Filmkritik: Harry Potter and the Deathly Hallows, Part 1
Geschrieben in Medienkritik am Sonntag, 28.11.2010So, hier eine wirklich kurze Kritik, weil ich nicht viel Zeit habe.
In aller Kürze: Mir hat der Film sehr gut gefallen. Und das, obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass er sehr starke Kontroversen auslösen wird, denn für sich als Film gesehen, ist er möglicherweise etwas langweilig. Kommt ganz darauf an, was man sich davon erwartet. Wer einen Abend lang unterhalten werden will, der sollte sich HP 7/1 NICHT ansehen.
Aber wie immer man dazu steht, eins muss selbst der übelmeinendste Kritiker eingestehen: Dieser Film hält sich von allen bisherigen am strengsten an die Buchvorlage.
Und wer jetzt weiterliest, wird gespoilert.
Warum mir der Film gefallen hat: Er hat nicht versucht, die auch im Buch sehr lange und sehr deprimierende Reise des Trios durch die Wälder, auf der Suche nach Horcruxen und einer Möglichkeit, sie zu vernichten, zu beschönigen oder zu kürzen. Im Buch zieht sich dieser Teil, ebenso im Film. Zugegeben, man hat weder beim Buch noch beim Film das starke Bedürfnis, diese Sequenz gleich ein zweites Mal zu lesen oder anzusehen. Aber im Nachhinein betrachtet bin ich sehr froh darüber. Wenn dem Buch (und dem Film) hier etwas gelingt, dann ist es, die Trostlosigkeit, die Leere und Einsamkeit, die die drei Helden durchmachen, nachempfinden zu lassen. Das ist der Kernpunkt. Klar, wer unterhalten werden will, wird hier nicht bedient. Aber gerade deshalb finde ich, dass es ein guter Film ist – er wagt etwas. Er wagt, gegen Mainstreamerwartungshaltung, gegen jegliches Marketingkonzept zu verstoßen, und uns eine geballte Ladung Depression ins Gesicht zu blasen. Toll!
Interessanterweise sind dann genau die Szenen, in welchen wieder mehr “Handlung” einsetzt, nicht mehr so eindrücklich. Wenn auch gut gelungen.
Dobbys erneutes Auftreten wirkte etwas gehetzt, außerdem wurde er scheinbar in letzter Sekunde reingebastelt, er wirkte wesentlich künstlicher als Kreacher.
Ein bisschen schade fand ich es, dass auf die Versöhnung mit Kreacher verzichtet wurde, andererseits wurde diese im Buch für meinen Geschmack dann auch wieder etwas zu sehr übertrieben. Aber der Mitleidseffekt fehlt, weil man nicht erfährt, wie Kreacher durch Voldemort leiden musste.
Als Harry und Hermione im Film tanzen, stöhnte ich zunächst, weil ich befürchtete, nun eine Comic relief-Szene vorgesetzt zu bekommen. Es war aber ganz anders – wieder deprimierend! Sehr gelungen.
Wie gesagt, ich kann mir gut vorstellen, dass viele von diesem Film enttäuscht sein werden. Ich bin jedoch voll auf meine Rechnung gekommen – ich habe Düsternis und Melancholie erwartet und genau das bekommen. Jetzt bin ich schon gespannt, ob der zweite Teil meine hohe Erwartungshaltung erfüllen wird. :-)

Jep “Dobby” und “Kreacher” stammen aus dem Computer – doch in einem Making-Off hab ich gesehen, dass Menschen dahinterstecken, damit Dan , Emma und Rupert nicht ins “Leere hinein” spielen müssen. Später werden die Menschen durch die computergenerierten Figuren ersetzt.
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Ich hab’ den Film noch nicht gesehen, bin aber sehr neugierig darauf. Schade, dass “Harry” und “Hermine” nicht zusammenkommen. :(
@ Andrea: Du missverstehst. Mir ist schon klar, dass die Elfen computeranimiert sind, danke. Aber Kreacher ist technisch wesentlich realistischer gelungen, Dobby sah einfach deutlich unechter aus.
