Kleine Gedächtnisstütze
Geschrieben in T&M, Technische Details am Freitag, 07.08.2009Nachdem nun schon mehrere Leute sowohl im Forum als auch im Blog oder via Mail nachgefragt haben, warum Mercedes hier den Tod scheinbar als “Memme” angesprochen hat und dennoch nicht gestorben sei, möchte ich doch nochmal die Grundvoraussetzungen in Erinnerung rufen. Es reicht ja nicht, den Tod bei (s)einem Namen zu nennen, selbst wenn er ganz woanders (also außerhalb der Wahrnehmung) weilt, sonst würde jeder sofort tot umfallen, wenn er nur das Wort “Tod” ausspräche.
Also bitte: Hier (letztes Panel) nochmal nachlesen, wie’s geht! Alles klar? :-)

Oki, verstanden, man muss ihm dabei ins Angesicht blicken
*G* ich hab mal ein wenig weiter geblättert, Abschnitt 1 Strip 8, das Mädchen mit der Augenbinde, wie passt das da rein?
@ elfchen: Dazu gibt’s eine HG-Info. Bitte nachlesen! :-)
Deswegen hat es also die arme Nina erwischt :(
Wie kommts dann, dass Mercedes glaubt, sich in Teil 1 Abschnitt 15 Strip 05 “verplappert” zu haben? Sie schaut ihm ja nicht in die Augen, da die ja geschlossen (oder weg..?) sind. Und selbst, wen sie offen sind, sieht’s eher so aus, als würde er geradeaus schauen.
Ich seh das Problem nicht. Zum einen sieht sie ihn ja sehr wohl an und zweitens befürchtet sie es nur.
Tut mir leid, aber ich komme auch trotz nachlesens in den verlinkten Comics zu dem Ergebnis, dass Mercedes nach den Regeln jetzt tot sein müsste. Du schreibst:
“Es reicht ja nicht, den Tod bei (s)einem Namen zu nennen, selbst wenn er ganz woanders (also außerhalb der Wahrnehmung) weilt, sonst würde jeder sofort tot umfallen, wenn er nur das Wort “Tod” ausspräche.”
Sie sagt ja aber nicht zu irgend jemandem: “Der Tod ist ein finsterer Geselle”, sondern spricht in ausdrücklich als “Du Memme” an.
Aber der Tod scheint ja im Bezug auf Mercedes die Regeln ja doch ziemlich weit auszulegen, und im Zweifelsfall bist du der Boss :-) .
Also, noch mal langsam und zum Mitschreiben:
Der Tod kann einen nur holen, wenn man ihn
1. direkt anspricht und beim Namen nennt
2. dabei in die Augen schaut.
Dabei gibt es noch ein paar Zusatzregeln:
1. Der Tod hat sehr viele Namen und im Prinzip gilt jedes Hauptwort, das als Anrede benutzt wird (Hund, Gevatter, Wahnsinniger …).
2. Ohne den Blickkontakt, kann er einen nicht holen. Die berühmte Szene mit verbundenen Augen beschreibt eine frühere Begebenheit, die so nicht mehr stattfinden kann. Tod war da noch jünger und unerfahrener und schummelt hier (und hat sicherlich dafür Ärger bekommen ;-). Er hat sich früher ja auch noch auf allerlei Handel eingelassen (Schachspiel, Biographie des Todes …), was er inzwischen auch nicht mehr tut.
3. Die für diesen Comic mit die wichtigste Regel:
Fühlt sich eine sterbliche Person vom Tod in irgendeiner Form angezogen, kann er sie nicht holen. Erst wenn die emotionale Bindung von seiten des Sterblichen gelöst ist, kann dieser sterben. Die Emotionen des Todes sind dabei völlig irrelevant.
(4. Eine Zusatzregel betrifft den Vortex, in dem das Sterben offenbar unmöglich ist. Aber das ist noch nicht restlos geklärt.)
Mercedes ist also noch nicht tot, da nicht beide Regeln zutreffen. Zwar nennt sie Tod beim Namen, aber sie schaut ihm dabei nicht in die Augen und überdies, wie gesagt, kann er sie im Vortex möglicherweise gar nicht holen. Aber selbst wenn das möglich wäre: SIE SCHAUT IHN NICHT AN!
So, ich hoffe, jetzt sind alle Klarheiten beseitigt.
@Nina
Wenn ich etwas falsch verstanden oder widergegeben habe, bitte ich um Korrektur :-)
@ Leila: Nein, stimmt alles. Ich staune gerade, wie so eine simple Regel für so viel Verwirrung sorgen kann. Es ist doch eigentlich alles ganz logisch. Und dass M. den Tod nicht ansieht – und zwar gleich doppelt, denn sie dreht ihm den Rücken zu UND hat die Augen geschlossen – ist doch ziemlich offensichtlich.
