Filmkritik: Avatar
Geschrieben in Medienkritik am Sonntag, 03.01.2010Nachdem mittlerweile sogar schon danach gefragt wurde, ob ich den Film bewerten würde, komme ich jetzt ja wohl nicht mehr drum herum. ;-)
Kurzkritik: Ja, er hat mir gefallen, und ja, es lag vorwiegend an der visuellen Opulenz. Ja, der Inhalt ist einfach gestrickt und in der Form auch nicht neu (es heißt, “Der mit dem Wolf tanzt” habe ein ähnliches Muster, was ich aufgrund meiner Kevin-Costner-Allergie nicht beurteilen kann), aber der Film hat doch eins geschafft: Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Und das ist meiner Ansicht nach das, was ein Film tun sollte.
Nein, er hat mich nicht über die Botschaft nachdenken lassen, sondern lediglich darüber, warum er mir überhaupt gefallen hat. Dafür sind gerade “simple” Filme besser geeignet, denn wer setzt sich denn schon nach einem Haneke hin und grübelt darüber nach, warum er ihn gut fand? Die meisten werden ihn wohl schon deshalb gut finden, weil es einen intellektuell adelt. Oder sagen wir so: Einen Blockbuster zu verreißen birgt keine Gefahr der Blamage in sich. Man kann problemlos “simpel gestricktes Popcornkino” sagen, ohne sich eine Blöße zu geben. Aber wenn man an einem intellektuellen Film Kritik üben will, dann muss man das schon gekonnt tun, ein einfaches “aufgeblasener Intellellenfilm” wird allzu leicht zum Bumerang, und auf einmal steht man als tumber Banause da.
Im übrigen habe ich Hanekes “Das weiße Band” noch nicht gesehen, ich habe den Film nur deshalb als Beispiel herangezogen, weil er letztlich mit Preisen überhäuft wurde.
Doch zurück zu “Avatar”.
Der Inhalt ist recht schnell erklärt: In einem nächstgelegenen Sonnensystem befindet sich ein Mond (kein Planet, sollte das im Film so erwähnt werden, ist es falsch), auf welchem ein sehr wertvolles Magneterz zu finden ist. Die Menschen haben die Erde mittlerweile verwüstet und schicken sich nun an, dasselbe mit “Pandora” (dem Mond) zu tun, gierig auf besagtes Erz. Gehindert werden sie vorerst noch von den Eingeborenen, einer humanoiden Spezies, die kulturell eine Art Mischung aus nord- und südamerikanischen Ureinwohnern darstellt, optisch sind es blauhäutige, 3-4 Meter große Wesen, die eine Mischung aus Elfen und Katzen zu sein scheinen. Also alles, was wir mit Grazie, Anmut und Schönheit in Verbindung bringen. Diese Eingeborenen, die Na’vi, leben im Einklang mit der Natur, ja, der ganze Planet ist ein einziges Netzwerk, wobei sämtliche Wesen, Pflanzen und Tiere, über interaktive Nervenbahnen kommunizieren. Daher auch die massive Naturverbundenheit dieses Volkes.
Irdische Wissenschafter haben nun einen Weg gefunden, mittels Avataren mit den Na’vi Kontakt aufzunehmen. Dazu wird eine Art neuronaler Transfer von einem Menschen zu einem extra für ihn gefertigten Na’vi-Körper, eben dem Avatar, hergestellt. Der Ex-Marine Jake Skully wird als Spion in die Na’vi-Gesellschaft eingeschleust, um herauszufinden, wo der Schwachpunkt der Eingeborenen ist. Es kommt, wie es kommen muss: Jake wechselt letztlich die Seiten und kämpft auf Seiten der Na’vi.
Wir haben die edlen Wilden (sie schauen schön aus, sie haben ein aufrechtes Verhältnis zur Natur), wir haben den Outlaw, der letztlich zum Anführer der Wilden wird, und wir haben natürlich den extrem unsympathischen, rassistischen Militärheini (der im übrigen die ideale Besetzung für meinen Tankwart wäre, er müsste sich bloß einen Bierbauch anfressen), der am Schluß seinen verdienten Tod stirbt. Also ja, es wird mit vermeintlich simplen Handlungsbausteinen gebastelt. Dennoch sage ich: Na und? Warum nicht? Und gleichzeitig frage ich mich natürlich, was mich für den Film Partei ergreifen lässt.
