Marilyn Manson & Bobby Goldsboro – die ideale Mischung
Geschrieben in Musik am Dienstag, 28.10.2008Wer diesen Beitrag übersteht, der ist gerüstet fürs Leben, denn härter kann’s nicht mehr kommen. Ich gebe ja zu, ich bin gemein. Vermutlich wird sich jeder nach diesem Beitrag sehnlichst die Rückkehr zu den 20er-Jahre-Schlagern wünschen, und diesem Wunsch werde ich auch gerecht werden. Aber zuerst muss die Mischung her!
Wie ich jemals auf die Idee gekommen bin, Bobby Goldsboro mit Marilyn Manson zu mischen, weiß ich nicht mehr. Könnte sein, dass ich nach dem erstmaligen Hören des allzu süßlichen “Honey” (das habe ich im vorigen Beitrag thematisiert und verlinkt) ein Gegengewicht brauchte und mir einfach eine Manson-Nummer reingezogen habe. Da kam ich dann wohl drauf, dass die zwei sich herrlich die Waage halten.
Es kommt ganz auf meine Tagesverfassung an. Manchmal höre ich im Verhältnis 1:1, dann wieder mehr Manson oder mehr Goldsboro. Je nachdem wieviele Morde ich begehen möchte… nein, Quatsch beiseite, ich finde eigentlich beide sehr kitschig und melodisch. Ja, im Ernst, auch Herrn Manson finde ich melodisch, der hat für so einen Metal-Rocker eine wirklich gut temperierte Stimme, die auch sehr variabel ist und nicht nur auf eine Prim dahergröhlt, wie die meisten anderen Metal-Sänger. Der Mann singt wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Dass mir Manson gefällt, ist verständlich. Allein schon die Tatsache, dass er eine Coverversion von Danny Elfmans “This is Halloween” aus dem Stop-motion-Film A Nightmare Before Christmas gesungen hat, macht ihn sympathisch. Als ich mir die Slideshow in diesem Video angesehen habe, fiel mir überdies auf, dass wir uns latent ähnlich sehen. Könnte mein Bruder sein. Hmmm.
Wo ich bei Manson lyrische Tendenzen höre, fällt mir umgekehrt bei Goldsboro eine latente Brutatlität in den Texten auf, die von den süßlichen Melodien gekonnt verdeckt wird. Man muss sich mal anhören, was der da singt: Bei “Honey” ging es um einen Mann, der seine Frau/Freundin immer wie ein dummes Schoßhündchen behandelt hat, bis sie sich umgebracht hat (so wie ich das verstehe). Er singt sehr oft davon, wie er eine Frau auf irgendeine Art und Weise unglücklich gemacht hat, oder wie er sich seiner eigenen Freiheit freut, die er sich mit der Einsamkeit einer Frau erkauft. Und das zu diesen Balladenmelodien, die einem vorgaukeln wollen, dass alles so harmonisch sei! Brutal.
Wie auch immer. Ich gebe hier mal einige Beispiele von Liedern (selbst komponiert wie auch gecovered), die man sich am besten in dieser Reihenfolge anhört:
Bobby Goldsboro, “The Autumn of my Life”(1968)
Marilyn Manson, “I put a spell on you” (Coverversion von Screamin’ Jay Hawkins)
Bobby Goldsboro, “Molly” (1963)
Marilyn Manson, “The Nobodies” (2001)
Bobby Goldsboro, “I’m a drifter” (1969)
Marilyn Manson, “Tourniquet” (1996)
Und jetzt kommte der absolute Overkill. Ich muss ausdrücklich davor warnen, sich das letzte File anzuhören – das ist derart geballter Kitsch, dass zartbesaitete Menschen womöglich Schaden erleiden könnten. Nichtmal ICH habe es geschafft, mir dieses Lied ein zweites Mal anzuhören. Dagegen ist Monthy Pythons Deadly Joke ein Witz.

Vielen Dank für die wunderschönen alten Schmachtfetzen. Gerade das richtige für die Pflege der herbstlichen Stimmung.
Beim Schmökern habe ich folgendes Gedicht von Kurt Tucholsky, veröffentlicht 1930 in “Die Weltbühne” zur aktuellen Lage gefunden:
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.
So viel zum Thema: Nostalgie.
Jessasmariaundjosef! BEVOR ich mir “A Butterfly for Bucky” angehört habe, dachte ich: Naja, das wird mich nicht beeindrucken können, schließlich bin ich mit Dieter Thomas Hecks “ZDF-Hitparade”, also mit jedem erdenklichen deutschen Schlagerkitsch aufgewachsen, und was kann schlimmer sein als Andi Borg (“Resistance is futile!”) oder Roland Kaiser?