Sehr merkwürdig.
Tja, da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.
Ok, ich für mich muss gestehen, dass ich die Regel mit dem Blickkonkakt nicht wirklich als solche wahrgenommen habe, auch wenn diese unstreitig im oben verlinkten Panel ausdrücklich erwähnt wurde. Ich habe mich eher an den Bildern orientiert, und war dadurch zu dem Ergebnis gekommen, dass wenn eine Person mit verbunden Augen, die nicht einmal weiss, wenn sie da gerade Anspricht, die Regeln erfüllt, dann hätte auch für Mercedes jetzt die letzte Stunde geschlagen. Oder auch der Herr mit dem Stuhl, wenn “Du Lump” eine Anrede und nicht nur eine Beschimpfung war, dann auch “Du Memme”.
Wie sterben im übrigen Blinde und Stumme? (nur Spass ;-) )
@ Jup: Das ist schon mehrfach zur Sprache gekommen*), woraufhin ich als Mindestinformation immer gesagt habe: Es kommt de facto nicht aufs optische Sehen, sondern aufs Wahrnehmen an.
Alles weitere bleibt abzuwarten.
*) Soll heißen, im Blog, im Forum und sonstwo, ich weiß bloß nicht mehr wo genau. Aber erklärt wird es noch, im Verlauf der Handlung.
Vielleicht stirbt sie deshalb nicht, weil der Tod aufgrund seiner Gefühle zu ihr eine innere Blockade aufgebaut hat! Freud hätte seine Freude an einem solchen Tod! Es kann natürlich auch an diesem “Ort” liegen…! Ich hoffe du kannst was damit anfangen, Nina!
@ Peter W.: Nun ja, eigentlich bin ich nicht diejenige, die Erklärungen braucht… O_o
Was mitunter daran liegen könnte, dass ich die Geschichte und ihre Regeln erfunden habe. Und sagt jetzt bitte nicht, dass euch das überrascht, sonst krieg ich wirklich Kopfschmerzen.
@ Nina: Tschuldige, ich habe mich falsch ausgedrückt! Ich meinte nicht, dass du Erklärungsbedarf für deine eigenen Regeln brauchst – dafür schätze ich deine Arbeit zu sehr! Was ich meinte war: Kannst du etwas mit der Idee anfangen, hast du irgendwelche Einwände? Ich will dir keineswegs Kopfschmerzen bereiten… übrigens, ein altes Hausmittel gegen Kopfschmerzen besteht aus einer halbe Tasse kaltem Kaffee und einem ordentlichen Spritzer Zitronensaft. Schmeckt schauderhaft, aber wirkt wahre Wunder!
@ Peter W.: Das war nicht so bierernst gemeint, keine Panik.
Sterben tut sie in obig verlinkter Szene aus den genannten Gründen nicht. Gefühle haben hier nix mit zu tun, weil die Gefühle des Todes, wie Leila völlig richtig aufgelistet hat (und wie in Teil 1 auch erklärt wird) irrelevant sind.
Und dein Rezept gegen Kopfweh klingt ein wenig wie die Hammer-Methode: Wenn dir der Kopf weh tut, schlag dir mit dem Hammer fest auf die Zehe, danach merkst du den Kopfschmerz gar nicht mehr. ;-)
muss der Tod sich nicht auch von der Anrede wirklich angesprochen fühlen? So sagt er doch in Teil 1,A1,S8 “ich lasse es mal gelten” naja, und “Memme” ist ja noch abwertender als “Lump” ;)
lg
und vielen Dank für die immer neuen Strips :) freu mich schon auf den nächsten
Wie es ganz klassisch geht, kann man hier nachlesen:
http://comics.orf.at/comics/33243.html
*auf der Leitung steh*
Was ist mit Teil 2 Kapitel 2 Folge 8 Strip 4 und 5?… Der Fallschirmspringer ist eingeschlafen und stirbt trotzdem. Hat er den Tod etwa schon davor (vor dem Einschlafen) gesehen und etwas geflüstert? Oder kann der Tod ihm im Traum erscheinen und er sagt etwas im Traum? Und kann das in-die-Augen schauen und beim-Namen-nennen nicht auch versetzt sein?
Entschuldige die Fragerei, aber ich finde den Comic faszinierend und möchte die Geschichte auch richtig verstanden haben
@ Axy: Ich habe etwas weiter oben in den Kommentaren schon etwas dazu geschrieben. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ihr werdet es abwarten müssen.
Im übrigen: Glaubst du tatsächlich, dass der Fallschirmspringer eingeschlafen ist? Dann wäre er vermutlich der erste Mensch, dem das beim Fallschirmspringen gelingt.
Eher im Sinne von bewusstlos geworden… aber ich kenne Leute, denen würde ich das mitm Einschlafen auch zutrauen O:-)
Danke für die Antwort