Wach gelacht
Geschrieben in Kurioses, Wortspenden am Donnerstag, 26.02.2009Ich habe so eine Eigenschaft, die ziemlich rar sein dürfte, da mir noch nie jemand von ähnlichen Erlebnissen berichtet hat.
Fast jeder ist schon mal durch einen Albtraum erschreckt aus dem Schlaf gerissen worden. Das passiert mir seit gut 10 Jahren nicht mehr, weil ich halbluzid träume (sprich, ich beeinflusse meine Trauminhalte während des Träumens, werde mir bewusst, dass das jetzt eine unangenehme Geschichte in welcher Hinsicht auch immer zu werden droht, und ändere den Inhalt während des Träumens ab; halbluzid nenne ich das ganze, weil ich es mir nicht vornehme, es passiert einfach).
Was mir hingegen so ein, zwei, drei Mal im Jahr passiert ist, dass ich mich aus einem Traum wachlache. Da passiert irgendwas in der Traumhandlung, das ich so komisch finde, dass ich real zu lachen beginne, und dieser Lärm weckt mich dann auf. Das finde ich dann in der Regel gleich noch viel komischer, so dass ich mich für gute 10 Minuten wiehernd im Bett rumwälze, und weil ich mir vorstellen kann, wie bescheuert das aussieht, muss ich gleich noch viel mehr lachen.
Was ich dabei aber noch interessanter finde, ist, dass das, was mein Gelächter im Schlaf ausgelöst hat, hernach weit weniger lustig wirkt, und Leute, denen man es erzählt, reagieren meist überhaupt nicht darauf.
Vielleicht kann ich es besser verdeutlichen, wenn ich die Szenerie beschreibe, in der dann der bewusste Lachauslöser fiel. Es war eine halb-berufliche, halb-freundschaftliche Runde von Arbeitskollegen, die da beisammen saß. Welche Rolle ich dabei spielte, weiß ich gar nicht, ist jetzt aber auch unwichtig. Man stelle sich vor: Eine Runde entspannter Arbeitskollegen, man trinkt vielleicht schon das zweite Bierchen und “der Schmäh rennt”, wie man in Wien so schön sagt. Dann kommt das Gesprächsthema auf Diskretion, genauer gesagt die Fähigkeit, sich unbemerkt und unerkannt durch einen Raum zu bewegen. Woraufhin lachend auf einen in der Runde gedeutet wird, der ja wohl mal überhaupt nicht diskret sein könne. Der kontert daraufhin mit gespielter Entrüstung und meint:
“Ich? Ich könnt’ der Al-Kaida mit einem Sackel Maroni ins Ohrwaschel kriechen!”
Man bedenke: Ich habe diesen Satz nie zuvor in meinem Leben gehört. Das war also eine reine Traumgeburt. Ich finde diesen Ausspruch dermaßen absurd, dass ich mein Gelächter zumindest nachvollziehen kann. Verstehen werden ihn vermutlich nur Österreicher oder Deutsche, die schon ein bisschen Wienerisch vorbelastet sind. “Ein Sackel Maroni” soll dabei für etwas Raschelndes, also durchaus Auffälliges stehen. Der Typ wollte also festhalten, dass er sich sogar mit Geräuschverstärkung in ein Hörorgan einschleichen könnte, ohne wahrgenommen zu werden. Die Formulierung aber… Wie in aller Welt bin ich auf DIESEN Satz gekommen?? Und das noch dazu im Traum?
I bin ma selbst a Wunder.
