Von Twitter, Fans und Autogrammen
Geschrieben in Ninas Privatkram am Sonntag, 20.11.2011Hier mal was zum Amüsement meiner armen, ausgezehrten Momentan-leider-nicht-Leser, die Enthüllung des Tages: Nina ist auch ein Fan, verhält sich als solcher aber wie ein richtiges Ei.
Nun, die Details: Auch ich bin ein Menschlein mit Vorlieben und Begeisterungsfähigkeit, dabei haben es mir vor allem Stimmen angetan. Vorzugsweise Singstimmen, mitunter aus Sprechstimmen. Eine Singstimme, die ich künftig sicher weiter verfolgen werde, ist zB die von Dagmar Hellberg, die ich erst durch “Sister Act” entdeckte und die der Grund ist, warum ich es nicht bereue, die Show gesehen zu haben (ansonst ist das Stück nicht so mein Ding, alle Liebhaber mögen mir verzeihen).
Eine andere Stimme, die ich schon länger verfolge und für die ich unlängst sogar extra nach Berlin gereist bin, gehört Drew Sarich. Und weil der eben so nett ist, habe ich gestern etwas getan, das ich bislang noch bei niemandem getan habe – ich habe in einem Anfall von Draufgängertum auf einen seiner Twitter-Posts geantwortet. Ein belangloser Kommentar, was bringt man in 140 Zeichen schon unter, aber siehe da – er hat zurückgeantwortet. Und dem verdanke ich die (eh nicht neue, aber sich nun verfestigende) Erkenntnis: Nina ist ein richtiges Fangirlie. Ich hab mich nämlich wie ein Schneekönig über diese Antwort gefreut, die wurde auch gleich weggespeichert, damit sie nicht verloren gehen kann. ;-P
In weiterer Folge musste ich dann wieder darüber nachdenken, dass ich, wenn schonmal Fan, ein absolut mieser bin. Ich gestehe, ich hab mir schon 3 Autogramme von dem Herrn geholt, obwohl ich eigentlich mit Autogrammen absolut nichts anfangen kann, es geht dabei ja eher darum, dem Objekt der Bewunderung nahe zu kommen. Das ist für mich eine kuriose Erfahrung, weil ich sonst eher am anderen Ende des Stiftes sitze. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass ich auch nur annährend an Drew Sarichs Popularität heranreiche, aber wenn man sich nie Autogramme holt, nur ab und zu welche gibt, dann ist das erste selbst geholte eben eine Novität. Und da fand ich mich dann in einer Position wieder, die ich von der Vis-à -vis-Seite eigentlich überhaupt nicht mag bzw. mit der ich nicht umzugehen weiß: Ich bin einer von jenen Fans, die’s Maul nicht aufkriegen bzw. die in ein paar Meter Abstand dastehen und bloß starren. Das ist SEHR befremdlich, ich weiß nicht, ob es für den geneigten Leser nachvollziehbar ist… aber wenn ich Autogramme gebe, dann finde ich solche Leute ein wenig unheimlich. Die, die nix sagen, nur dastehen und starren. Ich weiß dann nie, was die eigentlich wollen und was sie sich denken. Mir persönlich sind jene Fans am liebsten, die ganz normal auf einen zukommen, ein bisschen plaudern und um Gottes Willen nicht versuchen, mich mit irgendwelchen ausgetüftelten Kommentaren zu “beeindrucken”. Tatsache ist nämlich, dass man, wenn man von einer größeren Anzahl Menschen umringt und um eine Unterschrift gebeten wird, sich keins der Gesichter merkt. Es sei denn, man kennt die Person schon längere Zeit. Aber im Pulk – keine Chance, da geht das eine Gesicht, das nächste kommt, und wenn jemand ein Scherzchen fallen lässt, lacht man eine Sekunde lang und hat’s in der nächsten schon wieder vergessen. Das ist aber immer noch besser, als die Personen, die nur dastehen und einen mit Eulenaugen anglotzen.
Tja, und nun muss ich feststellen, dass ich in der umgekehrten Position genau so eine Eule bin. Das ist grässlich. Gibt’s nicht irgendwo eine Kurs “Wie werde ich ein guter Fan”?
