Zeit, die zweite
Geschrieben in Kurioses, Ninas Privatkram am Samstag, 24.03.2007Kennt ihr das? Während man sich eigentlich auf eine ganz andere Sache konzentriert, arbeitet das Hirn im Hintergrund an irgendwelchen anderen Dingen, und da!, auf einen Schlag streift einen eine Erkenntnis, mit der man nie gerechnet hatte.
Mich hat eben so eine Erkenntnis halb erschlagen, und wiewohl sie für Astrophysiker vermutlich kalter Kaffee von vorgestern ist, ist mir erst jetzt so richtig bewusst geworden, warum es keine schnellen Zeitreisen in die Vergangenheit geben kann. Jedenfalls nicht, wenn man von 4 Dimensionen ausgeht.
Gedankenbeispiel: Person A sitzt vor dem Videorekorder/DVD-Player und sieht sich einen Film mit Person B in Normalzeit an. Dann drückt Person A den schnellen Vorlauf. Was sieht er? Natürlich wie sich Person B im Zeitraffer bewegt. Jedoch: Was würde Person B sehen, wenn sie aus dem Fernsehgerät in die Außenwelt sähe? Sie würde (sich selbst im Zeitraffer befindend, dieses jedoch selbst als Normalzeit empfindend) eine sich zäh bis gar nicht bewegende Person A sehen, je nachdem, wie rasch der schnelle Vorlauf erfolgt.
Nichts anderes passiert bei einer herkömmlichen Zeitreise, wie man sich das so landläufig vorstellt: Man lässt die Zeit um sich herum schneller vergehen, während sie für einen selbst “normal” abläuft. So dass man in subjektiven 5 Minuten vielleicht 500 Jahre durch die Zeit gereist ist.
Sieht man derartige Szenen in Filmen, so passiert ein entscheidender Fehler. Der Zeitreisende setzt sich in seine Maschine – und verschwindet vor den Augen derer, die nicht mitreisen. Genau das Gegenteil wäre der Fall. Er würde nicht verschwinden, er würde erstarren. Für die Außenstehenden wohlgemerkt. Die würden einen unbeweglichen Typen in einer unbeweglichen Maschine wahrnehmen, und je nachdem, wie schnell er reist, umso unbeweglicher wäre er. Reiste er in 5 Minuten um 500 Jahre in die Zukunft, wären seine Bewegungen für die Außenstehenden so langsam, dass sie schon längst gestorben wären, ehe beim Zeitreisenden selbst auch nur ein Herzschlag erfolgt wäre.
Ob sie den “erstarrten” Zeitreisenden noch berühren könnten, kann ich nicht sagen. Logisch betrachtet müsste jeder, der sich ihm nähert, selbst in eine Art Zeitstrudel geraten, aber das hängt von der Ausgefeiltheit der Zeitmaschine ab. Lustig wär’s, wenn man ihn ganz normal berühren könnte, denn dann könnte es durchaus sein, dass sich der Reisende nach Abschalten seiner Maschine auf einmal ganz wo anders wiederfindet, als er dachte. Auf in einer Obduktionsbank etwa. Oder 6 feet under.
Wichtig sind jedenfalls 2 Dinge:
-) der Zeitreisende “verschwindet” nicht einfach, im Gegenteil, er erschiene jedermann regungslos
-) Reisen in die Vergangenheit sind unter diesen Voraussetzungen nicht möglich. Denn da man, sobald man im schnellen(!) Lauf durch die Zeit reist, für die “Normalzeitlichen” quasi erstarrt sichtbar bleibt, müsste sich der Zeitreisende bereits selbst an der Stelle sehen können, an der er seine Zeitmaschine einschaltet. Bzw. müsste er für jedermann und möglicherweise über Jahre oder Jahrhunderte hinweg eben an der Stelle sichtbar sein, an der er in der Zukunft seine Reise in die Vergangenheit antrat.