Zum einen ist da auf jeden Fall die Optik. Ich habe mich schon gefragt, ob mir der Film gleich gut gefallen hätte, würden die Na’vi ganz anders aussehen. Wären es etwa ganz unspektakuläre Humanoide, ohne blaue Haut, ohne Schwanz und ohne katzenartiges Verhalten. Die Antwort ist Nein. Der Charme dieser Wesen liegt eindeutig darin, dass sie unsere Märchennerven reizen. Wie ich bereits sagte, sie entsprechen zwei Klischees, die viele von uns als schön und anmutig empfinden: Katzen und Elfen. Irgendwo dazwischen liegen die Na’vi.
Es gibt da aber noch einen anderen Grund, warum ich den Film mochte, und der liegt kurioserweise in seiner Ähnlichkeit mit einem anderen Film, der dieses Jahr in die Kinos kam, und den ich ebenfalls rezensiert habe: District 9. Die Überschneidungen sind fast schon exemplarisch. In beiden Fällen wird ein Mensch zu den Aliens geschickt, um ihnen zu schaden. In beiden Fällen “verwandelt” er sich in einen von ihnen. In beiden Fällen wechselt er die Seiten und kämpft gegen die Menschen. Und dennoch sind die Filme völlig verschieden. “Avatar” ist das Märchen zu der Politsatire “District 9″. Könnte ich Filmpreise vergeben, würde “District 9″ als Gewinner hervorgehen, er geht einfach tiefer unter die Haut, vor allem auch deshalb, weil er kein erlösendes Happy End bietet, und weil es auch wesentlich einfacher ist, mit blauen Elfen zu sympathisieren als mit insektoiden Aliens. Aber im gleichen Atemzug würde ich, fast schon als Ausgleich dazu, “Avatar” empfehlen. Ein Film ist nicht allein deshalb gut, weil er uns unsere eigene Tristesse und Schlechtigkeit vor Augen hält. Auch ein bisschen Aufatmen sei gestattet. Und im Endeffekt tut “Avatar” auch nichts anderes, bloß fällt das dem Zuseher, der sich tendenziell eher mit den Na’vi identifiziert, nicht so sehr auf. In “Avatar” siegen (vorerst) die Eingeborenen, die Menschen werden auf die verwüstete Erde zurück verfrachtet und werden auch frühestens in 12 Jahren wiederkommen (eine Wegstrecke dauert 6 Jahre). Der einzige Unterschied ist, dass in “Avatar” ein Paradies bewahrt bleibt – jedoch ein den Menschen verwehrtes.
Ich fürchte, keiner der beiden Filme wird etwas am menschlichen Verhalten ändern. Schon jetzt reiben sich die Besserwisser die Bäuche und kommentieren “Avatar” verächtlich mit “esoterischem Quatsch”. Aber ganz ehrlich: Ich wünschte, auch wir Menschen hätten so einen neuronalen Draht zu unserer Heimat, dann würden wir nicht ständig alles zerstören. Und wer das als esoterischen Quatsch betrachtet, der beweist eigentlich nur, dass die Menschen exakt so sind, wie sie in “Avatar” und auch in “District 9″ dargestellt werden.

Vielen Dank für die Kritik. Du musst Dich doch nicht rechtfertigen, wenn Du den Film magst und damit gegen alle pseudointelektuelle Rezensenten redest, die den Film mieß machen. Ich schaue mir auch mal gerne sinnlose Filme wie “Der Transporter” an und fühle mich unterhalten – und mehr eben nicht. Keiner kann und sollte sich nur noch intelektuellen-Kino antun müssen…
Ich habe den Film noch nicht gesehen und werde wohl auch erst dazu kommen, wenn er dann auf Sky läuft. Allerdings bin ich sehr auf die Effekte und die Darstellung gespannt. Der Rest ist eben so, wie Du bereits sagst. Die Botschaft ist da, jeder weiß, daß sie stimmt, aber dran halten wird sich keiner – zumindest nicht die, die dabei auf Profit verzichten müssten.
In der c’t selbst war auch ein Artikel zu dem Film, der sich ausschließlich mit der 3D-Version beschäftigt. Diese sei, so der Artikel, eben nicht so gedreht worden, daß man als Kinozuschauer jede Sekunde daran erinnert wird, daß der Film in 3D ist, weil jegliche Gegenstände ständig in den Zuschauerraum ragen, sondern wohltuend und angenehm gedreht worden – 3D wird erwachsen. Die Version würde mich natürlich sehr interessieren, aber wie gesagt, werde ich es nicht in ein Kino schaffen.