Nun ja. Soviel dazu. In Wien ist es grau und trübe. Ich werd mir jetzt zur Aufmunterung vielleicht nochmal meine Twitter-Antwort durchlesen. ;-))

*seufz* Wenn es so einen Kurs jemals geben sollte, wäre ich auch dabei…
Leider Gottes bin ich nämlich auch jemand, der absolut kein Wort mehr raus bekommt, bzw. zum Sprachlegastheniker mutiert, wenn er das “Objekt der Begierde” vor sich stehen hat.
Ich würde ja auch niemanden mit irgendwelchen Supersprüchen beeindrucken wollen, aber ein kurzer Smalltalk würd mich freuen… :-/
Bin also auch für jeden hilfreichen Tipp dankbar!
hihi – also gegens Plaudern hab ich ja nichts; auch nichts gegen das “Starren”, weil grad die Worte vor lauter Hingerissenheit im Munde steckenbleiben. Was ich für mein Teil überhaupt nicht vertrag ist … die Menschentraube. Das verknus ich um die burg nicht. Da komm ich dann nicht mal nahe genug an das “Objekt der Begierde” heran, um ein Autogramm zu ergattern, geschweige denn, mich in dessen Licht zu aalen wie eine zu lange in dunkler Höhle verrottete Muräne, die vom Taucher mit der Taschenlampe üppig beschenkt wird.
Gleichwohl – so mein Bekenntnis – hab ich viel weniger Probleme gehabt, all meinen Schwierigkeiten in bezug auf soziale Interaktion zum Trotze, mit Dir, Nina, ins Reden zu kommen, und in Subsequenz ein Autogramm zu ergattern. *gg* Auch wenn das Lokal, in dem das stattgefunden hat, ,meine Fluchtimpulse nachgerade übermächtig ausgelöst hat.
In diesem Sinne – Nein, du bist kein schlechter Fan deswegen, und ja, dies ist menschlich. *gg*
@ distant: Ich meinte ja auch nur schlechter Fan aus meiner eigenen Perspektive. Dass ich also genau so bin, wie ich es umgekehrt nicht so mag. Was weder bedeutet, dass die schweigenden Fans schlecht sind, noch, dass jeder das so empfindet. Unterm Strich sind das vermutlich alles nur Unsicherheiten, aber mein Bekenntnis sollte ja weniger der Psychoanalyse denn dem Amüsement dienen.
Und ja, es sind natürlich auch die Menschentrauben, die nerven. Man will als Fan ja am liebsten mit seinem Idol alleine sein und ihn oder sie beeindrucken. Denn was gibt es schöneres, als im Gedächtnis des Idols zu bleiben. Aber das funktioniert eben nicht, wenn man Eule spielt. ;-)
@ Can Tho: Besser kann man es gar nicht ausdrücken!
So ein “Zusammenstoßen” hatte ich tatsächlich, hat aber auch nix geholfen. Ich bin nämlich mit Herrn Sarich im selben Flieger nach Berlin gesessen, und als er so an mir vorbei ging, konnte ich nicht umhin ihm zu sagen, dass ich extra seinetwegen nach Berlin fliege. Er war nett und freundlich wie immer und meinte “Dann bis später”, aber ich hab mir dann den Kopf darüber zerbrochen, ob das nicht vielleicht blöd von mir war, umso mehr, als ich für die meisten Menschen immer aggressiv wirke (sagen mir jedenfalls meine Arbeitkollegen). Naja. Wie sich das Fangirlie halt so sorgt.