Tatsächlich ist dieser Schmachtfetzen aber etwas Besonderes: der kleine blinde Bub, von Schmetterlingsflügeln berührt, kann wieder sehen – das muss sich einer erst mal trauen zu singen (jedenfalls zu veröffentlichen). Bei einem amerikanischen Sänger habe ich natürlich sofort den Verdacht (ganz im Unterschied zu deiner “kritischen” Lektüre von “Honey”): da ist überhaupt NIX auch nur ansatzweise ironisch gemeint, sondern das spricht ein religiöses Publikum an, das ganz wortwörtlich an Wunder glaubt. Schon wo du in “Honey” – auch für mich völlig nachvollziehbar – einen Selbstmord der Frau annimmst, schreibt Goldsboro ja knapp “the angels came”, was zu einem Selbstmord (= Sünde!) nicht passt, und der Tonfall des ganzen Songs ist ja sehr zärtlich und gar nicht Macho – wer in Honeys Tod also einfach nur eine Tragödie sehen will (Krebs oder so)…
Ob ich mir demnächst einmal den ganzen beinharten “culture clash” Bobby Goldsboro / Marilyn Manson reinziehe – mal sehen. Was ich aber interessant finde ist, wenn man Schnulzen in einen total unschnulzigen Kontext versetzt; der großartige britische Film “Mona Lisa” z.B. hat seinen Titel von dem berühmten gleichnamigen Lied von “Crooner” Nat King Cole, das auch gleich am Anfang gespielt wird, als Bob Hoskins aus dem Gefängnis entlassen wird und durch ein unfreundliches London stapft – wie da die relativ kalten Bilder und dieses warme Lied miteinander verschmelzen, das konfrontiert den Zuschauer sofort mit der Doppelbödigkeit des Films. Im Trailer http://www.youtube.com/watch?v=F8CAdm_1gZA wird das Lied leider nur ganz am Anfang kurz angespielt.
Abschließend noch (m)ein Beitrag zum Megakitsch: ob “I’m so lonesome I could cry” ein wunderwunderschönes Lied ist, oder eine furchtbare Schnulze, lasse ich einmal unkommentiert; bemerkenswert finde ich jedenfalls folgende Version, wo der superharte Football-Spieler Terry Bradshaw sie inbrünstig (und gar nicht übel!) intoniert – aus heutiger Sicht wirkt die 70er Jahre Frisur sicherlich zusätzlich irritierend: http://www.youtube.com/watch?v=yfw8acB7TVk
Ich find die Kombination sympatisch *g* Goldsboro ist mir zwar was fremd, aber das Prinzip kommt mir vertraut vor. Ich misch manchmal gerne Klassik mit Noise. Irgendwie sind die Sachen so weit voneinander entfernt, dass sie sich in ihrer Perfektion schon wieder ähnlich werden und sich gegenseitig Momentum geben.
Das Video zu This is Halloween ist übrigens “aufgrund des Anspruchs eines Urheberrechtsinhabers nicht mehr verfügbar”.
Gruß
Zyl
@ Melanie: Ja, es ist doch eine ewige Wiederkehr des Gleichen, nicht?
@ Roman: Es freut mich sehr, dich doch noch erschüttert zu haben! *ggg*
Nein, Goldsboro meint das mit Sicherheit NICHT ironisch. Bezüglich “Honey” muss ich aber hinzufügen, dass das Lied nicht von ihm stammt, sondern gleichfalls gecovert ist. Seine Interpretation ist jedoch die, die jedermann kennt. Und soviel ich weiß (Quelle vergessen, auch nicht übermäßig zuverlässig), hat der Originalautor auch nicht näher darüber nachgedacht, woran Honey nun gestorben sei. Was meiner Ansicht nach nicht weniger bedenklich ist.
@ Zyl: Leider sind die Links schneller tot als man sie überprüfen kann. Ist jetzt korrigiert, funktioniert wieder.
Gestern gab es auf Radio Wien um 19:00 Uhr eine “Words”-Sendung zum Thema “Sterben, Mord, Hinrichtung und andere Schicksale”. In dieser Sendung werden immer Liedtexte zu einem bestimmten Thema vorgestellt. Es kamen ua folgende Lieder (Liedtexte) vor: “Honey”, “Ruby”, “Green, Green Gras of Home”, “25 Minutes to go”,…
Ich glaube die Sendung wird am Donnerstag um 22:00 Uhr wiederholt.
Hi.
Honey (i miss you) wurde von Bobby Russel in 1968 für Bobby Goldsboro geschrieben; Goldsboro’s Fassung ist somit das Original. #2 US Single Chart; #1 Country Charts.