@Nina
Achso das meinst du.
Heute ist wohl nicht mein Tag – wir schreiben ständig aneinander vorbei. ;)
Wie hat Dobby für dich in “Harry Potter und die Kammer des Schreckens” (Harry Potter and the chamber of secrets) ausgeschaut ? Auch echt ? Oder ehe computeranimiert ?
Hier kann ich mich mal größtenteils anschleißen: Ich fand den Film klasse, er ist definitiv der beste Harry Potter-Film. Schade eigentlich, dass man so lang gebraucht hat, bis die Harry Potter-Filme gut geworden sind, aber ich denke, das liegt auch daran, dass jetzt durch die Zweiteilung des Filmes mehr Raum ist… das merkt man natürlich.
Ein paar Sachen fehlen zwar auch hier, aber das Buch ist wohl auch zu komplexx, um richtig und ganz umgesetzt zu werden.
Ich verstehe nicht ganz, was du damit meinst, wenn du sagst, die Szenen mit mehr “Handlung” seien nicht so ganz eindrücklich. Ich kann mir da keinen Reim drauf machen, möchtest du ein Beispiel geben?
@ Lothiril: Mit Handlung meine ich zB die Gefangennahme des Trios im Wald und die Verfrachtung nach Malfoy Manor. Irgendwie… war’s das nicht. Ich kann nicht genau sagen, warum, aber mir hat die Bedrohung gefehlt, obwohl fast alles da war. Aber dass Wormtail sich nicht selbst erwürgt hat, hat mich schon gestört, und Dobbys Begräbnis verlief auch überaus gehetzt.
Ich weiß nicht, aber in den Szenen, als die drei einfach quer durchs Land liefen und Ronn immer eifersüchtiger wurde, da war ich von dem Film wirklich gepackt. Bei der Fluchtszene aus Malfoy Manor hingegen nicht, obwohl ich bei Dobbys Tod (beim Lesen) üblicherweise ständig heulen muss.
So, endlich mal früh genug einen Film gesehen um mitreden zu können ;-)
Ich stimme teilweise mit Nina überein. Gut ist, es gibt Düsternis, schlechte Stimmung im Trio etc. wie im Buch, man hatte genug Filmzeit um sich näher an die Vorlage zu halten und Ron ist so richtig schön unsympathisch wie im Buch.
Aber ich finde man hätte die Reiserei ruhig ein wenig kürzen können um eben so Dinge wie Wormtails Erwürgen, Kreachers Geschichte und eventuell auch noch “Was könnten die Horcruxe sein” reinzubringen. Zeit wäre genug gewesen.
Da ich den Film mit 1 nichtlesenden Person gesehen habe ein paar Kritikpunkte dahingehend: Eine (frühere) Erklärung was Hermione da am Anfang macht (übrigens eine Szene die mir gut gefällt, obwohl nicht im Buch) und v.a. warum wäre nicht schlecht gewesen.
Ebenso warum die Dursleys nun eigentlich verschwinden müssen.
Außerdem hätte es anscheinend auch nicht geschadet, die Horcruxe früher besser vorzustellen, denn die wurden dann mit den Deathly Hallows verwechselt (von der nichtlesenden Person).
Alles in allem läßt sich sagen hier fängt es sich spätestens zu rächen an, dass früher soviel (m.M.n. teils unnötig) ausgelassen wurde. Wieso taucht Dobby auf einmal wieder auf? Was können die Horcruxe sein etc. Wieso haben sie die Kampfszene aus Buch 6, die Bills Narben erklären würde und in der man z.B. ihn und Fleur (dich Hochzeit) auch einführen hätte können gestrichen, wenn doch in 7.1. ohnehin keine Konkurrenzschlacht stattfindet?
