Archiv für September 2009
Filmkritik: District 9
Geschrieben in Wortspenden am Dienstag, 29.09.2009Eine etwas ungeplante Filmkritik, wie auch ein unerwarteter Film. Ich lese zwar Zeitung und verfolge latent die Kulturmitteilungen, aber der hier wäre an mir vorübergegangen, hätte mein Kinopartner Christoph mich nicht darauf aufmerksam gemacht und gestern dazu überredet.
Der Film ist großartig. Ich hatte nur eine kurze Inhaltsangabe darüber gelesen und war mit der Erwartungshaltung auf gepflegten Schwachsinn ins Kino gegangen, aber das hier ist Science Fiction in bester Tradition. Mit einer Vorausbedingung: Man darf sich nicht auf technische Logik versteifen. Der Film ist das, was SciFi im besten Fall immer ist: Sozialkritik im Technik- und/oder Fantasygewand. Mit der Betonung auf Sozialkritik. Weiterlesen »
Veränderungen
Geschrieben in Marktplatz, Musik, News, T&M am Montag, 28.09.2009Es ist jetzt exakt 3 Jahre her, dass ich mein letztes Labor verlassen und mich ausschließlich von der Selbstständigkeit ernährt habe. Seither ist viel passiert, unter anderem ist eine (tatsächliche oder künstlich geschaffene, wie auch immer) Wirtschaftskrise über die Welt gekommen. Die Banker sind schon wieder fleißig am Spekulieren, die breite Masse der Schlechtverdiener darf’s ausbaden, wie üblich.
Wie auch immer, schlechte Zeiten für Experimente, dachte ich, und da ich sowieso immer die Absicht hatte, in den erlernten Beruf zurückzukehren und überdies nicht jünger werde, ist es nun soweit. Sofern nichts dazwischen kommt, werde ich ab 1.10. wieder ganztags nicht zeichnen.
Das bedeutet aber auch, dass ich meinen Online-Shop abgeben werde. Derzeit ist das Angebot auf die Alben reduziert, die Abwicklung der Bestellungen erfolgt durch den Verlag. Ab 1.1.2010 wird der Shop gänzlich an den Verlag übergehen. Der Grund dafür ist, dass ich einerseits jetzt wirklich keine Zeit mehr für Auftragsarbeiten habe und andererseits diese auch nicht ausführen dürfte. So ist das halt im Angestelltendasein.
T&M wird ab sofort als Freizeitbeschäftigung weitergeführt. In letzter Zeit hat es eh so gut wie keine “Wann geht’s endlich weiter”-Kommentare gegeben, insofern scheint mein jahrelanges Zetern darob wohl endlich gefruchtet zu haben. ;-)
Also, haltet mir die Daumen – Science calls!
P.S. Was ich noch vergessen habe zu sagen: Ich werde im Oktober keine Musikbeispiele vorstellen. Bis zum 10.10. sind noch Musikpostings vorprogrammiert, den Rest nehme ich mir mal eine Auszeit, weil ich vermutlich den Kopf woanders haben werde.
P.P.S. Der Online-Shop ist momentan auf die Alben reduziert, aber er wird wie erwähnt von meiner Verlegerin weitergeführt. Sobald sie ein neues Sortiment auf die Beine gestellt hat, wird es also auch wieder andere Artikel wie Shirts oder Tassen zu kaufen geben. Das wird aber frühestens nächstes Jahr der Fall sein.
Kapitel 6 Folge 7
Geschrieben in News, T&M am Montag, 28.09.2009… ist jetzt komplett. Newsletter folgt etwas später.
Heinz Wehner und sein Telefunken-Swing-Orchchester, “Swingin’ The Jinx Away”
Geschrieben in Musik am Freitag, 25.09.2009Ich habe eben eine neue Entdeckung gemacht. Etwas beschämt muss ich zugeben, dass mir Heinz Wehner bislang entgangen ist. Wieder so ein Hotspieler, den die Nazis nicht verhindern konnten.
Leider kenne ich das Jahr dieser Aufnahme nicht, könnte aber aus den mittleren bis späten 30ern stammen. Wer mehr Informationen hat, bitte kommentieren!
Lutz Templin Tanz-Orchester, “Für eine Stunde Leidenschaft” (1942)
Geschrieben in Musik am Sonntag, 20.09.2009Dieser Foxtrott kommt so lieblich daher und hat es doch in sich. Franz Grothe war sicherlich ein großartiger Film- und Tanzmusikkomponist. Er war auch Mitglied der NSDAP und machte unter den Nazis Karriere (offensichtlich war Swing nicht mehr “undeutsch”, wenn er von einem Parteimitglied geschrieben wurde).
Auch Lutz Templin war nicht eben ein unbeschriebenes Blatt, er schrieb als Leiter von “Charlie and his Orchestra” jazzige Nummern zu deutschen Propagandaliedern um. Dazu ist fairerweise zu sagen, dass die Deutschen diese Kunst nicht allein beherrschten, die Amerikaner waren ganz groß in Anti-Feind-Propaganda, bestes Beispiel wäre die Nummer “We’re Gonna Have to Slap the Dirty Little Jap“. Ganz abgesehen davon ist das Phänomen an sich natürlich uralt.
Die Gewissensfrage ist nun: Hört man sich solche Musik (wie vorliegenden Foxtrot, nicht die Propagandalieder) an oder nicht?
Saxophonorchester Dobbri, “Ich reiß mir eine Wimper aus” (1928)
Geschrieben in Musik am Dienstag, 15.09.2009Musik: Fred Raymond Text: Charlie Amberg
Ein sogenannter “Kokolores-Schlager”, wie mich der YT-Poster dankenswerterweise erinnert. Absolut sinnfrei und herrlich. Es gibt noch eine weitere Variante auf YT, nämlich eine von Max Hansen, in welcher dieser auch die Zwischentexte singt. Diese nun gehört habend kann kich versichern, dass die Refrainversion ausreicht, insbesondere mit der wesentlich besseren Orchestrierung von Otto Dobrindt. Auch wenn’s etwas rauscht.
James P. Johnson, “Eccentricity” (1921)
Geschrieben in Musik am Donnerstag, 10.09.2009Ein Ragtime-Walzer, leicht und beschwingt auf dem Klavier gespielt. Das ist einfach schön anzuhören und jeder, der Klavier zumindest mal gelernt aber nicht zur Reife gebracht hat, sollte schon vom Zuhören Knoten in den Fingern bekommen.
