Jimmy Dorsey & his band, “Rubber dolly ” (1940)
Geschrieben in Musik am Dienstag, 26.10.2004Gesang: Helen O’Connell
Der Video-Clip ist absolut sehenswert, weil er wirklich die Originalaufnahme dieses Songs zeigt!
Die Dorsey-Brüder sind – gemeinsam oder jeder für sich – nach wie vor Stars am Jazz-Himmel und haben die Big-Band-Ära entscheidend mitgeprägt. Zunächst gemeinsam, ab 1935 und einem nicht weniger legendären Streit, beide mit eigenen Bands. Hier eine kleiner biographischer Abriss. Wer sich das Originalvideo ansieht, kommt in den Genuss eines gesprochenen Intros, in welchem die Sängerin dieses Liedes vorgestellt wird. Sie erlangte in Jimmy Dorsey’s Orchester ihren Durchbruch. Hier ein Überblick ihres Werdegangs.
Was ich nicht nur in diesem Fall sondern generell erstaunlich finde, ist die Vorliebe der damaligen Zeit für eigenartige Frauenstimmen (in Verbindung mit dem Text, den sie singen). Das bekannte “Somewhere over the rainbow” rangiert in seiner Originalinterpretation in derselben Kategorie. Ich erinnere mich noch, als ich als Kind zum ersten Mal “Das wunderbare Land” (Orig.titel: “The Wizard of Oz”) mit Judy Garland sah. Was mir sofort auffiel war, dass dieses sehr kindlich-unschuldig sprechende Mädchen eine ziemliche Oberweite besaß (ja, sowas fiel mir schon in frühester Jugend auf – das künstlerische Auge! :-)). Noch viel mehr staunte ich aber, als dieses “Kind” zu singen anfing, nämlich in einem ausgeprägten Alt, der nur von Zarah Leander noch übertroffen wurde!
Nun ähnlich ist es hier. Das Mädchen singt von einem Gummipupperl, das sie so gerne haben möchte, aber sie kriegt es nur, wenn sie hübsch brav war. Leider hat sie sich dazu hinreißen lassen, mit einem Kerl rumzuschmusen, und dafür gibt es Zeugen… Man fragt sich. In welchem Alter spielten die Mädchen damals noch mit Puppen? Und warum dieser brummige Baß für derartige Themen? Aber das ist sie eben, die Drolligkeit der Epoche…