Und eine “Schwäche” des Teams, der letzten Filme, sie kriegen meiner Meinung nach Sterbeszenen nicht gut hin. Dumbledores Tod war für mich schon eine emotionale Enttäuschung, und auch Moodys, Dobbys und Wormtails (Nicht) Tod waren für mich nicht berührend genug umgesetzt. Ich hoffe sie werden wenigstens Fred und den vielen anderen im letzten Film gerecht, sie hätten es verdient.
Hat jetzt nichts mit dem Film zu tun, aber warum zeigt man in den Trailern für den aktuellen Film Szenen aus dem 2. wie den Drachen, Voldemort im Wald etc.? Angst, dass sich den 1. Teil außer den Fans sonst Keiner angesehen hätte ohne diese Actionsequenzen?
Und trotz der ganzen Kritik, nein ich hätte es selbst bestimmt auch nicht besser hingekriegt, kritisieren ist immer leichter als selbst besser machen.
Vornweg: :) Ich fand ihn auch ganz toll! Teil 5 und 6 sind bei mir auf den letzten Plätzen, aber der 7.1 schafft es wieder ganz nach vorn.
Ok, ein paar der Kritikpunkte seh ich ein, aber oft wurden ja kleine Änderungen gemacht, um Plausibel zu bleiben ohne viel Erklärungen zu machen. (eben um Dobby wieder einzuführen bei Mundungus Aufgreifen, oder das Medalion einfach als RABs Eigentum auszugeben [warum hätte V. aus einem Black-Erbstück ein Horcrux machen sollen?] um einige andere Erklärungen zu sparen)
Eine Regel im Film ist ja “zeigen, nicht erklären” und viele Sachen waren halt schlecht visuell darzustellen. Ich fand es schade, das man zb. Ron die Sache mit dem Lichtball erklären lassen hat, das klang so schon irgendwie dämlich *G*, hätte es lieber in einem Rückblick gesehen…
Nun ich warte mal auf den nächsten Teil, vlt. lösen sich dann einige Sachen noch auf…ich denke nich, das Wurmschwanz tot ist, der kommt sicher nochmal wieder und vlt. erwürgt er sich dann doch noch *G*
Aber diesmal sind das wirklich nur Kleinigkeiten und nerven mich überhaupt nicht…im Gegensatz zu dem Krempel der im 5. und 6. verzapft wurde.
:)
Den fünften fand ich grausig schlecht, der 6. Naja und den 7.1. nun halte ich für einen der besten. Vorllam stimmt es, sie haben sich sehr nah an die Buchvorlage gehalten.
Teilweise sehr Nazizeit-mäßig das ganze, Gänsehaut bei der Szene, als der Radiosprecher sagt: “Heute ist die Liste nicht so lang”, und dann die Namen aufzählt …
Dobbies Tod war rührend, die Grabschaufelei fand ich aber im Buch weitaus emotionaler als im Film.
Schön finde ich, dass Daniel Radcliff es nun irgendwie seit dem 6. begriffen hat, und das macht, womit Rupert Grint schon lange begonnen hat : Schauspielern.
Eine komödienhafte Seite, hat der Kerl.
Teilweise war der Film wirklich witzig, meine Lieblingsszenen: Als Harry die riesige Flamme emporsteigen lässt, und Kreachers Bäh-Gestocher in Mundugus.
Und die sieben Potters waren natürlich auch klasse.
Auch, wenn das vielleicht wieder Diskussionen gibt oder man sich darüber streiten kann, für 12jährige halte ich den Film nicht für geeignet.
Jupp, ich gebe der Wölfin Recht: ab 12 ist der Film nicht, eher ab 14, aber dafür gibt es in D zumindest keine Einteilung. Als ich ihn gesehen habe, waren jede Menge kleine Kinder im Kino, die DEFINITIV noch keine 12 gewesen sein KÖNNEN, die aber wahrscheinlich ihre Eltern so lang nervten, bis diese sie als älter ausgegeben haben – andererseits ist bei den meisten Bratzen heutzutage eh kaum noch was zu traumatisieren, wenn schon in der Grundschule gemobbt wird wie “zu meiner Zeit” in der Oberstufe. Zugegeben, ich bin nicht so der Kinderfan.