Gelacht habe ich bei Deiner Rezension über “er müsste sich bloß einen Bierbauch anfressen” – Hach ja, Bier wird zwar scherzhaft auch Hefeteilchen genannt, aber kauen muss man das selten ;) – in diesem Sinne: Prost!
Ich habe mich nicht gerechtfertigt, ich habe eher eine Keule verteilt. ;-)
Und ich finde “Avatar” auch nicht hirnlos. Im Gegenteil. Er mag nicht anspruchsvoll sein, aber die Botschaft wird deshalb nicht falscher. Und meine langatmige Ausführung diente mitunter auch dazu, anderen Leuten Argumente zu liefern, sollten sie den Film verteidigen wollen und sich nicht auf “schöne Bilder” reduzieren lassen.
Übrigens kann ich jedem nur die 3D-Version ans Herz legen. Der Film wird lange genug in den Kinos zu sehen sein, dass man es wirklich schaffen kann, wenn man nicht gerade auf einer Bohrinsel lebt.
Von der Story her ist der Film wirklich nichts anderes, als eine etwas besser gelungene Neuauflage des altbekannten Pocahontas-Epos und bietet somit nichts neues, was mir aber sehr gefallen hat, war die Art und Weise wie er erzählt und dargestellt wird – denn selbst mit alten,”überholten” Techniken lässt sich was gutes machen. Man kann sagen, es ist wir im Zirkus: Die Tricks sind alt, die Technik auch und doch staunt man hin und wieder über die Ausführung.
So hat der Film, den ich in 3D zusammen mit meinem Bruder gesehen habe, meinen Geschmack und meine Vorlieben genau getroffen: So fahre ich total auf Höhen ab und jedes mal, wenn sie z.B. die Flugszenen gezeigt haben, war ich ein glücklicher Mensch :D
Jedenfalls war er eine nette, wenn auch sehr langweilgie Unterhaltung. Da haben mich “Küss den Frosch” und “Whatever works- Liebe sich wer kann” um Längen besser amüsiert.
Hallo
Ich habe den Film bereits gesehen, allerdings im 3D.
Meiner Meinung nach ist der Film durchaus anspruchsvoll, allerdings ist die Handlung schon mehrfach recycelt worden: Der von dir bereits angesprochene “Der mit dem Wolf tanzt”, aber auch “Last Samurai” und “Pocahontas” haben sehr ähnliche Handlungen – nur das Ende ist mal als Happy End, mal eher traurig ausgelegt.
Für anspruchsvoll halte ich ihn, weil er durchaus zum Nachdenken anregt. Ob er jetzt auf jeden so wirkt, kann ich allerdings nicht beurteilen (wahrscheinlich eher nicht). Er ist in der Hinsicht dann doch Blockbuster kompatibel gehalten worden, so dass jeder seinen Spaß hat.
Die Frage, wie ob es ein Happy End gibt, wird für mich in solchen Filmen übrigens ab der zweiten Hälfte zum zentralen Spannungselement. Ich würde mir bei dem Verlauf da dann doch mal etwas mehr Phantasie wünschen. Was es z.B. noch nicht gab, war eine friedlich Co-Existenz oder eine Niederlage beider Seiten. Beides hätte allerdings in diesen Film nicht ohne weiteres gepasst.
Für mich hat der Film einige nette “kulturelle” Ideen, wie z.B. das Nervensystem des gesamten Planeten und der Art der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter.
Ansonsten ist er vor allem optisches ein Kunstwerk – man kann sich ohne weiteres ins Kino setzten und nur die Bilder auf sich wirken lassen – auch ohne Handlung würde das nicht langweilig werden. Ich bin ja mal gespannt, ob Avatar der erste 3D Film mit Oscar wird (oder gab es da schon einen).
Was mich bei der 3D Version übrigens anfangs etwas irritiert hat: Es gibt in Schauspiel Filmen in Gegensatz zu Animationsfilmen keine absolute Tiefenschärfe. Es ist immer nur das scharf, was die Kamera gerade fokussiert hat. In 2D Filmen stört mich das nicht, aber in 3D war es für mich etwas gewöhnungsbedürftig.