Wo in dem ‘Schmachtfetzen’ einen Hinweis auf Selbstmord stehen soll, sehe ich nicht.
Kitschig ist imo vor allem, daß ein 27-Jähriger über eine Beziehung resümiert, die so lange gedauert hat, das ein eingepflanzter Zweig zu einem grossen Baum werden konnte. Aber wenn eine 18jährige Mary Hopkins über “Those were the days” trällern kann…….
@ bard jun.: OK, danke für den Hinweis.
Dass es bei dem Tod der Frau um Selbstmord geht, habe ich nicht als erste entdeckt. Ich glaube, jeder, der auch nur am Rande jemals mit Depressionen in Berührung kam, kann das erkennen. Aber gut, wenn du mich herausforderst, dann geh ich den Text Schritt für Schritt durch.
Also, bis hier wird schon klar, was der Typ in seiner Frau/Freundin sieht: Eine Nora im Puppenheim, ein kleines, niedliches Dummchen. Dies steigert sich im weiteren Verlauf.
Sie ist offensichtlich ein sehr emotionales Wesen. Man darf nicht vergessen, dass diese Worte aus der Sicht des Mannes gesprochen werden, der ja ein ziemlicher Vollidiot ist und bis zum Schluss nicht kapiert, was eigentlich los war. Er kommt also heim, und sie heult wegen irgendwelcher rührseliger Fernsehsendungen.
So, spätestens hier wird klar, dass etwas nicht stimmt. Sie hat einfach so geheult, “grundlos”, wie das eben für einen unsensiblen Vollidioten wie den Typen immer erscheint. Irgendwas hat in der Beziehung nicht gepasst, und ich müsste mich schon stark wundern, wenn es nicht an dieser bevormundenden Art und Weise lag, wie er sein “Weibchen” gehalten hat. Zumindest hat er nicht geschnallt, dass es ihr schlecht ging, denn in seinen Augen war ja immer alles “grundlos”.
Hallo? Im Frühling, wenn die Vöglein zwitschern, ist sie “von ihm gegangen”? Ja, wie hirn- und gefühlslos muss man eigentlich sein? Entweder war sie physisch krank und der Typ will das einfach nicht zugeben (was auch schon bedenklich ist), oder es war ein Unfall (wofür es keinen Hinweis gibt), oder es war Selbstmord. Und genau diese blümerante Formulierung…
… von den Engelchen, die sie geholt hätten (kotz!) deutet mehr als stark auf Selbstmord hin. Bei einer Krankheit oder einem Unfall sind die Idioten dieser Welt in der Regel offener, bei einem Selbstmord waren es gerne mal die Engel, die jemanden davongetragen haben. “Ganz allein” war die gute Frau in der Tat, nämlich über die gesamte Beziehung hinweg, denn der Idiot hat sich gerade mal an ihrer Fassade und scheinbaren niedlichen weiblichen Dummheit ergötzt, in ihr aber nie einen Menschen gesehen.
Und in den letzten Zeilen wird deutlich, dass er durch ihren Selbstmord nichts, aber auch GAR nichts gelernt hat, dass er immer noch dumm und staunend dasteht und keinen Durchblick hat. Ja, er mag trauern, aber nur um das verlorene Scheinbild, das was er in ihr sehen wollte, das sie aber nicht war. Sie hat ganz offensichtlich darunter gelitten, dass er nie bereit war, sich auf sie als eigenständiges Wesen zu sehen, nein, sie war immer nur etwas Liebes, Nettes, dem man Hündchen schenkt und das man im Garten spielen lässt. Ibsen lässt grüßen.
Ich bin ja musikalisch Sachen gewohnt, die um Welten fieser sind als Marylin Manson – der zwar ziemlich durchgenallt ist, aber keine wirklich harte Musik macht. Aber dieser Goldsboro…
Da kriecht man ja nach Sekunden auf dem Boden und fleht die Boxen um Gnade an. Unglaublich. Na gut, jeder wie er mag.
Wenn ich mir Mansons Videos ansehe, frage ich mich immer, ob er aus Spaß einfach sinnfrei-verrückte Filmchen dreht oder ob er sich irgendwas dabei gedacht hat, ob da was Tieferes hintersteckt. Ich komm nie drauf. Werd ich wohl auch nie. So ist das, jeder interpretiert was Anderes hinein und man kann nie wissen wer recht hat.
Wer noch überlegt, ob er sich den beinharten Culture-Clash reinziehen soll: Wer Goldsboro aushält, hält auch Manson aus, und zwar mit Leichtigkeit.
