“Davon leben können…”
Geschrieben in Technische Details, Wortspenden am Dienstag, 25.07.2006Ich will schon seit längerer Zeit auf eine Frage eingehen, die mir häufig gestellt wird. Die Frage lautet:
Denkst du, du wirst einmal nur vom Zeichnen leben können?
Dies bezieht sich logischerweise auf meine sonstige Berufstätigkeit in wechselnden Branchen.
Zum einen muss ich mal betonen, dass ich selbst Schuld an dieser Frage habe, da ich auf meiner Site (glaube ich) ein- oder mehrmals irgendwas von “ich kann davon noch nicht leben” gefaselt habe. Da ich meine Site selten lese, weiß ich nicht mehr, wo es steht, falls das überhaupt der Fall ist. (Sobald ich es finde, werde ich es ausbessern – Hinweise diesbezüglich sind durchaus willkommen.)
Zum einen ist hier hervorzuheben, dass es mir nie darum ging, vom Zeichnen leben zu können, sondern immer nur von meinen Arbeiten. Irgendwas zu zeichnen, was mir andere diktieren, interessiert mich nicht, da ich nicht primär Zeichner bin. Ich erzähle Geschichten. Insofern stellt sich also die Frage, ob ich je vom Zeichnen werde leben können, nicht.
Bleibt die Frage, ob ich je von meinen eigenen Geschichten werde leben können.
Nun, Tatsache ist, dass ich bereits davon gelebt habe, und zwar hauptberuflich. 2 ganze Jahre lang habe ich mir damit mehr oder weniger die Chemietechnikerausbildung finanziert. Damals hatte ich sowohl den Job bei der Wienerin als auch den beim ORF und noch einige kleinere Sachen am Laufen (wie ich das alles geschafft habe, frage ich mich heute selbst – obwohl, ich war jünger), und damit ließ es sich leben, wenn man wenig Ansprüche stellt.
Und wie sieht es derzeit aus? Ich verdiene so viel Geld damit, dass ich es als meinen Hauptberuf ansehe. Leben kann ich zZt davon nicht, aber das ist auch nicht wirklich meine Hauptsorge. Ich denke in erster Linie mal an meine Geschichte und die Dinge, die ich so am Laufen habe (meinen Webshop zB).
Kann schon sein, dass das ganze mal so einträglich wird, dass es mich vollständig ernährt. Kann aber auch nicht sein. Ich erstelle keine 5-Jahrespläne oder Zukunftsprognosen. Wie die Dinge kommen, so kommen sie. Ich konzentriere mich in erster Linie auf meine Gegenwart bzw. unmittelbare Zukunft, indem ich mich an jetzt zu erledigende Aufgaben mache und Möglichkeiten erst dann in Betracht ziehe, wenn sie sich mir bieten. Ein Leben im Konjunktiv ist in der Regel nichts für mich.
Man darf auch nicht vergessen, dass Tod und Mädchen irgendwann mal Schnee von gestern sein wird, und dass ich, wenn es mir um “das davon leben” ginge, tunlichst den nächsten “Hit” nachschieben sollte. Ich habe nichts in Planung und auch nicht die Absicht, irgendetwas zu planen. Ich will die Geschichte erstmal zu Ende bringen, dann sehen wir weiter.
Subsummierend: Die Frage nach dem Ob und Wann ist berechtigt, doch beantworte ich sie mal mit Doris Day: “Que sera, sera…”
