Archiv für Juni 2010
“wie nennt man den beruf wo man comicfiguren zeichnet?”
Geschrieben in Kurioses, Tipps am Sonntag, 13.06.2010Zur kurzweiligen Unterhaltung bis zum nächsten Strip, sei allen, die ihn noch nicht kennen, mein Search-string-Thread empfohlen.
Von Zeit zu Zeit picke ich mir aus den Suchanfragen, die auf meine Website führen, die kuriosesten heraus und poste sie (samt Kommentar meinerseits) im Forum. Wobei ich bei einigen dieser Suchanfragen ernsthaft am Vorhandensein eines Gehirns seitens der Suchenden zweifle.
Freies Künstlertum vs. Brotjob
Geschrieben in Technische Details, Wortspenden am Freitag, 11.06.2010Ich hatte beim letzten Blogbeitrag den Mitschnitt von der Podiumsdiskussion verlinkt. Da gibt es aber noch einen wichtigen Punkt, der in der Diskussion zur Sprache kam, und auf den ich näher eingehen will.
Es ging um die Frage, wie man als Comiczeichner von seiner Kunst leben kann, ohne einem Brotjob nachgehen zu müssen. Dass das ganze harte Arbeit ist, darin waren sich alle einig. Was mir jedoch auffiel war, dass die meisten von ihnen eher am Anfang ihrer Karriere als Webcomickünstler standen. Ich mache das nun schon seit über 10 Jahren, ich habe damit angefangen, ehe es noch Blogs gab. Und im Gegensatz zu den meisten habe ich von Anfang an Geld damit verdient, weil mich der ORF bezahlte. Erst, als ich T&M II auf meiner eigenen Website veröffentlichte, musste ich mir Gedanken über sonstige Geldquellen wie Werbelinks, Auftragsarbeiten und Merchandise machen.
Mittlerweile bin ich wieder im “Beruf” gelandet, sprich, ich arbeite unselbstständig in meinem erlernten Brotjob. Viele (und zeitweise auch ich) sehen das als Scheitern der heren Ziele an, die Wahrheit ist aber, dass es kaum je einem Zeichner/Autor gelingt, ausschließlich und auf Dauer von seiner Kunst zu leben. Entweder hat man einen geduldigen Partner mit Brotjob, der die Miete zahlt, oder man muss immer wieder mal “dazuarbeiten”, wenn über die Zeichenschiene nicht genug reinkommt.
Tatsache ist weiters, dass es vor 10 Jahren noch keine Wirtschaftskrise gegeben hat und das Leben ganz allgemein noch billiger war. Mit dem, was ich damals verdient habe, käme ich heute nicht mehr über die Runden, trotz annähernd gleichen Lebensstils.
Dritte Tatsache ist, dass man, wenn man sich der 40 nähert, zu überlegen beginnt, ob man das Risiko wirklich eingehen will, auch weiterhin dem Glück zu vertrauen bzw. der Hoffnung, irgendwann mal “groß rauszukommen” und Millionen zu scheffeln. Den Gedanken sollte man sich lieber gleich abgewöhnen – das gelingt den wenigsten, und auch nur dann, wenn sie zusätzlich zum künstlerischen auch ein wirtschaftlichers Talent besitzen.
Je älter man wird, desto schwieriger findet man einen Job, das wird wohl jeder bestätigen können. Und je länger man aus dem erlernten Beruf draußen ist, umso schlechter stehen die Chancen, nochmal einsteigen zu können.
Das sind alles Dinge, die einem letztlich die Entscheidung schwer machen, wirklich und ausschließlich Künstler bleiben zu wollen. Denn das ist ja auch nicht High Life von morgens bis abends, man muss, um sich seine Kunst leisten zu können, eben auch Geldjobs annehmen und etwa für Werbeagenturen oder Zeitungen arbeiten. Das geht eine Weile vielleicht gut, aber dann hängen einem die dämlichen Artdirektoren und Grafic designer, die keine Ahnung von irgendwas haben, irgendwann mal zum Hals heraus. Dann will man kein Auftragskritzler mehr sein, sondern SEINE Sachen machen. Und dann fragt man sich, worin denn eigentlich der Unterschied liege, ob man nun für Geld einen Brotjob oder einen Zeichenjob verrichtet – völlig frei ist man in keinem von beiden.
Erlangen Nachtrag
Geschrieben in News, Technische Details, Wortspenden am Mittwoch, 09.06.2010Ich wollte heute noch ein paar Worte zu Erlangen verlieren bzw. den paar Stunden, die ich dort verbracht habe. Viel von der Messe habe ich nicht gesehen, da ich nach der Diskussionsrunde gleich signiert habe und dann gleich wieder verschwunden bin. Ergo kann ich nur wenig zu Erlangen im Allgemeinen sagen. Nur vielleicht, dass es wesentlich angenehmer und überschaubarer ist als beispielsweise die Frankfurter Buchmesse. Was EH KLAR ist, da die Buchmesse ein gewaltiges Spektakel ist und sich schon von der Finanzierung her nicht mit Erlangen vergleichen lässt. Aber Frankfurt bildet neben einiger Comicbörsen in Wien eben meine einzige Erfahrung.
Wie auch immer, ich sagte ja, ich wollte darüber berichten – als mir plötzlich Annis Mail entgegengeflattert kam und mich vom Mitschnitt informierte. Und jetzt haltet euch fest und mich bitte nicht für total bescheuert: Ich habe absolut NICHT registriert, dass wir gefilmt wurden! Ich hoffe, ich habe nicht in der Nase gebohrt oder sonstwas gemacht, während ich nicht an der Reihe war. Gewippt habe ich sehr viel, die Stühle dort sind ein echter Hammer (es handelte sich um die Ratshalle, in der sonst die Stadtpolitiker tagen).
Ich komme natürlich nur sporadisch zu Wort. Und ich verstehe selbst kaum, was ich sage, was aber eher am Ton als an meinem massiven Dialekt liegt (ich habe mich durchaus bemüht, wissend, dass ich im Ausland bin!).
Die an die Diskussion anschließende Signierstunde war übrigens auch ganz toll. Ich danke nochmal allen Lesern, die extra hingekommen sind, ihr ward toll, wie überhaupt ich mich rühmen kann, die besten Leser zu haben, die sich ein Autor wünschen kann. Wann immer ich mit Kollegen Erfahrungsaustausch diesbezüglich betreibe, muss ich dies feststellen. Und das, obwohl ich gegen alle Regeln (siehe voriger Erlangen-Beitrag) verstoße und euch mit ungewissen Updates und vielen Cliffhangern quäle.
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| Dieses Video ist Teil eines Berichtes, den man hier finden kann. |
P.S.: Übrigens verschweige ich nicht bewusst Details über das Zusammentreffen mit meinen Mitdiskutanten, es ist vielmehr so, dass ich kaum dazu gekommen bin, mich näher mit ihnen zu unterhalten. Gerade mit Sarah Burrini und David Malambré habe ich ein paar Worte gewechselt, mit Arne Schulenberg ein paar mehr, der saß aber auch direkt neben mir. Geplant ist übrigens ein Gastauftritt meines Todes in dem Fotocomic “Union der Helden”, Details werden noch folgen.
Hier noch einmal alle Diskussionsteilnehmer:
Diskussionsleiter: Bernd Glasstetter, Gründer und Betreiber von www.splashcomics.de und www.comicforum.de
Sarah Burrini: Das Leben ist kein Ponyhof
David Boller: Zampano Comics
Max Jähling: Conny Van Ehlsing
Arne Schulenberg: Union der Helden
David Malambré: Demolitionsquad