Wünsche viel Spaß bei neuen musikalischen Erfahrungen ;)
@ Ferathon: Ich sehe das genauso. Ich finde Manson im Bestfall niedlich, seine ewigen Versuche zu schocken oder gothic-romantisch zu sein sind eine Weile amüsant, langweilen aber auf Dauer. Goldsboro ist hingegen Hardcore. Daher sehe ich in der Gegenüberstellung Manson auch immer als Atempausen – endlich was Harmloses! – ehe der nächste Hammer von Bobby kommt. ;-)
Übrigens: Ich hab zwar keine Ahnung, wie du aussiehst, aber die Vorstellung, wie du vor den Boxen auf dem Boden kriechst und flehst finde ich gerade überaus amüsant!
Hmmm. Also wie gesagt finde ich die These von “Honeys” Selbstmord durchaus sehr plausibel. Aber dass du den Erzähler ihrer Geschichte auf wenigen Zeilen einen “ziemlichen Vollidioten”, “unsensiblen Vollidioten”, “hirn- und gefühllos”, nocheinmal “Idiot” und “dumm” nennst – dieses harte Urteil scheint mir in dem Lied ganz und gar nicht angelegt zu sein. Ich meine das zuallererst wegen des durchgängig sensiblen, zärtlichen Tonfall des Liedes; wenn Marilyn Manson das Lied gesungen (und instrumentiert!) hätte, oder Tom Waits, oder irgendjemand, dessen rauhe, kältere, distanzierte Interpretation eine Kluft zwischen den Worten und der Art und Weise, wie sie dargebracht werden, produziert hätte – das wäre etwas anderes. (Und in der Trennung von “Rolle” und “Darsteller” vielleicht mehr Brecht als Ibsen?) Außerdem bemüht der Text durchgängig Natur-Bilder – das wachsende Bäumchen (die “Klammer” des Liedes!), der erste Schnee, ein Hündchen, Blumen blühen und Rotkehlchen singen (prä-David Lynch, bittschön!), und nach Honeys Tod der Regen, der ihr Blumenbeet gießt… in diesem Kontext eingebettet soll Honeys Tod wohl erträglicher gemacht werden, als Teil eines ewigen Werdens und Vergehens – und somit traurig, aber nicht tragisch. Dass insbesondere die Erwähnung von Engeln ein Hinweis auf Selbstmord (eher als Unfall oder Krankheit) sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, da Engel doch Götterboten sind und somit den im religiösen Kontext sündhaften Selbstmord wohl schwerlich gutheißen können?!
Ja, Honey geht anscheinend keiner geregelten Arbeit nach, sondern sitzt den ganzen Tag zu Hause herum und wartet auf ihren Ehemann; ja, Honey ist ungeschickt, sentimental und naiv (wie übersetzt man adäquat “young at heart”?)… ein “Tschopperl” halt (auf Hochdeutsch vielleicht: ein “Dummerle”). Das entspricht aber wohl einfach dem durchgängigen Frauenbild der Schlagermusik dieser Zeit, würde ich sagen, oder auch einschlägiger Hollywood-Schmonzetten. Jedenfalls, ich kannte von Goldsboro bislang ja nur “Honey”, und nach dem, äh, Genuss von “A Butterfly for Bucky” fällt es mir jetzt schwerer, in “Honey” so ein latent (männlich-)selbstkritisches Element zu erkennen.
Worin ICH eher eine potentielle (!) Distanz sehe ist, wenn in solchen Liedern so dermaßen ÜBERDEUTLICH auf die Tränendrüse gedrückt wird, dass ich mir denke: eine solche Überaffirmation MUSS doch irgendwie ironisch sein. Aber wahrscheinlich ist das Blödsinn, und es geht halt einfach bloß um das Bedienen eines einschlägigen Marktes, dem man halt ganz “professionell” irgendeinen Super-Kitsch hinwirft… (Vom aggressiven, OFFENEN Sexismus vieler heutiger Rap-Texte und -Videos will ich gar nicht reden.)
P.S.: der Wikipedia-Link zu CNN führt ja zu einem Text, wo “Honey” als “das schlechteste Lied aller Zeiten” genannt wird – die haben dort offenbar noch nie Nicoles “Ein bisschen Frieden” gehört?! Und was ist mit “We are the world”????????
(Weitere Nominierungen willkommen ;-)
@ Roman: Nein, du missverstehst. Ich behaupte nicht, dass der Ich-Erzähler in dem Lied selbstkritisch sei – EBEN NICHT! Und genau deshalb auch meine Verärgerung.
