Weihnachten
Geschrieben in Ninas Privatkram am Donnerstag, 24.12.2009Aus gegebenem Anlass möchte ich allen meinen Lesern ein Frohes Fest wünschen. Eigentlich gibt es gleich zwei Anlässe. Zum einen naturgemäß das Datum nebst zugehörigem Fest, zum anderen Toms Kommentar im Bestatterweblog.
Ich habe ja ebenfalls den Ruf ein Weihnachtshasser zu sein, und daran bin einzig und allein ich selbst Schuld. Denn über Jahre hinweg habe ich tatsächlich kein gutes Haar an dem Fest gelassen, vorwiegend deshalb, weil ich generell dazu tendiere, mir die historischen Hintergründe eines Festes anzusehen und dann mit der Realität zu vergleichen. Und da stieß es mir dann eben immer sauer auf, wie die Mehrheit der Leute auf diesem Fest besteht, als habe es das “schon immer” gegeben und als sei es das urchristlichste, reinste Fest überhaupt. In der Bibel steht jedenfalls nix davon, dass Jesus Geburtstagspartys geschmissen hätte, und sowohl die Schenkerei als auch der Weihnachtsbaum entspringen heidnischen Bräuchen, die die Kirche bis weit ins 19. Jahrundert als Teufelszeug (überspitzt formuliert) verdammte. Bis ihr irgendwann ein Licht aufgegangen ist und sie einen 180°-Schwenk vollzogen hat, seither stehen die ketzerischen Bäume in allen Kirchen.
Ach ja, und wie ich unlängst erst aus der Zeitung erfuhr, geht das Christkind, das gerade in Österreich als ureigenes katholisches Symbol verehrt wird, auf eine Lutherische Erfindung zurück. Aus dem einfachen Grund, dass zuvor der Hl.Nikolaus, ein Erzkatholik, die Geschenke brachte, was natürlich nicht sein durfte, deshalb wurde er in evangelischem Hoheitsgebiet durch das Christuskind als Gabenbringer ersetzt. Irgendwann hat sich dann eine Wende vollzogen und im Norden Deutschlands der Weihnachtsmann durchgesetzt, während das Christkind die Katholiken beglückte. Und heute glaubt natürlich jeder, dass das “immer schon so gewesen” sei.
Was den Import des Weihnachtsmanns aus den USA betrifft, so ist das nur zum Teil richtig. Den Nikolo gab es bei uns wie gesagt schon vorher. In den USA vermischte sich jedoch seine holländische Variante Sinter Klaas mit dem englischen Father Christmas, und heraus kam Santa Claus. Erfunden wurde die Figur also NICHT von Coca Cola, wie viele annehmen, er hat von dem Softdrinkkonzern lediglich sein heutiges Äußeres erhalten. Das typische Bischofsgewand dürfte er aber schon zuvor abgelegt haben.
Wie auch immer: Wer heute empört die Verdrängung des Christkinds moniert, der halte sich immer vor Augen, dass es evangelische Wurzeln hat, und dass es niemals ein “schon immer da gewesen” gibt. Alles fließt. (Quelle)
Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja. Ich habe mich mittlerweile mit Weihnachten arrangiert. Wann das geschehen ist, weiß ich selbst nicht, vielleicht haben 4 Jahre “Weihnachten auf Gut Aiderbichl” und Hansi Hinterseer meinen Willen gebrochen, aber mittlerweile find ich das ganze recht nett. Ich feiere nur mit meinen Eltern, im kleinsten Kreis, und damit gibt es auch keine Familientragödien. Vielleicht liegt es daran. Wir haben keinen Harmoniezwang.
In diesem Sinne, ein frohes Fest. Und wem’s zu viel ist, der schaue sich vielleicht einen typischen Weihnachtsfilm wie “Dawn of the Dead” an. Laut meinem Freund Christoph sehr passend zu den momentanen Zuständen in den Einkaufszentren.

Hmmm ….
Ich zieh mir nach dem Weihnachtsessen mit den Oldies & Bruder einen Italo-Western rein: zwei Glorreiche Halunken.
danach vielleicht noch einen Horrorflick, kommt drauf an. Oder i schmeiß die PS3 an. ^^
Glorious Christmas so to say.
Frohe Weihnachten wünsch ich.
Es gibt zwei Kategorien von Menschen … die einen laden ihre gesamte Verwandtschaft ein, die anderen ziehen sich einen Italowestern rein. Naja, bald stapeln sich die Leichen, so oder so … :- )
Als Jemand der nur deshalb eine Küche hat weil sie schon vor mir da war, mag ich Weihnachten und den ganzen Rummel drum herum.
Essen das nicht aus der Mikrowelle kommt muss halt entsprechend Zelebriert werden ;-)
Frohe Weihnachten und ein Gutes 2010 wünsche ich dir auf diesem Weg.
Loriot und Heinz Becker sind jedes Jahr eine angenehme Pflicht :)
Dann passt’s ja, dass meine Freundin und ich gerade das Comicbuch zu “Shaun of the Dead” gestern gelesen haben und wir gestern Abend noch “Plants vs Zombies” (ein sehr gutes Tower-Defense Spiel [wem das was sagt]) gespielt haben ;-)
In diesem Sinne frohe Weihnachten und alles Gute für 2010.
Eine kleine Ergänzung: Nicht mal das Äußere des Weihnachtsmannes wurde von Coca Cola erfunden, sondern nur bei uns populär gemacht. Siehe: http://www.snopes.com/holidays/christmas/santa/cocacola.asp
Kurze Ausschnitte:
“And it is true at the beginning of the 1930s, as the burgeoning Coca-Cola company was looking for ways to increase sales of their product during winter (then a slow time of year for the soft drink market), they turned to a talented commercial illustrator named Haddon Sundblom, who created a series of memorable drawings that associated the figure of a larger than life, red-and-white garbed Santa Claus with Coca-Cola (…)”
“Illustrations of lavishly bearded Santas (and his predecessors), showing figures clothed in red suits (and hats) with white fur trimming, held together with broad black belts, were also common long before Coca-Cola’s first Santa Claus advertisement appeared, as evidenced by these examples from 1906, 1908, and 1925, respectively”
“All this isn’t to say that Coca-Cola didn’t have anything to do with cementing the modern image of Santa Claus in the public consciousness.”
@ kloetzchen: Danke für die Information! Ist ja interessant. Ich nehme mal an, der Illustrator hat dieses spezielle Outfit übernommen, weil das Rot und Weiß so schön ins Coca-Cola-Konzept passte. Sofern die Farben damals schon Werbeträger waren.
Besonders interessant finde ich, dass die französische Wikipedia sehr detaillierte Informationen zum Thema “Weihnachtsmann” bereit stellt..
was ich ganz interesant finde auch wenn ich etwas spät drann bin damit ist das der Advent eigentlich die vorbereitungszeit auf den Weltuntergang ist!
Wie das???
Im Advent warten wir nicht auf Jesus Geburtstag sonder feiern seine Wiedergeburt, bzw. das er eines Tages wiedergeboren wir oder zu uns zurück kommt, wie man will.
Laut der Biebel (Offenbarung des Johannes) wird Jesus zum Jüngsten Gericht wieder auf die Erde hinabsteigen, also bereiten wir uns einmal im Jahr auf die Apokalypse vor.
Zuminderst behauptet mein Relilehrer sowas und als Pfarrer (evangelisch) müsste der das ja wissen