Viele Grüße
Anton
P.S.: Pandora ist übrigens auch ein Mond des Saturn und ein Asteroid im Asteroidengürtel. Aber der Mond im Film soll in Alpha Centauri liegen welches übrigens 4,34 Lichtjahre weit weg ist – ich halte da 6 Jahr Reisezeit doch für sehr optimistisch…. Na Ja – das ist künstlerische Freiheit.
also ich mochte den film. es handelt sich bei avatar wohl um eine der süßesten komödien die ich seit jahren gesehen habe. insbesondere der colonel war für mich unbezahlbares comedy gold. und der hauptgrund warum ich anderen empfehle den film zu anzusehen.^^
Es ist übrigens – zumindest in der deutschen Version – kein seltenes Magneterz, sondern Unobtanium. Wäre aber erst der zweite Film der mir bekannt ist, der wirklich mit diesem Material spielt. :)
@ PosterBär: Ja, in der OV heißt es ebenfalls “unobtainium”, aber das ist doch eigentlich dasselbe. Ob ich nun das Fantasiewort (Unobtanium) verwende, oder seine Eigenschaft (magnetisches Erz) beschreibe, ist fast Jacke wie Hose. Mit dem einzigen Unterschied, dass dem Gebrauch des Wortes im Film ein gewisses ironisches Augenzwinkern innewohnt, was aber ein Insiderjoke für Filmfreaks ist und somit vermutlich nicht von jedem verstanden wird.
Und ja, ich hatte es auch erst wiken müssen (um mal ein alternatives Verb zu “googeln” zu kreieren *g*).
Und wenn die Handlung schon zum tausendsten Mal in der zwanzigtausendsten Fassung gezeigt wird. Ich finde sowas kann man nicht zu wenig zeigen. Spiegel hinhalten und zeigen, wie die Menschen wirklich sind.
Sicher nicht alle. Aber der größte Teil schon. Beispiele verkneife ich mir lieber, sonst bekomme ich wieder Besuch vom kleinen Roten. XD
Bis die Tage. Ich hoffe ja mal, dass die Menschen es irgendwann doch mal raffen. Allerdings sehe ich da schwarz.
Okyna
Dankeschön, lese deine Filmkritiken doch immer wieder gerne , Nina :)
Warst du eig. dieses Jahr in “Radio Rock Revolution”? Wenn nicht, kann ich es dir nur empfehlen, den Film anzusehen. Eine der besten Komödien, die ich gesehen habe.
Will Dir ja nicht zu nahe treten, aber ich finde die Filmkritik bei den FdoG wesentlich zutreffender.
Ein grauenhafter Film für grüne Ideologen und sonstige Esoteriker…
@ Frank: Da ich selbst in gewisser Weise zu diesen grünen Ideologen und Esoterikern gehöre, solltest du also vielleicht meien Website lieber meiden. Ich jedenfalls möchte ungern von rechten Ideologen gelesen werden.
@ weiße Wölfin
Wenn du “Radio Rock Revolution” mochtest, dan nwirst du “Whatever works” lieben!
Hallo Nina.
Gute Rezension, trifft eigentlich voll meine Meinung, nur besser Formuliert.
Vor allem der Vergleich mit District 9 fand ich sehr gut. ;o)
Lieben Gruß
Schwaelmsche
Interessant – wer nicht links und nicht grün ist, ist automatisch rechts? Abenteuerliche These. Ich sehe mich selber am ehesten als libertär an…
Aber ich will keine politischen Diskussionen beginnen, die Du hier sicherlich nicht haben möchtest. ;-)
Nein, das Argument hast du selbst gebracht, indem du von Grünen und Esoterikern zu polemisieren begonnen hast. Ich habe lediglich mit gleicher Polemik geantwortet.
@ comic update
huii, bis jetzt hatte ich es mir ja ca so vorgestellt das es kommen könnte
aber diese Wendung haut mich vom hocker,
ich kanns ja echt kaum erwarten bis der Tot erklärt was er da tat und was regenerieren bedeutet
Ich dachte Du meintest mit Magneterze in Erz das für Magneten geeignet ist, denn in einem der Trailer/Beschreibungen stand auch mal ein echtes Element. :)
Ich habe den Film 2 mal angesehn, einmal in normal 2D. Beim 2ten Mal mit meiner Frau in 3D.
Nun die Überraschung, meine Frau gefiel er. Wer meine Frau kennt, weiß das sie Filme nicht mag. Erst recht im SF Look.