Das ganze ist weder selbstkritisch noch ironisch gemeint, sondern – und das ist es, was mich aufregt – tatsächlich als ernsthaft romantisches Lied. Was der Text suggerieren will, ist, dass der Mann, der hier trauert, ja so ein armer Kerl sei, weil er seine Honey verloren hat. In seinen Worten klingt aber – unbeabsichtigt! – klar (jedenfalls für mich) durch, dass er der Hauptgrund für die Depressionen der Frau war.
Kurz und gut: Was ich so schlimm an dem Lied finde, ist, dass hier mit schönen, schwülstigen Worten Harmonie heraufbeschworen werden soll, die sich mit etwas eingeschaltetem Hirn als unsensible und fatale Dummheit offenbart.
Das ist, um ein etwas extremes Beispiel zu nennen, dasselbe, wie wenn Josef F. seine Tat (die eigene Tochter 24 Jahre im Keller eingesperrt und zum Inzest gezwungen zu haben) als eine Liebestat hinstellt.
Mir ist schon klar, dass das Lied fiktiv ist, mich stört auch nicht der Text als solcher, sondern die Tatsache, dass da offensichtlich niemandem (dem Texter, dem Sänger) bewusst war, was sie da überhaupt singen. Für die war das ein romantisch-trauriger Song, in meinen Augen ist es ein bedenkliches Zeichen für die Komunikationsmängel in zwischenmenschlichen Beziehungen. Da kann dann sogar ein Mensch sterben, und immer noch suchen die Verantwortlichen nicht die Schuld bei sich selbst. Nein, die ENGEL waren’s!
Übrigens: Wäre das Lied ein Einzelfall, wäre ich nicht so streng. Aber Goldsboro singt immer wieder derartige Lieder. Hör dir mal das ebenfalls verlinkte “The Autumn of my Life” an. Darin kriegt seine Frau auch wie aus heiterem Himmel Heulkrämpfe, woraufhin die Ehe zerbricht. Das alles eingebettet in rührselige Betrachtungen der Jahreszeiten. Eigentlich ist der Typ, der in Goldsboros Liedern singt, ein unglaublicher Egomane, aber keiner zeigt mit dem Finger darauf.
Mein Grundmissverständnis ist offenbar, dass ich annahm, du würdest die Goldsboro-Lieder eben doch irgendwie MÖGEN – z.B. wegen eines beträchtlichen Mehrwertes als „Camp“, zweckentfremdbar wie viele jener an sich „harmlosen“ Träller-Liedchen, die im Travestie-Kontext plötzlich eine neue Bedeutung bekommen („I am what I am“ und so…) – Dass der Ich-Erzähler von „Honey“ nicht selbstkritisch ist, ist natürlich klar, aber man könnte eben (wie bei jeder Geschichte) annehmen, dass der Autor des Liedes „Honey“ nicht ident ist mit dem Erzähler/Ehemann, und es da deswegen diese, meinetwegen sagen wir „latente“, Ambivalenz gibt. Aber deinen Kommentaren entnehme ich, dass du das Zeug eh einfach nur hasst!
Was nun „Autumn of my life“ angeht – boah, sooooooooo geht das ja echt nicht! Die anderen beiden Lieder haben wenigstens eine Binnenlogik (und sei einem das religiös verbrämte, stockbiedere Weltbild noch so unsympathisch); aber bei „Autumn of my life“ ist ja schon die Grundkonstruktion in sich unsinnig: auch wenn man unoriginellerweise einen Lebens(ver)lauf durchaus in Analogie zu den Jahreszeiten darstellen kann – dass man im „Herbst des Lebens“ als Mann halt nun einmal Frau und Kind verlässt, ist bereits seltsam (in einer Art Liebeslied, und sei es auch ein trauriges – dass in dem Lied die Frau weint, wird doch nicht wirklich die URSACHE der Trennung sein, wie du suggerierst, sondern einfach eine Atmosphäre des Streits bebildern o.ä.), aber insbesondere die Zeilen
„Now what, what do you say to a child of ten? / How do you tell him his daddy’s goin’ away? / Do I tell him that I reached the autumn of my life / And that he’ll understand some winter’s day?”