Irgendwelche Physiker unter den Lesern? Oder Science Fiction-Spezialisten? Wie gesagt, vermutlich ist meine große Erkenntnis ein alter Hut. Ich ging bloß von dem aus, was man in herkömmlichen Filmen in Sachen Zeitreisen gezeigt bekommt, und dabei ist mir eigentlich noch nie eine derartige “Erstarrung” begegnet, wie sie korrekt wäre. (Ausnahme: Die Star Trek Originalserienfolge “Was summt denn da?” hat sich genau dieses Phänomens bedient, und das war auch mit einer der Punkte, die mich zu meinen Gedanken inspirierten; allerdings ging es in der Episode nicht um Zeitreisen).

Hallo zusammen,
es gibt da verschiedene Theorien und Ansätze…
Es heißt ja Zeit ist relativ und vergeht an verschiedenen Orten unterschiedlich schnell.
Das Gedankenexperiment, dass wenn man mit Lichtgeschwindigkeit reist die Zeit wesentlich langsamer vergeht wiederspricht meiner Meinung nach der Theorie, dass man erstarrt ist für seine Umwelt. Wer sich mit Lichtgeschindigkeit bewegt, kann nicht gesehen werden, bzw verursacht beim Vorbeirrauschen vielleicht nur ein kleines Flackern, weil er anderes Licht überdeckt.
Ich denke auch nicht, dass Reisen in die Vergangenheit unmöglich sind. Vielleicht muss die betroffene Person ja in die Vergangenheit reisen um dort etwas auszlösen, dass er/sie überhaupt geboren wird. Also vielleicht seine Eltern zusammenbringen oder was auch immer anstellen, was zwar auch zu einer Endloschleife führen würden, da es immer wieder passieren muss oder wird da es schon geschehen ist ohne dass man daran etwas ändern kann aber vielleicht kommt man dannach wieder raus und es geht normal weiter.
Auf der anderen Seite gibts die Theorie der Mehrdimensionalität, dass heißt in den anderen Dimensionen werden alle möglichen Alternativen abgedekt, also ob man an einer Kreuzung rechts oder doch eher links fährt (hier fährt man rechts und in einer anderen Dimension links). Was eventuell bedeuten würde, dass man sich nicht in der Zeit sondern am Ort bewegen kann. Man würde es nur als Zeitreise wahrnehmen weil man auf einmal im Mittelalter steht, was sich genauso abspielt wie bei uns nur mit dem kleinen Unterschied dass man als Fremder in diese Welt eindringt und sie vielleicht verändert. Nun reist man wieder nach Hause, wo sich allerdings nichts verändert hat, da man nicht in der eigenen Vergangenheit war…
Gruß Nebbou (angehender E-Techniker und SciFi Freak)
Das Gedankenexperiment, dass wenn man mit Lichtgeschwindigkeit reist die Zeit wesentlich langsamer vergeht wiederspricht meiner Meinung nach der Theorie, dass man erstarrt ist für seine Umwelt. Wer sich mit Lichtgeschindigkeit bewegt, kann nicht gesehen werden, bzw verursacht beim Vorbeirrauschen vielleicht nur ein kleines Flackern, weil er anderes Licht überdeckt.
Da sind jetzt 2 Paar Schuhe durcheinander geraten. Wir haben einerseits die spezielle Relativitätstheorie, andererseits die sich überhaupt nicht bewegende Zeitmaschine, die allen Anscheins nach nur die Zeit dehnt, jedoch ohne sich dabei selbst auf Lichtgeschwindigkeit zu begeben.