Von der vordergründigen Geschichte abgesehen, fasziniert dieser Film. Cameron schafft es spielend über die Schönheit der Bilder seine Botschaft zu vermitteln. Und die ist real! Seht her wie schön diese Welt ist! Alles bedingt einander und hängt voneinander ab, ist verbunden. Ihr zerstört sie und zerstört euch am Ende selbst.
Seine Botschaft ist Lebens- und Gesellschaftkritik. Da bekommt jeder seine Ohrfeige ab, ob Profitgeier, Söldner, Politiker und die die falsche Werte idealisieren.
Ich bin sicher kein Moralapostel, aber wer von uns könnte mittlerweile überleben,,, ohne Supermarkt, ohne Strom, ohne Wasser aus der Wand,,, ohne Handytaschencomputer?
Selbst wenn die Geschichte selbst schon mehrmals erzählt wurde, ist das kein Fehler. So gibt es laut einigen Drehbuchlehrmeistern eh nur 12(?) verschiedene Plots. Was sich ändert sind Zeit, Ort und andere kleinere Dinge.
Persönlich fand ich Avatar sehr gut. Die 3D Effekte sind atemberaubend, man versinkt in die Welt und die Story. Man merkt die mehr als 2,5 Stunden nicht. Hier ist Kino, wo das Betrachten auf dem Fernseher absolut keinen Sinn macht. Die 3D Technologie trägt soviel zu der Geschichte bei, dass man sich keinen guten Gefallen tut, das auszulassen.
[...] die unter Depressionen leiden, weil sie nach dem Kinobesuch des neuen James Cameron Blockbusters Avatar nach Panodra wollen. Das dieser Planet Fiktion ist und dies damit unmöglich macht ist offenbar [...]
Eine Bemerkung zum 3D hätte ich noch. Ich fand es zwar auch sehr großartig, aber ob so überragend ? Und so extrem anders als 2D ? Vielleicht lag es auch nur an meinen Augen aber teilweise waren die Dinge, insbesondee wenn sie näher auf einen zu kamen sehr verschwommen.
(Anton sprach es auch an mit dem fokussieren).
Am besten fand ich (als 3D-Effekt) diese Tropfen im All zu Beginn und diese “Quallen” die umherschwebten, selten waren leider solche Momente, in denen z.b der Schlamm auf einen zugespritzt ist.
@ weiße Wölfing: Ja, genau das war das gute an den Effekten. 3D wird langsam erwachsen. Der Freund, mit dem ich im Kino war, fand es auch (zu) wenig spektakulär, aber so wie ich das verstanden habe, hat Cameron die 3D Effekte bewusst wenig effekthaschend eingesetzt. Am intensivsten waren sie meiner Erfahrung nach im Dschungel, dort war der plastische Eindruck am intensivsten, und wenn man die Absicht dieses Films bedenkt, ist das auch genau das Ziel. Die Natur so lebendig als möglich zu gestalten, sich als Teil des Urwalds zu fühlen.
Ich habe den Film zwei Mal gesehen und musste feststellen, dass die 3D-Qualität von Kino zu Kino sehr unterschiedlich ist. Vielleicht hast du es also auch in einem eher schlechten Kino gesehen? Letzteres hat im übrigen nichts mit der Größe zu tun, ich sah den schlechteren Film in einem riesigen Kinocenter, den besseren in einem relativ kleinen Kino.
Hallo!
Ich habe den Film in 3d gesehen, und mir hat er gefallen.
Natürlich ist da die Flut an Effekten und genialen Bildern, das ist aber lange nicht alles.
Die Handlung ist wirklich nicht besonders, und hätte es zur Zeit der Conquistadores in Amerika gespielt, man hätte dennoch mit den “Wilden” sympathisiert. Die Geschichte wäre aber anders ausgefallen, für ein Happy End gegen die Conquistadores ist unser Kollektiv geschichtlich zu vorbelastet.
Die Handlung ist nur das Grundgerüst einer Geschichte, das zeigt der vor langer Zeit von Nina vorgestellte Webcomic “The Abominable Charles Christopher” deutlich.
Das durch die Handlung definierte Skelett wird durch viele Andeutungen, Nebengeschichten und Details befleischt, die die erzählte Geschichte auch erfahrbar und authentisch machen.
Wie oft sieht man einen Film, und ärgert sich dann, daß sie nicht mehr draus gemacht haben?