Ich glaube, das liegt am Abstand und am Grad der Bewunderung. Ich war noch nie in der Situation, einmal einem absoluten Objekt der Begierde so nah zu sein (etwa beim Holen eines Autogramms), aber ich könnte mir vorstellen, daß da einfach das Bedürfnis herrscht, sich NICHT zu blamieren. Man möchte vielleicht etwas sagen, klar, aber das soll ja dann nichts peinliches sein, keine Platitüde oder ein Kompliment, das derjenige (gedacht oder vermutlich) am Tag tausendmal von seinen Fans hört, sondern etwas einmaliges, besonderes… und wenn derjenige auch noch einem anderen Sprachkreis angehört, verflüchtigt sich eventuell auch das sonst täglich im Schlaf beherrschte Englisch ins Nirwana oder die Aussprache geht im freien Fall den Bach runter und verkommt zu einem unverständlichen Brei. Ich meine: wer kommt denn schon als Durchschnittsfan auf die Idee, daß der Mensch hinter dem Tisch vielleicht tatsächlich bereit ist, einige normale Sätze mit einem zu wechseln und nicht genervt ist, weil er so langsam, aber sicher einen Krampf in der Hand hat? Für den Fan ist das ja eine Art Gott, der man sich da nähert…
Sprich: gesetzt den Fall, ich würde irgendwann mal die Chance haben, zum Beispiel einem von mir hochgeachteten Schauspieler gegenüberzustehen, sagen wir: Timothy Dalton oder Frank Langella – dann würde ich drum beten, daß ich mit ihm an einer Straßenecke zusammenstoße, anstatt in einer langen Schlange um eine Kritzelei auf einem Nullachtfünfzehnfoto anzustehen. Denn dann würde selbst die Wartezeit in der Schlange nix nützen… im Gegensatz zum “unverhofft kommt oft”, das die Zunge vermutlich lösen würde. Dein Twittererlebnis ist klasse – aber da es auf Abstand war und du dir deine 140 Zeichen sorgfältig abwägen und korrekturlesen konntest, war es schlicht einfacher, als sie laut auszusprechen, vermute ich mal…
Das einzig vergleichbare Erlebnis dieser Art, das ich verbuchen kann, war bei einem Star Wars-Event in einem Freizeitpark, als wir (sechs Mädels teils deutlich erwachsenen Semesters *g*) uns auf das Objekt unserer Begierde stürtzten: Darth Vader. Wir trugen T-Shirts mit entsprechendem Aufdruck (“Vader Groupie – Nothing comes between me and Darth Vader”), verteilten (an alle Kostümträger) selbstgebackene Star Wars-Cookies und wollten Fotos – natürlich hauptsächlich mit ihm. Da wir das Glück hatten, ein extrem Nettes Exemplar zu erwischen, kamen wir auch ins Gespräch – und es entwickelte sich aus dieser Aktion eine herzliche Freundschaft. Aber hier waren auch die Vorzeichen andere – und die ganzen Umstände inklusive der Atmosphäre im Park und vermutlich auch der Tatsache, daß wir eine Kunstfigur vor uns hatten…
Fan-Girlie, also wirklich. Jetzt hast es geschafft. Jetzt sitz i da und halt mir die Seiten und krieg mich nicht mehr ein vor Lachen. *roflmao*
Oh, das weckt Erinnerungen…
Ich bin schon sehr lange Fan eines hierzulande eher unbekannten Mannes Namens Henry Rollins. Und einmal stand ich tatsächlich vor ihm und wollte ihn um ein Autogramm bitten…
Vergiß es, der Bereich meines Gehirns mit der englischen Sprache hatte komplett abgeschaltet, ich stand einfach nur da, habe ihn angestarrt und muß ausgesehen haben als wäre ich geistig schwerstbehindert…
Mein damaliger Freund hat mir dann die DVD-Hülle aus der Hand genommen, ihm gegeben und gesagt das ich ein großer Fan von ihm bin und er die bitte für mich unterschreiben solle…
Peinlichster Moment meines Lebens!
Nichts desto trotz werde ich nächstes Jahr an seinem Geburtstag 2 Stunden zu seiner Show in Mannheim fahren, Mittags damit ich nicht im Berufsverkehr lande, um aus sicherer Entfernung ein Geburtstagsgeschenk auf die Bühne zu werfen…
Fangirl eben *rotwird*
Ich stelle fest, in derselben Stadt wie das Idol zu wohnen, macht die Sache auch nicht leichter. ;-)
Aber falls wer von euch den Comic weiterlesen will und gute Verbindungen zu Herrn Sarich hat, dann bringt ihn doch dazu, mir in den Hintern zu treten, das wäre der ideale Motivationsschub. (jk, das ist ein SCHERZ, bitte also nicht in meinem Namen den armen Mann stalken ;-))
aw,… aber leute von ansichten zu überzeugen ist der größte freizeitspaß eines cultes….
ich seh schon die roben und fackeln, wenn wir vor seiner tür stehen und sagen die göttin wünscht euren arschtritt…..XD
ein guter fan ist man nebenbei wenn man sich vom fanatismus nicht überwältigen lässt^^
Du, Wolfdietrich, sei ganz ruhig. Wegen deines Kniefalls damals am Gratis-Comic-Tag krieg ich heute noch Meldungen von meinen Arbeitskollegen. Die haben das nämlich ERNST genommen und halten dich jetzt für genau die von dir beschriebene Art von abgedrehtem Fan. ;-P
Im übrigen hast du einen Doppelgänger in Berlin. Bis auf 10 Meter sieht er dir verdammt ähnlich, aber dann merkt man, dass der Bart nicht so dicht ist.
wui *prust* da legst dich nieder! Was gibts denn da für eine nette Geschichte? Kniefall? Kollegen, die Meldungen schieben? ist ja schlimm, das. ^^
oh erhabenste Göttin ich bin ein abgedrehter Fan^^. Ich bemüh mich allerdings sehr das in lächerliche zu ziehen.