Wie dem auch sei: ich fand das Buch schon grottenschlecht, darum freute es mich auch nicht gerade, dass ausgerechnet DIESER Teil so nah am Buch war – und die Zweiteilung gab’s auch nur Gott Mammon zum Gefallen.
Die Schauspieler (auch gerade Jason Isaacs, von dem ich ansonsten viel halte) waren irgendwie alle auf Droge, die Tricks vollkommen überfrachtet, Dobby miserabel animiert und Ralph Fiennes hat ziemlich genau auf die gleiche Art gespielt, wie damals in “Roter Drache” – auch ein super Kinderfilm, wenn man denn die Altersfreigabepolitik noch einmal betrachtet…
Der Inhalt – nun ja: es wurde halt gekillt, was JKR so gerade im Wege war: niedliche Schneeeulen, glubschäugige Computerelfen, diverse Sympathieträger (d.h., die meisten dürfen ja dann im endgültigen Showdown im zweiten Teil ihr Leben aushauchen) und so ziemlich jede Nebenfigur, gaaaaaaaaaaaaanz großes Kino.
Als ich aus der Vorstellung kam, wollte ich am Liebsten gleich die Bücher zum Verkauf ins Internet setzen – das Gleiche empfand ich aber auch schon, als ich das 7. Buch ausgelesen hatte. Besonders das ach so geheimnisumwitterte letzte Kapitel, das ja jahrelang angeblich in einem Tresor lagerte, gab mir damals den letzten Rest: SO EIN SCHMARRN!
PS: Ich hab mir den Film NICHT freiwillig angetan und wenn ich es vermeiden kann, werde ich mir den zweiten Teil auch nie anschauen. *seufz* Sorry, ich fand’s einfach nur mistig und das einzig Positive für mich war die Ausstattung.
Lass mich raten: Du bist auch sonst eher kein Fantasy-Konsument…?
;) ich glaub so könnte meine Rezension ausfallen, wenn mich jemand in einen der “SAW” Filme geschleppt hätte…
…wenn man doch vorher schon weiss, das man den Stoff nich mag *G* warum gibt man dann dafür Geld aus?
Solche Posts wie die von Hesine verstehe ich nicht ganz. Ich bin kein großer Freund von Star Wars, wobei ich die Serie einfach nur uninteressant finde, nicht abgrundtief hasse. Ich käme jedoch nie auf die Idee, in ein Star-Wars-Forum zu gehen oder auf einen Star-Wars-Blogbeitrag zu antworten und dort zu posten, wie schlecht ich SW nicht finde. Cui bono?
Was ich natürlich schon befürworte, ist konstruktive Kritik, die kann man aber meines Erachtens nicht abgeben, wenn man eine Sache prinzipiell nicht mag. Dann sollte man sie wohl lieber meiden und ihn den Leuten überlassen, die sich daran zumindest teilweise ergötzen.
Ich fand das 7. Buch generell sehr gut, mit einigen Abstrichen. Das letzte Kapitel war im übrigen schon längst nicht mehr das, was jahrelang vorher als “im Tresor liegend” beschrieben wurde, Rowling hatte es im Laufe der Zeit doch umgestaltet. Nicht unbedingt zum Vorteil, wie ich meine, denn das letzte Kapitel war zwar informativ, aber doch sehr kitschig.
Aber egal. Mir gefiel der Umstand, dass es eigentlich in der gesamten Serie um den Tod ging. Wer das nicht sehen kann oder will und nur an den oberflächlichen Dingen wie der Zauberei hängen bleibt, dem sei das belassen, aber wenn ein Autor selbst sagt, dass genau dies die Intention war, dann ist es so, da hilft auch kein Negieren. Dann kann man nur darüber debattieren, ob dieser Inhalt für jedermann verständlich genug transportiert wurde, nicht aber, ob er überhaupt vorhanden ist.