ergeben natürlich nicht wirklich einen Sinn: Lieber Sohn, du, also, äh, ich habe jetzt halt ein gewisses Alter erreicht, aber wenn du selber mal ein alter Mann bist, dann wirst du das schon verstehen! Hä??? Ein hastig angehängtes windschiefes Schlussbild macht’s auch nicht besser:
„Now a rose can’t be found on a snow-covered ground / And the sun cannot shine through cloudy skies / But I’m richer, you see, for the years she gave to me / And I’m content in the autumn of my life”:
der Winter des Lebens ist wolkenverhangen, nichts wächst mehr, aber he, innerlich bin ich “reicher” wegen, äh, der Jahre, die sie mir seinerzeit, äh, “gegeben” hat, und so bin ich nun ZUFRIEDEN. Ojeojeoje, das ging lyrisch wirklich voll in die Hose…
Dass „keiner mit dem Finger darauf zeigt“, wie blöd solche Lieder sind, stimmt insofern nicht, als es mittlerweile ja immer wieder Leute gibt, die z.B. in Kleinkunstbühnen Lesungen von Schlagertexten machen (ich glaube Oliver Bayer ist in Österreich einer, der das regelmäßig gemacht hat), bei denen sich die Zuhörer zerkugeln vor Lachen…
Du wirst lachen, ich mag die Goldsboro-Lieder. In all ihrer Brutalität und Unsensibilität. Ich wünschte bloß, es würde jemand aufzeigen, wie symptomatisch die Texte für das ist, was sich realiter in vielen Familien abspielt.
Die Lesungen, die du ansprichst, sind gut und schön, aber sowas müsste schon in dem Moment angesprochen werden, da so ein Lied in die Charts kommt. Man bedenke, wie viele Leute sich seinerzeit hingehockt und diverse Hardrock-Lieder rückwärts gehört haben, um darin vermutete satanische Botschaften zu entziffern. Vermutlich waren das dieselben Leute, die sich anschließend Goldsboro-Texte reingezogen haben und absolut gar nix Böses darin entdeckten.
Naja, da schlösse sich jetzt naheliegenderweise der Kreis zur Diskussion über die Zeitungskritiker neulich: denn das Feuilleton (oder falls dir dieses Wort zu hochgestochen ist: der Kulturteil der Qualitätsmedien) ist ja der Ort, an dem Popkultur tagtäglich mehr oder weniger genauso kritisch reflektiert wird wie Hochkultur; aber abgesehen davon, dass das natürlich praktisch niemand liest: ein Satz, den ich schon unzählbar oft gehört habe und bis an mein Lebensende sicher noch unzählbar oft hören werde, ist: „DAS IST JA NUR UNTERHALTUNG.“ Die meisten Rezipienten von Massenkultur sehen sich eben nur als Konsumenten – Musik, Filme, TV-Serien, Comics etc werden also nur zum Eskapismus benutzt und nicht zur (Selbst-)Reflexion. Und die Lieder von Bobby Goldsboro sind ja wirklich nicht dümmer oder „bedenklicher“ als die Lieder irgendwelcher „volkstümlicher“ Kapellen, als „Deutschland sucht den Superstar“, als die Folterverherrlichungsserie „24“ oder kindergerechte Kriegsfilme wie „Star Wars“. Natürlich könnte und sollte man über all dieses Zeugs genauso kritisch diskutieren wie über die Werke von schulbuchkompatiblen Autoren – aber wer will sich schon dauernd als Spaßbremse betätigen, wenn’s halt einfach nur geil ist, sich gemeinsam (oder auch allein) so was reinzuziehen…
Wenn sich die Fans von Phil Collins und Metallica gegenseitig beschimpfen, wie beschissen die Lieblingsmusik der jeweils anderen ist, ist das wahrscheinlich vergleichsweise wenig produktiv.
Der Unterschied zu den von dir genannten Beispielen ist der, dass darin die Gewalt offensichtlich ist. Da kann man nun dafür oder dagegen sein, man braucht aber keinen Aha-Moment. Bei den Goldsboro-Liedern (und von der Sorte NLP-lyric-sänger gibt es sicher noch mehr Vertreter) muss man hingegen erstens hinhören und zweitens nachdenken. Da ist es nicht so einfach. Die Lieder lullen einen unbedarften Hörer in dem Glauben ein, etwas Romantisch-melancholisches zu hören.
Insofern kann ich mich also als Vertreter der Mad-Eye-Moody-Franktion outen und zur “CONSTANT VIGILANCE!” aufrufen. Das Böse lauert immer dort, wo man es nicht erwartet.