So beispielsweise bei der Neuverfilmnung von “Planet der Affen”: es gab so viele Andeutungen auf eine Kultur der Affen, die aber nur in einer einzigen Szene von zehn Sekunden angedeutet wird, als der Berggorilla vor einem kleinen komischen Altar betet.
Avatar ist sehr gut ausgearbeitet, es bleiben nach dem Film eigentlich keine Fragen offen, die nicht axiomatisch durch das Erzähluniversum beantwortet würden. Wer stellt bei Star Wars die “Macht” in Frage? Oder wer Drachen in Märchen? Sie sind eben Teil der Geschichte und im Erzähluniversum “axiomatisch gegeben”.
Man kann bei dem Film tatsächlich mifühlen, warum und wie der Exmarine sich verändert. Was ihn ihm vorgeht. Wie er schlussendlich sein ganzes, bisheriges Leben und seine bisherige Existenz in Frage stellt und über Bord wirft.
Übrigens fand ich die Szene sehr, sehr gut ausgearbeitet, wie praktisch alle Hauptcharaktere bei der Schlacht nacheinander umkommen: der Häuptling, die Pilotin, der Forscheravatar und fast auch die weibliche Hauptrolle.
Die Hoffnungslosigkeit und die Isolation, die der “Doppelagent” in diesem Augenblick fühlt, sind mit Händen zu fassen.
Die anschliessende Erleichterung als Zuschauer, als dann der Planet sich aktiv wehrt und den Aufstand der Tiere inszeniert ist genial!
Saluti!
Ludwig
Gute Argumente! Und ja, der Punkt, wo sich die Natur wehrt, ist zugegeben ein wenig hart an der Grenze zum Megakitsch. Aber er ist ebenso axiomatisch, wie du das so schön beschreibst, logisch nachvollziehbar, weil auf diesem Planeten eben wirklich alle Wesen miteinander verbunden sind. Hätte das ganze auf der Erde gespielt, wäre es nur kitschig, hier lässt es sich aber in gewisser Weise logisch begründen, wenn man die neuronale Verbindung als ebenso gegeben akzeptiert, wie die “Macht” bei Star Wars.
Jetzt möchte ich doch auch meinen Kommentar zum Avatar abgeben: Wenn es danach ginge, daß nur noch Filme mit noch nie dagewesenen Problemen gedreht werden würden, dann würde es keine Filme mehr geben! Seien wir doch ehrlich, eigentlich blieb bis jetzt wohl fast kein Problem unverfilmt. Es kommt auf die Machart an, ob die Geschichte tiefgründig oder oberflächlich ist, ob die Schauspieler gut oder schlecht sind. Und in diesem Sinne finde ich den Avatar einfach sehr gut gemacht, auch mit Tiefgang. Ich habe ihn 2x gesehen, in 2D und war beim 2. Mal wieder so hingerissen wie beim 1. Mal. Und für mich braucht es diesen Film in 3D nicht unbedingt. Da ist die Geschichte einfach zu gut. Kleiner Seitenhieb: “Küss den Frosch” hat mich lang nicht so beeindruckt (dafür aber, um bei Disney zu bleiben, “Lilo & Stitch”).
Ich hatte Glück das ich noch Karten für die 3D Vorstellung bekommen habe. Den Film kann ich mir in 2D nicht mehr vorstellen. :o)
Mir hat der Film sehr gut gefallen, besonders die Mixtur von amerikanischen Ureinwohner und afrikanischer Stämme. Und ja, ich fand die Na’vi sehr schön. Hätte gerne auch ein solchen Körper :D
Wie sie mit der Natur kommunizieren konnten via ihre… was auch immer der beste Begriff dafür ist. Hätten wir diese Fähigkeit, vermute ich wären alle Menschen so auf der Erde. Viele haben den Weg der Natur vergessen, auch ich gehöre dazu. Der Film ist Gleichzeitig ein kleiner Weckruf.
Ich glaube aber das ich für diesen Film die neue PC Technik zusammensparen werde, um es Zuhause in 3D sehen zu können. Kleiner Tip… die NVidia Karten der 300er Serie werden dies unterstützen. Der Fernseher/Monitor muß dann nur noch 120Hz (60Hz pro Auge) unterstützen.
Was ich Schade fand, war das Michelle Rodriguez’s Char wieder mal drauf ging. Wie sie in ihrem Hubschrauber mit Kriegsbemalung aussah fand ich total cool aber auch lustig.