Wie auch immer – Hesines Kommentar ist zu entnehmen, dass sie wohl irgendwann mal die Bücher mochte, diese sich dann aber in eine für ihr Empfinden falsche Richtung entwickelten. Das ist Kismet. Es passiert ausnahmslos jedem Autor, der einer längere Geschichte entwickelt, dass ihm Leser abspringen. Und mir ist es auch schon passiert, dass sich meine anfängliche Begeisterung über eine Serie in Enttäuschung gewandelt hat.
Ach ja, eine Sache hatte ich ganz vergessen. Den animierten Part, in dem die Geschichte mit den drei Brüdern erzählt wird fand ich extrem toll !
Stimmt, das hatte ich auch vergessen. Die Animation war einfach nur großartig. Vor allem, weil sie völlig aus dem üblichen Muster ausscherte – es war keine realistische, sondern eine relativ abstrakte Animation.
Erklärung: ich habe die ersten 6 Harry Potter – Bände verschlungen, die ersten 5 Filme stehen in meinem Regal und ich bin durchaus das, was man einen Fan nennen könnte – bis zum 7. Buch!
Ich gucke gern Fantasy-Filme, lese Fantasy-Bücher, auch “Action” und SciFi, aber wogegen ich mich absolut wehre, ist der totale Konsum-Terror, der mit der Zweiteilung vom 7. HP-Band in der Verfilmung seinen Höhepunkt findet: der vierte bis sechste Band sind inhaltlich wesentlich reichhaltiger als der siebte, warum also wurde gerade das inhaltsschwächste Buch von allen so unnötig aufgeblasen? Um noch mehr Geld zu verdienen.
Und aus dem gleichen Grund wurde die Altersfreigabe auf 12 Jahre festgelegt: damit noch mehr Leute reingehen und die Kassen klingeln. Es ging bei den Verfilmungen nie darum, sich wirklich inhaltlich mit den Büchern auseinanderzusetzen – dass nun plötzlich auf einmal Platz für die Kernaussage ist, nämlich dass es mehr als schwierig ist, seinen moralischen Grundsätzen treu zu bleiben und jeder (wie Ron) auch einmal daran zweifeln darf, ist nur das Nebenprodukt einer Maschinerie, die wohl die Wenigsten mit “Moral” oder gar “Anstand” verbinden.
Klar, es geht immer nur ums Geld, egal, wohin man schaut. Aber es geht mir absolut gegen den Strich, so vorgeführt zu werden!
Um es kurz zu machen: ich empfand das siebte Buch als relativ lieblos zusammengeschriebenes Werk einer wahrscheinlich schon vollkommen genervten Autorin. JEDEM Schriftsteller wird gewährt, Buchreihen abzubrechen, zu unterbrechen oder sich etwas völlig Neuem zu widmen, nur nicht JKR! Vielleicht hatte sie sich von Anfang an übernommen, zu viele Erzählstränge, zu viele Protagonisten eingeführt, aber sie so derart radikal zu reduzieren, tat (meiner bescheidenen Meinung nach) nicht Not.
Beispiel Hedwig: warum durfte sie nicht einfach davonflattern und gut? Tiere sind so (außer Hunde), warum musste sie unbedingt in Rauch aufgehen? Oder Dobby, Tonks und Lupin, genauso sinnlos wie Sirius in Band 5 – nur um deutlich zu machen, dass es immer Opfer geben wird? Dass jede Hoffnung vernichtet werden kann, kaum, dass sie aufgekeimt ist? Da gibt es wesentlich feinfühligere Arten, das zu beschreiben.