Was deine Einschätzung bezüglich meinereiner angeht, so musste ich heftig schmunzeln. Gewöhnlich werde ich von mich umgebenden Leuten der latenten Blasiertheit geziehen, du hingegen vermutest das genaue Gegenteil, dass ich mich von Wörtern wie Föjetohn (oder wie man das auch schreibt) brüskiert fühle. ;-)
Ich spreche Englisch und Französisch und habe Latein sowie Altgriechisch gelernt. Letzteres aber so gut es geht verdrängt, und über neutestamentarisches Niveau bin ich sowieso nie hinausgekommen (das NT ist in Umgangsgriechisch geschrieben, ein durchaus cleverer Schachzug, um die einfachen Massen zu gewinnen). Also, solange es keine alt-berberischen Lautverschiebungen sind, die du mit mir diskutieren willst, ist “Feuilleton” schon ok. ;-))
Also, bei den von mir genannten vier Beispielen ist, denke ich, nur bei „24“ die Gewalt offensichtlich;
bereits die „Star Wars“-Filme werden, soweit ich das sehe, eben keineswegs als Kriegsfilme wahrgenommen, obwohl der Krieg schon im Titel drinsteckt (und auch die Riesenschlachten in den „Herr der Ringe“-Filmen sind nicht gewaltfreier als die in irgendwelchen Geschichten über den Zweiten Weltkrieg – mit niedergemetzelten Orks muss man noch weniger Mitleid haben als mit „Japsen“ oder „Krauts“);
dass weiters irgendwelche Medienbehörden Dieter Bohlen und RTL auf die Finger klopfen, weil in „DSDS“ Teenager verbal abgewatscht werden, ist den allermeisten Zuschauern sicherlich völlig wurscht, da diese fiesen Sprüche ja gerade ein wichtiges „Unterhaltungs“-Element der Show sind;
und schließlich die volkstümliche Musik: da ist der neulich von mir hervorgehobene Andy BORG aufgrund seines Namens vielleicht Star Trek-Fans suspekt, aber sonst… ;-)
Dass also Bobby Goldsboro-Lieder „böser“ sind als x-beliebige zeitgenössische Unterhaltungsformate, von den uralt-Geschlechterklischees bei Mario Barth bis zur sinnentstellenden Umkehrung von George Orwells „Big Brother“ (is watching you: „Suuuuper!!!“) im Dienste der Einübung in die Unterwerfung in den Überwachungsstaat – nö, echt nicht. Lieber dreimal am Tag „A Butterfly for Bucky“ als eine Stunde „Starmania“!!! :-)
Die Hinterfragung des Wortes Feuilleton hat sich nicht auf deine etwaigen sprachlichen Vorlieben bezogen (gleichwohl viele Menschen hinter diesem Wort wahrscheinlich ein Sitzmöbel vermuten), sondern auf deine Nebenbemerkung neulich, du würdest eher österreichische als deutsche Medien benutzen – und da kann man sich durchaus die Frage stellen, ob die schmalen Beilagen bzw Kulturteile hierzulande das hochgestochene Wort Feuilleton verdienen… so war das gemeint.
P.S.: Und wenn schon „Blasiertheit“, dann sicher nicht „latent“, sondern so richtig, oder?! :-) Aber ich verachte ja eh nicht die Dummen, sondern die Verdummer…
Bitte,
deine Interpretation in allen Ehren. Von grundauf falsch, da hier anscheinend elementare Englishkenntnisse fehlen, die dir eine soartige Deutung des Textes erlauben würden. Hier werden Vokabeln verwendet, die du falsch übersetzt, bzw. die sprichwörtlichen Ausdrücke nicht kennst.
Puppy ist keine Puppe sondern eine Hundewelpen, und “she was always young at heart “ist sprichwörtlich etwa mit Im Herzen blieb sie immer ein junges Mädchen zu übersetzen, wobei anschließend dumb im Kontext von grün hinter den Ohren verstanden werden muss.
Es geht hier schlicht und ergreifend um ein Liebesgeständnis an seine verstorbene Frau. Er erinnert sich an die Zeit der Beziehung, symbolisch durch das Wachstum des Baumes vom kleinen Zweig, den sie pflanzte, bis hinzum heutigen riesen Baum. In Erinnerung bleiben sentimentale, emotionale und persönlichkeitsabhängige Momente, die hier stellvertretend genannt werden.
Gehe bitte den ganzen Text erneut durch mit einer korrekten Übersetzung und dann zieh mal Vergleiche zu deinem anfänfglichen Versuch… ;-)
btw:
hier gerade eine deutsche Übersetzung in w.S gefunden,
besser hätte man es in Deutsch m.M.n. nicht machen können.
HONEY
Veröffentlichung: 1968
PHONOGRAM/PHILIPS 6449 053
Musik: B.Russell/dt.Text: Kurt Feltz
Siehst Du da die Birke steh’n,
ach ja, sie ist so schlank und schön
wie sie es war.
Sie pflanzte sie
und sagte noch
nun lach nur nicht,
sie wächst ja doch,
sehr schnell sogar.
Dann kam bald schon Schnee
und sie lief hin
und schüttelte voll Angst
alle Blätter frei.
Da lachte ich,
sie war traurig,
denn das hat ihr weh getan
und ich sagte verzeih’.
Immer war sie quick und jung,
sie war so voll Begeisterung,
bös’ war sie nie.
Ich schenkte ihr ein kleines Hündchen
mit dem sie mich dann spielen lies’,
ja so war sie.