Ja, diese Thema ist wahrlich faszinierend und so habe ich alle news und postings dazu gelesen und da hat mich doch schon seit Nächten folgende bohrende Frage heimgesucht: wie ist das eigentlich mit der Zeit? Ist die Zeit “individuell”, oder “unabhängig vom Menschen”, macht sie Notizen, oder ist sie einfach nur. Ich bin zu der Annahme gelangt, daß sie “nur” ist, denn alles übrige wäre ja nur ein “Zeiterl”, ich meine, wenn sie an den “Menschen gebunden wäre”, denn dann hätte sie einen Anfang und ein Ende und wäre von äußerst kurzer Dauer, wie unser aller, lieber Freund und der Mercedes’ weiß. Die individuelle Zeit entwickelte wohl ihr Eigenleben und tät sich vielleicht gar nicht für uns und unseren Wahnsinn interessieren? Wer weiß wo die ihre Zeit verbrächte…. und in ihr reisen lassen? das tät sie sich vielleich verbitten! Bleibt also nur das Zeiterl und die Nur-Zeit. Die Nur-Zeit ist aber völlig neutral und die bringt micht nirgendwo hin, ich meine nirgendwo, wo ich mir vorstellen könnte wo ich bin, denn die ist ja so neutral, daß sie keine Bilder mitnimmt und dann vielleicht nur eine Tunnelreise oder so eine, wie in “Contact” beschriebene liefert und am Ende bin ich dort, wo ich schon immer war. Und noch eine Frage tut sich mir da auf: möchten wir “in der Zeit” reisen, oder in Wirklichkeit doch nur in unserer Geschichte, der vergangenen, oder der zukünftigen, ich meine in den Ereignissen mit all seinen Protagonisten. Kann das “die Zeit” (welche?) eigentlich bieten, bzw. bewerkstelligen? Ich meine, könnten wir auch in einer “afrikanischen”, “indianischen”, “wikingerischen”….. Zeit reisen, oder nur in einer, die uns durch den Geschichtsunterricht, oder aber unsere Phantasie dargestellt wird?
Hiiiiiieeeeellllfffffe, jetzt brauch ich dringend eine philosophische Zurechtrücke, sonst muß ich die Sommerzeit anhalten. Kann wer helfen??
Seufz
Trudi
Ich versuch einmal philosophie zu vermitteln wie es in der AHS getan wurde. also bereit? Das dasein ist das sosein des nichtseins. wenn jemand daraus sinn machen kann bin ich beeindruck. Grundsätzlich ist alles ohnehin nur im Kopf des jeweils einzelnen. alles ist subjektiv. objektivität scheitert eigentlich daran dass sie wie die Gesammte Realität nur aus elektrischen impulsen im Gehirn besteht. und zwar im eigenen Gehirn. somit ist alles nur in der Phantasie.
Jaaa, Wolfdietrich, is ja richtig, aber was ist mit der Zeit??? Subjektiv ja, aber wie ist das mit der Phantasie? Oder gibt es gar keine Zeit? Wo bleibt dann meine Reise????
Zeit gibt es weil man es glaubt. was Phantasie ist und was nciht entschidet das Gehirn, eine Reise geibt es nur wenn man glaubt zu wahrzunehmen dass man sich fortbewgt.
Hallo!
Die Zeit ist eine Zeitung. Punkt. :-)
Ich hoffe, daß mir zum Thema Zeit ein Link zu einem ganz lustigen Text erlaubt wird, den ich neulich im Radio gehört und im Internet nochmal gefunden habe: http://www.m-liebscher.de/pages/lem.htm
Als ich das gehört habe, habe ich am Boden gelegen!
Was ist die Zeit?
Zeit ist Bewegung, Veränderung. Alltägliche Beobachtung, die man auf beliebiger Ebene machen kann.
Die Zeit vergeht, weil sich ein Zustand (“Weltzustand”) verändert.
Wenn wir aus dem Fenster auf die Strasse gucken, merken wir, daß die Zeit vergeht: es fährt ein Auto vorbei, zwei Drosseln streiten sich, eine Mutter geht mit ihrem Kind spazieren. Wir erkennen, DASS die Zeit vergeht, und können sogar die Uhrzeit abschätzen.
Wenn wir stattdessen auf den engen Innenhof eines fünfzehnstöckigen Hauses gegen eine Wand gucken, haben wir gar keine Ahnung.
Saluti!
Ludwig