So sehr mich der Schmalzfaktor im berühmten letzten Kapitel auch umgeworfen hat, EIN Gutes war dabei: Draco und Harry sind KEINE Busenfreunde geworden. Das war aber auch schon alles.
Und ja, die Animation der Geschichte von den Drei Brüdern war wirklich gut gemacht und ein Pluspunkt der Verfilmung. Ebenso die Ausstattung, aber das schrieb ich oben schon.
Auch, dass die Leistung der Schauspieler (im Gegensatz zu den vorangegangenen Filmen) schwer nachgelassen hat – Fiennes spielt konsequent (nur zu gruslig für einen Film ab 12), zu Isaacs und Bonham Carter fällt mir nur “Overacting” ein, Felton war immerhin anwesend… und das Trio hat definitiv keinen Kinderbonus mehr.
Ich bin schlicht und ergreifend enttäuscht vom 7. Teil – sowohl als Buch wie auch als Film – und habe das begründet. Ausreichend, würde ich sagen. Ob konstruktiv, darüber lässt sich streiten – erstens ist das Buch schon seit 3 Jahren auf dem Markt und daran lässt sich nichts mehr ändern, zweitens wurden beide Filme zu Band 7 zusammen gedreht und daran lässt sich auch nichts mehr durch Kritik verbessern.
Außerdem dürfte es den Verantwortlichen herzlich egal sein, was ICH dazu meine – solang es noch genug Leute gibt, die ins Kino strömen und später die DVDs kaufen. Geht schließlich ums Geld und nicht um Qualität.
@Hesine
“Ich gucke gern Fantasy-Filme, lese Fantasy-Bücher, auch “Action” und SciFi, aber wogegen ich mich absolut wehre, ist der totale Konsum-Terror, der mit der Zweiteilung vom 7. HP-Band in der Verfilmung seinen Höhepunkt findet: der vierte bis sechste Band sind inhaltlich wesentlich reichhaltiger als der siebte, warum also wurde gerade das inhaltsschwächste Buch von allen so unnötig aufgeblasen? Um noch mehr Geld zu verdienen.
”
Das sehe ich genau wie du. Mir hat der 3. Band persönlich am Besten gefallen, weil eben von Anfang bis zum Ende nicht sicher ist, wer nun gut und wer nun böse ist bzw. wer Freund und wer Feind ist.
Beim 7. Band ist für mich der Eindruck des “Mottos” : “Quanität statt Qualität” entstanden. Schade um die Thematik ob nun Zauberer oder Tod oder was auch immer.
Zum Film kann ich (noch) nichts sagen, zu den Bücher schon. Eines ist mir noch aufgefallen (auch bei anderen Buchserien): Wer die Hauptfigur mag (ihr fast schon in den Hintern kriecht) ist “gut”, wer sie nicht mag ist automatisch “böse”. Leider hat JK Rowling auch dieses Klischee hier verwendet.
@Andrea Loidl
“Wer die Hauptfigur mag (ihr fast schon in den Hintern kriecht) ist “gut”, wer sie nicht mag ist automatisch “böse”. Leider hat JK Rowling auch dieses Klischee hier verwendet.”
Und was ist mit Snape ?
Harry Potter ist für mich nicht Weltliteratur, und muss es für mich auch nicht sein.
Ob es mir gefallen hätte, wenn ich nicht mit aufgewachsen wäre, weiß ich nicht.
Die Filme und die Bücher habe ich stehts getrennt voneinander gesehen, sie sind m.M. nach nicht oder kaum vergleichbar.
Das die Zweiteilung kommerzielle Zwecke hat, steht außer Frage.
