Die Zeitlinie des Todes
Geschrieben in T&M, Technische Details am Donnerstag, 04.03.2010Aufgrund einer Forumsdiskussion und einer Nachfrage im Blog bin ich auf eine Problematik gestoßen, der manchen Lesern den Eindruck vermittelt, es könne sich im aktuellen Handlungsfaden ein Fehler eingeschlichen haben. Ich werde das ganze auch noch als HG-Info ausarbeiten, zuvor aber mal diese hoffentlich verständliche Vorabinformation, damit nicht noch mehr Leser an der Frage verzweifeln.
Es geht darum, dass der Tod vom Dahinscheiden von Mercedes’ Vater bereits seit Teil 1 weiß und es im 3. Kapitel von Teil 2 nochmal bestätigt bekam. Wie, so fragen sich also einige, kann der Tod daher jetzt auf einen noch lebenden Mercedes-Vater stoßen, das wäre ja ein Widerspruch in seiner Zeitlinie.
Ist es nicht. Im Gegenteil.
Die Regel lautet: Der Tod kann keinen Sterblichen im Alter von (dies nur als Beispiel) 40 Jahren holen, wenn er denselben schon im Alter von 60 Jahren persönlich getroffen hat bzw. er dieses Alter erwiesenermaßen erreicht. Denn das Wissen, dass die Person 60 wird, verunmöglicht ihren Tod mit 40.
Was hingegen NICHT möglich ist, ist, dass der Tod nichts vom Dahinscheiden eines Sterblichen zu irgendeinem Zeitpunkt erfahren darf. Wenn das nämlich so wäre, dann dürfte der Tod gar keine eigene Zeitlinie haben und nicht quer durch die Zeit reisen, denn in jedem Moment besteht die Möglichkeit, dass er über das Verscheiden eines Menschen erfährt, den er in seiner eigenen Zeitlinie vielleicht noch gar nicht geholt hat.
Beispiel: Der Tod befindet sich im Jahr 1572. Er reist unmittelbar ins Jahr 2010 und erfährt dabei vom Tode Napoleons (oder Einsteins oder Mozarts oder wem auch immer). In unserer Zeitlinie sind diese Personen alle nach 1572 aber vor 2010 gestorben. In der Zeitlinie des Todes aber noch nicht, und das ist für ihn auch völlig irrelevant, denn es ist davon auszugehen, dass zwischen 1572 und 2010 eine Menge Menschen (nicht nur geschichtsträchtige) gestorben sind. Also: Allein zu wissen, dass jemand gestorben ist, verpflichtet den Tod noch nicht, ihn auch in seiner eigenen Zeitlinie bereits geholt zu haben. Er darf bloß niemanden zu einem Zeitpunkt holen, den diese Person erwiesenermaßen überlebt hat.
Was nun Mercedes’ Vater betrifft, so kann sich der Tod nicht mal erinnern, diesen schon geholt zu haben. Den Grund dafür wissen wir jetzt, er hatte ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht geholt. Was aber nichts bedeuten will, denn der Tod merkt sich erwiesenermaßen keine Namen (ich erinnere nur daran, dass er Mercedes’ Namen nicht kannte, ehe der Kleine Tod ihn darauf hinwies!) noch interessiert er sich besonders dafür. Das ist der Grund, warum er nicht selbst auf die Idee kam, dass er Mercedes’ Vater in seiner eigenen Zeitlinie vielleicht noch gar nicht geholt haben könnte.
Ich hoffe, damit ist dieser spezielle Punkt geklärt.
Ach ja, und noch ein Hinweis: Das Konzept der Geschichte ist bereits seit Jahren fertig. Das, woran ich momentan arbeite, ist also nicht die Handlung, sondern lediglich deren grafische Umsetzung. Am Plot wird nicht mehr gearbeitet, der ist fix. Ich arbeite ausschließlich an Details, i.e. am Bildaufbau, am Dialog und an der zeichnerischen Umsetzung.