Um das bisher schon gesagte noch einmal wiederzukäuen: ich habe den Film wirklich genossen; grandiose Bilder, größtenteils gute (wenn auch wenig spektakuläre) Story und die Handlung schön geschlossen ohne lose Fäden (wenn man von dem quasi-open-end absieht, wie die Reaktion der Menschen aussehen wird).
Wer “Avatar” allen Ernstes als “grün-ideologisch” oder “esoterisch” ansieht, der stellt sich vermutlich auch den gerodeten Regenwald als prima Baugrund für ein Parkhaus vor. Naja, zurück zum Film:
So simpel die Geschichte im Grunde vielleicht auch ist (und ja, irgendwo hatte ich immer das Gefühl, den Film schon mal gesehen zu haben) so geschickt sind meiner Meinung nach doch die verschiedensten Elemente hineingewoben, auch wenn sie alle mehr oder minder das gleiche Ziel haben, dass auch mit der Optik der Na’vi verfolgt wurde: Sympathien für die Eingeborenen zu wecken und zu zeigen, wohin die Suche nach Geld den Menschen (und alle, die ihm begegnen) führen kann.
Schon der erste Blick auf die Anwesenheit der Menschen auf Pandora macht doch die Einstellung und den Grundtenor des ganzen Filmes deutlich: wir fliegen über grünen Urwald und rumms! Ein Anblick, wie wir ihn von der Erde nur zu gut kennen: die Basis der Menschen ist ein einziger, riesiger Tagebau; eine Tiefe Narbe in Pandoras Dschungel.
Der Zuschauer beobachtet (wie schon oft zuvor), wie der Held des Films eine almähliche Wandlung durchmacht. Das Ende ist dann auch recht vorhersehbar, aber nichts desto trotz sehens-wert-.
Im Verlauf des Films wird der grundlegende Unterschied zwischen den Na’vi und den Menschen immer deutlicher: auf der einen Seite ein symbiotisches Leben mit der gesamten Welt (dem Mond), auf der anderen Seite Panzerstahl, Glas und Maschinen. Hier kommt die Tricktechnik vollends zur Geltung: egal, wie sehr man es vielleicht versucht, es ist fast unmöglich, von der surrealen und doch sehr natürlichen, wenn auch fremden, Welt des Dschungels nicht fasziniert zu sein.
Mir jedenfalls ging es so. Nach den ersten zehn Minuten war es mir vollkommen egal, das ich ja “wußte”, dass die meisten Bilder, die wir zu sehen bekamen, am Computer entstanden waren. Ich habe es einfach nicht mehr als künstlich wahrgenommen. Und das an sich ist ja schon eine Leistung: den Betrachter vergessen zu lassen, was er sieht.
Und auch die Handlung ist “tiefgehender” (wenn man den Begriff etwas dehnt) als sie hätte sein können. Besonders schön (auch wenn hier wieder nicht besonders tief in der Trickkiste altbewährter Stilelemente gesucht wurde) fand ich zum Beispiel, wie sich, zumindest für Jake Skully, die Bedeutung des Begriffs ‘Alien’ im Laufe des Films verdreht, bis besagte Aliens schließlich vertrieben werden.
Und auch die Idee eines planeten(mond-)weiten Nervensystems fand ich gar nicht so übertrieben. Ich war überrascht, aber letztendlich passt es in das Konzept des ganzen Filmes (eine Art fortschrittliche Gaia, nur halt mit Zähnen und Klauen). Um so etwas zu erreichen bedarf es nicht einmal echter Intelligenz oder Bewusstseins. Eine Art diffusen Bewusstseins aller Einzelteile würde vermutlich schon ausreichen, wenn sie, wie im Film, über ein Netz von Nervenknoten verbunden sind. Dass sich der ganze Planet so plötzlich und koordiniert gegen die Eindringlinge wehrt ist dann aber wohl doch etwas weit hergeholt.
Dennoch, um das ganze Geschwafel zusammen zu fassen:
Super Film, egal, ob man groß über die Botschaft nachdenken möchte oder nicht.