@ distant: es gibt nicht viel zu erzählen. wenn man schon hin pilgert zu einer Audienz, dann fällt man zur Begrüßung vor dem temporären Schrein auch auf die knie, und bekundet seinen Respekt und seine Verehrung.
Und weil’s so schön war, zum Abschied auch nochmal^^
Oh das mit dem Fan-Sein kenn ich gut, wenn man dann plötzlich seinem Idol gegenübersteht und den Mund nicht aufkriegt – wobei: Eine Eule bin ich eh schon – Brille auf der Nase und in der Nacht aktiver als am Tag – .
Da fällt mir ein, sollte irgendwann einmal das Wunder geschehen und es zu einer persönlichen Begegnung mit Nina kommen, werde ich vermutlich zur kniefallenden Eule mutieren. ;) Oder nur lauter Blödsinn stammeln. ;) Oder noch schlimmer: beides. ;)
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*einen sockel für nina aufstell* *ein denkmal für nina meißel*
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VhG
Andrea
P.S. Oh, das mit den Autogrammen – nur holen – kenn’ ich gut. Habe schon viele Autogramme von berühmten Persönlichkeiten gesammelt u.a. von Nina *freu* und von Mirjam Weichselbraun (Schauspielerin, Moderatorin) und den Zwillingen Birgit und Bettina Westhausen (Immenhof Filme der 1970er Jahre), sowie von : Michael Niavarani, Eva Marold, Susanne Pöchacker und Monica Weinzettl (“Was gibt es Neues” – Aufzeichung, Februar 2008 in Wien) – leider nicht von Ulrike Beimpold, die zwar bei der Sendungsaufzeichnung dabeigewesen ist, aber keine Zeit gehabt hat.
Das Problem ist nicht unbedingt dass man nichts rausbekommt wenn man vorm Objekt der Begierde steht, sondern dass einem schlagartig bewusst wird, dass man dem Typen da gegenüber absolut nichts zu sagen hat. Soll man einem Schauspieler sagen, wie toll er nicht im letzten Film war? Oder einem Sänger wie schön das Konzert? Oder wie sehr er von mir bewundert wird? No na wird er das – warum sonst bin ich da?
Andererseits ist klar, dass der Gegenüber sich genau Nüsse dafür interessiert, wies mir so geht.
Was bleibt ist das Gefühl dem Bewunderten mal kurz nahe zu sein. Und da muss man nix sagen…
Geht zumindest mir so.
Bitte das Geschriebene geschlechtsneutral zu interpretieren.
@ tomjones: YESS. Genau das isses. Genau das denke ich mir auch. Natürlich will man sich mit seinem Idol unterhalten, aber eben ganz NORMAL, am liebsten in ein Kaffeehaus setzen und ein halbes Stündchen oder so plauschen. Aber das geht logischerweise nicht (die Idole, die sich am Bühneneingang einfach so von Fans auf einen Kaffee einladen lassen, kann man verständlicherweise an den Zehen einer Hand abzählen). Es bleiben einem nur wenige Sekunden, um den ultimativ weisesten Satz der Welt rauszulassen, und den hat man natürlich nicht parat. Auch wenn man sich vorher den Kopf darüber zerbricht. Dann wird’s bestenfalls ein gequälter Versuch, originell zu wirken. Ach, ich will lieber gar nicht darüber nachdenken!
Im übrigen: Falls mir irgendjemand die nächsten Tag etwa unglaublich wichtiges zu sagen hat, sei er/sie bitte nicht verstört, wenn ich nicht antworte. Mein Internet ist tot. Ich kann lediglich ein paar Minuten pro Tag in der Arbeit reinschauen, und das nur unvollständig. Ich melde mich, wenn ich wieder vollständig online bin.