zwei Menschen, die sich über den Weg laufen, die so gar nicht zueinander passen, die aber doch fast zueinander finden. Fast. Denn letztlich soll wieder nichts so sein, wie man es hofft. Dasselbe Muster wie "The Ghost and Mrs. Muir"? Vielleicht. Aber französischer.

     

Was vom Tage übrig blieb Regie: James Ivory GB 1993

Der Heulfilm aller Heulfilme schlechthin. Wem es hier nicht die Kehle zuschnürt, der lügt! Zugegeben, es ist wieder dasselbe Muster, wie schon bei den beiden vorangegangenen Filmtipps, aber diesmal britisch.
Der Film handelt von der Dienerschaft eines englischen Landhauses in den 30er/40er Jahren. Anthony Hopkins als Butler Stevens, Emma Thompson als Haushälterin Miss Kenton. Gegenseitige Anziehung, trennende Konventionen, und dann auch noch der zweite Weltkrieg. Stevens, der seinen beruflichen Zwängen nicht entkommen kann, die junge Frau, die das Leben und die Freiheit sucht und sich in die Ehe mit einem anderen stürzt. Bis sich Butler und ehemalige Haushälterin viele Jahre später wieder begegnen. Taschentücher!!!

     
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© Nina Ruzicka www.cartoontomb.de