Einfach die Bilder genießen!
hallo nina!
jetzt bin ich einigermaßen überrascht! nina findet diesen film gut. eigentlich habe ich auf die rezi geklickt um mich schon ein bischen auf eine betonierte kritik zu freuen!
nina findet sicher wieder mal die richtigen worte um dieses übel zusammengestohlene machwerk in dem keine einzige (nicht eine!) eigenständige idee vorhanden ist den kommentar zu verleihen den es meiner meinung nach verdient.
doch weit gefehlt. das verwirrt natürlich einigermaßen :)
mich persönlich überkommt bei solchen filmen der große neid.
die figuren sind ganz simpel gestrickt. einfacher geht es nicht. man weiß zu jedem zeitpunkt des films exakt wie jede figur handeln wird. jeder schreiberling wird bei so einer handlung von verlagen nichtmal ignoriert.
nun kann man natürlich einen film so sehen wie eine oper oder ein theaterstück. da weiß man ja auch im vorhinein schon die handlung und kennt die figuren schon. die umsetzung ist dann das ausschlaggebende, den an den chars wird sich nichts ändern. (keine frage : die umsetzung ist perfekt, die effekte sind toll, die schauspieler beherrschen ihr handwerk und die filmfritzen wissen wie sie eine kamera führen müssen)
der plot die figuren, die vielen (gestohlenen) “ideen” und die handlung empfinde ich allerdings als unsagbar langweilig. die message ist auch nicht gerade neu.
ich denke keiner muss darüber diskutieren ob die “umsetzung” brilliant war, man sieht was im nächsten jahrzehnt in sahcen medieninahlte (egal ob film oder computerspiel) zukommen wird.
(wobei T&M als computeranimiertes 3d comics ja ja ja und nochmals ja ;) )
ganz kurz noch zur message: ich muss leider sagen mit der zeit empfinde ich diese message dieses (und vieler ähnlicher filme, gibt ja genug davon ;) ) films immer mehr als unwahrheit, oder sagen wir mal so, nur als die halbe wahrheit.
sie ist undifferenziert und wenig realistisch.
die andere hälfte der wahrheit ist: menschen sind nicht so zweidimensional. oder anders gesagt: in jedem von uns steckt auch ein ein tankwart, auch ohne sich einen bierbauch anzufressen.
menschen (also gesunde menschen, keine krankhaften fälle) sind auf keinen fall “reine tankwarte” sondern handeln meist nur falsch aufgrund unzureichender informationen. es bleibt also am ende die schuldfrage ob information eine bringschuld oder eine holschuld ist (und auch da ist es wohl ein bischen was von beidem)
die message des films ohne die “mildenden umstände” des informationsaspekts halte ich für sehr gefährlich. genau deswegen weil er informationen der realität bewußt ausklammert.
(boa ist das grenzwertiges geschreibsel, aber bei nina kann man ja auch mal über die strenge schlagen ;) )
somit mein fazit: film 3D, plot und chars 2D
und das ist sehr sehr schade. leider wird diese meinung sehr oft als “miesmachen” von jenen empfunden denen der film gefallen hat. dazu muss ich klarstellen: niemand will jemandem etwas “miesmachen” und der film ist ja aufgrund der schönen computeranimationen auch so sehenswert.
es ist also nur eine meinung :)
Hi,
wer Avator mag sollte sich mal Prinzessin Mononoke ansehen. Der Film hat eine ähnliche Thematik und Ästetik (aber mit ganz anderen technischen Mitteln) besitzt aber nicht den größten Kritikpunkt von Avatar: zu einfache (gut vs. böse) Charaktere.
Hallo Ulrich (aber natürlich alle anderen Leser auch),
Prinzessin Mononoke kenne und liebe ich (ich liebe alle Filme von Hayao Miyazaki). Und Ihre Aussagen über diesen Film sind richtig. Aber ich möchte widersprechen, daß im Avatar einfach Gut gegen Böse steht. Papa Dragon ist wohl der Böse, aber nicht in meinen Augen. Denn für seine Leute würde er alles tun. Aber natürlich nichts für Abtrünnige oder andere Nichtmenschen. Ist das jetzt böse zu nennen? Leider sind wir Menschen so: Was nicht ist wie wir (und das sind leider teilweise schon die Leute in der anderen Straße), ist eher der Feind als der Nächste.
Hallo Irmgard,
Stimmt: ‘gut vs. böse’ ist so nicht richtig (mein Fehler). Was ich sagen wollte ist, dass die Charaktere in Avatar (den ich nebenbei für einen sehenswerten Film halte) flach sind: sie verhalten sich genau so wie man es erwarten und es werden keine neuen und überraschenden Facetten der Persönlichkeit gezeigt.