Dennoch möchte ich anmerken, dass ich nicht damit unzufrieden bin, dass es zwei Teile gibt. Immerhin wird das endgültige Ende etwas herausgezögert :)
Auch, wenn die letzten Filme fast immer eine Enttäuschung waren – Harry Potter Filmbesuche hatten irgendwie Tradition, und manchmal brauchts auch richtig Mainstream, man kann sich ja nicht immer Arthausfilme anschauen :D
@ Hesine & Andrea Loidl: OK, euch sei eure Meinung belassen. Was mich daran stört ist, dass ihr es als Faktum hinstellt, dass Rowling in ihren letzten Bücher ständig ans Geld gedacht habe. Ich halte die Behauptung erstens für falsch und zweitens für eine unbeweisbare Unterstellung. Ich für meinen Teil sehe es ganz und gar nicht so, dass die Bücher immer schlechter wurden, im Gegenteil, der sechste Band ist mein Lieblingsband, dicht gefolgt vom siebten. Bin ich jetzt also deswegen ein Trottel? Wenn das, was ihr behauptet, Fakt ist, ja. Es wäre daher nett, wenn ihr weniger darauf beharren würdet, dass eure Sicht der Dinge eine Tatsache sei.
Im übrigen trenne ich auch zwischen den Bänden 1-3 und 4-7. Erstere sind noch Kinderbücher, zweitere werden immer düsterer. Und die Filme sind sowieso ein ganz eigenes Kapitel. Wirklich zufrieden bin ich mit keinem von ihnen, wenn ich sie direkt mit den Büchern vergleiche. Ganz generell finde ich aber, dass sie – bei allen Nachteilen und Widersprüchlichkeiten zu der Vorlage – sukzessive besser wurden. Dennoch sehe ich sie als bloßes bebildertes Beiwerk.
Ich bekenne ich mich auch als Trottel. :)
Und stimme Nina zu, nichts gegen eine eigene Meinung, aber auch wenns vlt. nicht so beabsichtigt war, ich empfinde die Darstellung auch arg übertrieben.
Und gerade, das es am Ende den Tod von liebgewonnenen Charakteren gibt, finde ich positiv. Es ist Krieg(!), es kämpfen mächtige Magier gegeneinander, das ultivmative Böse ist an der Macht, da wäre alles andere Kinderbuchniveau geblieben. Bis Band 3-4 völlig ok, Aber ab Band 5 waren das keine Kinderbücher mehr.
;) ich hatte sowieso mit dem Tod einer der drei Hauptfiguren gerechnet, hätte mich nicht überrascht.
Nun ich kann aber auch etwas verstehen, wenn man gern in der netten Zauberwelt geblieben wäre. Zauberunterricht, coole Schuluniformen, Ausflüge nach Hagsmeade, Halloweenpartys mit Butterbier und Kürbispasteten *G* Auf so ein Internat wär ich auch gern gegangen.
Wer das gern hatte, der hat natürlich seine Probleme mit der Demontage im letzen Buch *G*
Also ich mag das letzte Buch…;) und finde es gut das ich noch einen Film extra mit Harry Potter habe…dafür geb ich Warner gern mein Kino und DVD Geld…lieber so..als zähneknirschend für einen Murks wie in Teil 6 *G*
Naja ich denke einen des Trios zu killen, wäre wohl in diesem Stadium (sehr viele Extremfans) wohl schon fast “gefährlich” gewesen. Wer weiß ob sich nicht jmd. in den Freitod gestürzt hätte deswegen. Also ich glaube ich hätte das auch nicht riskiert. Und so hat es nach den vielen Toten doch noch ein schmalziges Happy End gegeben.
@Hesine
Nur als kleinen Denkanstoß: Lupin, Wurmschwanz und Sirius mussten sterben, um einen Schlussstrich zu ziehen. Sie haben immer als Freunde von Harrys Vater die Vergangenheit in seine Gegenwart gebracht und ihn somit aber auch an der eigenen Entwicklung und Entfaltung behindert. Um zu zeigen, dass die Ära James Potter vergangen ist und Harry trotz aller Ähnlichkeiten ein völlig anderer ist, mussten die vier endgültig begraben werden.