Und wie sie dann verlegen war,
wenn ich mal spät nach Hause kam
und fragte war es schön.
Ich wußte ganz genau,
sie hatte weinend
einen traurig schönen Film geseh’n.
Oh Honey, Du fehlst mir,
ich bin so allein.
So schön wie’s mit Dir war,
wird’s nie wieder sein
Sie fuhr mit meinem Wagen aus
und dann kam sie zu Fuß nach Haus
und sagte Pech.
Ich regte mich sehr auf und schrie,
sie zitterte, da küßt ich sie
und sagte, hm Blech.
Doch plötzlich, ja da merkte ich,
sie weinte still und quälte sich,
wenn ich es grad’ nicht sah’.
Es war an einem Frühlingstag
mit Blumen, Duft und Finkenschlag,
als das geschah.
Oh Honey, Du fehlst mir,
ich bin so allein.
So schön wie’s mit Dir war,
wird’s nie wieder sein.
Sie sagte nur auf bald zu mir,
sie ging, dann traten still zu ihr
die Engelein.
Sie war so schön,
sie war so jung,
sie ließ mit der Erinnerung
mich ganz allein. Ich leb’ nun uns’rem Leben nach,
sprech zu ihr,
wie oft ich sprach
und sie sagt Du.
Diese Wolke da, fliegt fort von mir
deckt den Hügel über ihr
mit Tränen zu.
Oh Honey Du fehlst mir,
ich bin so allein.
So schön wie’s mit Dir war,
wird’s nie wieder sein
hmm, hmm, hmm, hmm….
Interpret:Gerhard Wendland
(Dt. Schlagersänger *1910+1996; damit in den deutschen Charts vertreten gewesen)
@ English for all: So, du Oberschlauer. Bevor du hier den Grundschullehrer raushängen lässt, solltest du meine Kommentare vielleicht GRÜNDLICH lesen, ehe du mit solchen Worten daher kommst.
Danke für die tolle Aufklärung, ich weiß, was “puppy” bedeutet (siehe meinen Kommentar: “…sie war immer nur etwas Liebes, Nettes, dem man Hündchen schenkt”), du weißt aber offensichtlich nicht, wer Ibsen ist bzw. was “Nora, ein Puppenheim” sein soll. Nochmal nachstudieren, dann darfst du wieder kommentieren.
Im übrigen: Ich kommentiere so zurück, wie man mir kommt. Wenn du glaubst, du musst hier einen auf wichtig machen, dann geh bitte wieder dort hin, wo du her gekommen bist und lern erstmal DEUTSCH.
Noch ein Nachwort zu deiner tollen gefundenen Übersetzung:
wird da übersetzt mit
Und DAS nennst du eine korrekte Übersetzung? Na, gratuliere zu deinen Englischkenntnissen.
Das ist keine Übersetzung, sondern eine deutsche Fassung des Liedes, die mehr auf die Beibehaltung des Rhythmus achtet denn auch die wortwörtliche Wiedergabe!
Diese ganze Diskussion ist so sinnlos wie ein Kropf.
–> hier gerade eine deutsche Übersetzung in w.S gefunden,
–> besser hätte man es in Deutsch m.M.n. nicht machen können.
das schrieb ich vor den Text. w.S. steht für weiteren Sinne, m.M.n. meiner Meinung nach und damit meinte ich den Gesamtbezug auf den Song. Text, Inhalt, Melodie, Aussage.
Genauer lesen!
@ English for all1-unendlich: Jemand, der verschiedene Aliases und verschiedene Mailadressen beim Kommentieren verwendet, outet sich selbst als unseriös. Ich gehe auf derartige Sinnlosigkeiten nicht ein – ab mit dir nach Island, oder wo immer du herkommst, hier ist kein Spielplatz für Trolle. Deine nächsten Kommentare werden gelöscht.
Hier noch ein Nachtrag zu Melanies Beitrag:
Das Gedicht, das Melanie hier zitiert, stammt nachweislich nicht von Tucholsky.
Genaueres bitte hier nachlesen:
http://www.sudelblog.de/?p=378
Gruß,
Mounty
Seine neue CD The High End of Low ist wohl obergeil:
1 Devour
2 Pretty As A Swastika
3 Leave A Scar
4 Four Rusted Horses
5 Arma-Goddamn-Motherfuckin’-Geddon
6 Blank And White
7 Running To The Edge Of The World
8 I Want To Kill You Like They Do In The Movies
9 WOW
10 Wight Spider
11 Unkillable Monster
12 We’re From America
13 I Have To Look Up Just To See Hell
14 Into The Fire
15 15
Gruss Stefan