Dass sie Tonks noch mitsterben lies, könnte ich mir so erklären, dass es weniger dramatisch ist, als wenn sie ihre große Liebe verliert und alleine zurückbleibt. So bleibt ein unbekannter Waisenknabe zurück und keine völlig aufgelöste Tonks.
@Nina
Gegen Todesfälle an und für sich hab’ ich ja nichts – nur die Art wie Frau Rowling sie dargestellt hat: Hedwig stirbt, Moody stirbt, Fred stirbt, Dobby stirbt, etc. Kaum ein Satz – die Todesfälle werden erwähnt – jedcoh nicht, was Harry dabei denkt und was er fühlt. Ja hat er den kein Herz im Leib ? Alles geschieht so mechanisch, Ereignisse werden angerissen , Spannung entsteht – nur um gleich im nächsten Kapitel wie eine Seifenblase zu zerplatzen.
In puncto Cliffhanger, Spannung , Dramatik – aber auch: Interaktion zwischen den Charakteren – davon könnten sich Frau Rowling von dir mehr als eine Scheibe abschneiden.
@Weiße Wölfin
Genau das meine ich ja damit: Snape ist – einer der wenigen – die nicht in “ah” und “oh” Begeisterungsrufe ausbrechen, in Bezug auf Harry, das “ach so arme Waisenkind”. Somit wird er gleich zum Bösen zum Buhmann zum **** etc. Dabei kann Snape doch nichts dafür.
Dass James und die Rumtreiber ihn geärgert haben ja gerade zu gemobbt ist eine Sache – doch Harry hat damit absolut nichts zu tun. Und sollte eigentlich von Snape wie ein gewöhnlicher Schüler behandelt werden. Snape “rächt” sich an Harry dafür, wie James ihn damals behandelt hat.
@Mulikuli: J.K. hat selbst einmal wo gesagt/geschrieben sie hat beiden Lupin und Tonks (auch) deswegen sterben lassen, damit Teddy Tonks eine Art Echo/Wiederhall von Harrys Schicksal ist.
@Andrea: Wie hat es Mercedes so schön gesagt: Es ging so schnell, sie konnte gar nicht wirklich darüber nachdenken.
Ich denke es bedarf nicht immer vieler Worte um Verzweiflung und Trauer auszudrücken, der Diebstahl des Auges, das Grab schaufeln, das “gefrorene Lächeln” von Fred, der “Freitod” von Harry um das Sterben zu beenden, ich denke alles zeigt sehr deutlich wie Harry empfindet ohne ihm in den Kopf zu kriechen und der Verzweiflung zu lauschen.
Aber das ist nur meine Meinung, jeder hat eben einen anderen Geschmack.
@Anni
Stimmt, jeder empfindet das Sterben – ob nun eines geliebten Menschen und/oder Tieres – anders. JK Rowling beschreibt es, imho, ein wenig zu kurz: Dobby stirbt, Harry schaufelt das Grab – zack, das nächste Ereignis passiert d.h. wird angerissen etc.
Alles wirkt so abgehackt, so sprunghaft. Ganz im Gegensatz zu z.b. Band 3 oder Band 4, wo die Ereignisse Schritt für Schritt ineinander greifen, wie die Teile einer Kette.
Die Hälfte der Zeit passiert nichts bzw. nicht etwas, dass man ebenso gut hätte kürzen oder – je nach Wichtigkeit – auch länger hätte ausformulieren können.
Die graue Dame – wo kommt sie auf einmal her ? In den vorigen Bänden hatte sie – imho – nie einen Auftritt und – zack – in Band 7 spielt sie auf einmal eine zentrale Rolle.
Auch das kommt für mich flach rüber.
Um fair zu sein. Auch andere Autoren/innen haben/hatten ähnliche Muster: Wichtige Ereignisse werden kurz angerissen, unwichtige in die Länge gezogen – die Interaktion zwischen den Charakteren fehlt z.B. JRR Tolkien in “Herr der Ringe” und C McCullough in “Dornenvögel”.